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Telekommunikation Die Aktie von Nokia läuft wieder

30.08.2007 ·  Die Aktie von Nokia läuft nach einer Stagnationsphase wieder deutlich nach oben. Kein Wunder, denn das Unternehmen gewinnt mit innovativen Produkten und Dienstleistungen Marktanteile. Es wächst deutlich und profitabel.

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Nach einem gigantischen Boom im Zusammenhang mit der raschen Verbreitung der mobilen Telekommunikation in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts machte die Telekommunikationsbranche in den vergangnen Jahren so etwas wie eine Reifephase durch.

Sie ging auch nicht an Nokia vorbei. Sowohl Umsatz als auch Ertrag stagnierten. Die Aktie damals hoch bewertete Aktie verlor vom Juni des Jahres 2000 bis in den August des Jahres 2004 knapp 87 Prozent ihres Wertes, bevor sie sich vom absoluten Tief bei 8,83 Euro wieder etwas erholen konnte.

Neue, innovative Produkte und Dienstleistungen ...

Im vergangenen Jahr legte sie eine weitere Stagnationsphase ein, da das Unternehmen den Aktionären nur wenig Wachstumsphantasie bieten konnte. Inzwischen scheint sich das verändert zu haben. Denn die Aktie hat zu Beginn des laufenden Jahres einen frischen Aufwärtstrend etabliert und inzwischen knapp 55 Prozent auf zuletzt 23,97 Euro zugelegt. Alleine in den vergangenen beiden Tagen ging es um insgesamt 7,6 Prozent nach oben.

Dafür gibt es gute Gründe. Denn das Unternehmen hat sich inzwischen einerseits reorganisiert und die Kosten- und Produktionsstrukturen an den harten internationalen Wettbewerb angepasst. Gleichzeitig war es auch auf der Produkt- und Serviceseite innovativ. Die Mischung aus innovativen Produkten und kompetitiven Preisen scheint bei den Kunden zumindest gegenwärtig anzukommen.

Kurzfristig scheinen die Börsen auch eine gewisse „Apple-Phantasie“ zu spielen. Denn Nokia kommt mit Geräten auf den Markt, die den erfolgreichen Angeboten von Apple ähneln. Nur sind sie deutlich günstiger. Im vierten Quartal, also gerade rechtzeitig zum sehr Umsatz trächtigen Weihnachtsgeschäft, wird das Unternehmen neue Modelle mit erweitertem Speicherplatz und mit einer vereinfachten Nutzeroberfläche - konkret geht es um einen Touchscreen - anbieten.

Daneben wird Nokia in den kommenden Monaten ebenfalls einen „Music Store“ anbieten, also die Möglichkeit, digitale Musikstücke online zu kaufen. Ein Song soll einen Dollar kosten, ein Album zehn Dollar und eine Monatspauschale für einen so genannten „Live Stream“ auf den Computer oder die neu eingeführten Geräte soll ebenfalls bei zehn Dollar liegen. Damit scheint Nokia das bisher so erfolgreiche Geschäftsmodell Apples wenigstens in Teilen zu kopieren. Auf der anderen Seite investiert man auch in den Spiele- und Navigationsbereich und weitet auch auf diese Weise die Aktivitäten und damit die Wachstumsmöglichkeiten aus.

... lassen Umsätze und Marktanteile zunnehmen

Im Grundgeschäft, der Entwicklung, der Herstellung und der Vermarktung von mobilen Telekommunikationsgeräten konnte Nokia im zweiten Quartal des laufenden Jahres den Umsatz im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 28,3 Prozent auf 12,6 Milliarden Euro steigern, der operative Gewinn legte um 57 Prozent auf 2,36 Milliarden Euro zu, der Nettogewinn um 148 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro und der Gewinn je Aktie um 157 Prozent auf 72 Cent. Allerdings spielt beim Gewinn ein einmaliger Sondereffekt in Höhe von 1,88 Milliarden Euro aufgrund der Konsolidierung von Nokia Siemens eine Rolle. Das heißt, man sollte diesen Gewinnsprung nicht überbewerten.

Auf der anderen Seite zeigen Untersuchungen, dass Nokia in den vergangenen Quartalen nicht nur abgesetzten Einheiten deutlich steigern konnte, sondern trotz der dominanten Marktposition auch den Marktanteil. Motorola befindet sich diesbezüglich eindeutig in der Defensive.

Insgesamt dürfte die Aktie auf dieser Basis zumindest in einem anhaltend freundlichen Umfeld weiteres Kurspotential bieten. Nokia konnte im vergangenen Quartal insbesondere in der Asien-Pazifik-Region punkten und den Umsatz um 50 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro steigern. Damit kommt die Region inzwischen auf einen Anteil am Gesamtumsatz von 24,5 Prozent. In Europa, mit einem Umsatz von 4,8 Milliarden Euro und einem Umsatzanteil von 38 Prozent noch der stärkste Markt, konnten die Erlöse immerhin um 32 Prozent gesteigert werden. Die Umsatzzuwächse fielen auch in der restlichen Welt zweistellig aus mit einer Ausnahme: In Nordamerika fiel er um 22 Prozent auf 527 Millionen Euro.

Insgesamt dürfte die Aktie auf dieser Basis zumindest in einem anhaltend freundlichen Umfeld weiteres Kurspotential bieten. Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 17,7 und 16,3 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr ist die Aktie zwar kein absolutes Schnäppchen. Allerdings wird die Bewertung relativiert durch das Wachstum, die nicht vorhandenen Schulden und durch beachtliche Cashbestände.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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