21.07.2004 · Nach kritischen Jahren befindet sich Ericsson weiterhin auf Erholungskurs. Umsatz und Ertrag im zweiten Quartal fielen besser aus als erwartet. Die Aktie könnte in positivem Umfeld nach oben ausbrechen.
Ericsson war in den vergangenen Jahren zunächst ein Highflyer und dann einer der dramatischen Krisenwerte in der Telekommunikationsbranche. Nach einem Kurshoch bei 165,21 schwedischen Kronen im März des Jahres 2000 hielt sich die Aktie noch mehrere Monate auf einem relativ hohen Niveau, bevor sie im Rahmen der UMTS-Ernüchterung und der damit zusammenhängenden Investitionskrise in diesem Bereich in einen Sturzflug überging. Er führte im Tief auf gerade noch 2,96 Kronen im September des Jahres 2002. Das ist ein Minus von knapp 98 Prozent.
Davon hat sich die Aktie allerdings wieder ein Stück weit erholt und mittlerweile 565 Prozent auf 19,7 Kronen zum Tagesendkurs am Dienstag erholt. Das Unternehmen verbuchte in den Jahren 2001, 2002 und 2003 zum Teil massive Verluste und mußte drastische Restrukturierungen und Rationalisierungsstrategien umsetzen. Tausende von Jobs gingen verloren. Inzwischen scheinen sich allerdings die Maßnahmen immer mehr auszuzahlen. Gelang schon im vierten Quartal des vergangenen Jahres die Rückkehr zu einer schwarzen Null, so erzielte das Unternehmen in den ersten zwei Quartalen des laufenden Jahres deutliche Gewinne.
Unerwartet gutes Ergebnis im zweiten Quartal
Im zweiten Quartal fiel das Ergebnis sogar deutlich besser aus als erwartet. Zugleich bekräftigte das Unternehmen am Mittwoch seine Prognose, daß der Markt für mobile Netzwerke in diesem Jahr leicht bis moderat wachsen werde. Der weltweit größte Hersteller von Mobilfunk-Netzwerken wies für das abgelaufene Quartal einen Nettogewinn von 5,3 Milliarden schwedischen Kronen oder 0,33 Kronen je Aktie aus. Analysten hatten durchschnittlich 3,75 Milliarden Kronen erwartet. Der Umsatz stieg nach Angaben des Unternehmens um satte 18 Prozent auf 32,6 Milliarden Kronen. Analysten hatten den Umsatz mit 30,35 Milliarden Kronen prognostiziert.
Nun da Unternehmen wie Telenor ASA wieder mehr investieren als in den vergangenen Jahren, scheinen sich die Kostensenkungen voll auszuzahlen. Und „das Vertrauen innerhalb der Industrie ist wieder zurückgekehrt,“ sagte Unternehmenschef Under Svanberg. Er rechnet im Netzwerkbereich mit weiterem Wachstum. Allerdings gibt er sich vorsichtig, wohl um zu hohe Erwartungen zu vermeiden. Im ersten Quartal des laufenden Jahres konnte das Unternehmen erstmals seit drei Jahren wieder Wachstum verbuchen, da Telekommunikationsunternehmen in Europa, Amerika, vor allem aber auch in den Schwellenländern in ihre Netzwerke investieren. 45 Prozent des Umsatzes im ersten Quartal stammten aus Ländern wie China oder Rußland, in welchen mobile Telefone immer beliebter werden.
Schwellenländer als Wachstumsmärkte
Asien wird nach Unternehmenseinschätzungen in den kommenden Jahren die wichtigste Region werden. Denn in Ländern wie China und anderen werden Hochgeschwindigkeits-Netzwerke aufgebaut, die viele Nutzer in einem geographisch weiten Feld bedienen können. In Europa, Amerika und anderen weiter entwickelten Staaten versucht Ericsson den Umsatz zu steigern, indem technologisch anspruchsvollere Produkte angeboten werden. Sie sollen Dienste wie beispielsweise Videokonferenzen möglich machen.
Und nicht nur die Umsätze ziehen wieder an. Im zweiten Quartal stiegt die Bruttomarge von 35,1 Prozent im Vorjahr auf 47,8 Prozent. Analysten hatten mit 44,8 Prozent gerechnet. Das Unternehmen rechnet bei steigendem Umsatz mit anhaltend hohen Gewinnspannen.
Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von etwas mehr als 20 und 17 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr ist die Aktie nicht sonderlich günstig. Das wäre sie nur dann, wenn das Unternehmen wieder anhaltend und deutlich wachsen sollte. Sofern die Weltwirtschaft nicht in größere Turbulenzen gerät, dürfte das durchaus möglich sein.
Charttechnisch dürfte die Aktie vor allem dann interessant werden, wenn sie in einem anhaltend positiven Umfeld die Widerstände bei zunächst 23 und dann bei 24,50 schwedischen Kronen überwinden kann. Dann wäre der Weg für weitere Kursgewinne offen. Kritisch wäre dagegen der Fall unter die Marke von 19 Kronen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |