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Freitag, 17. Februar 2012
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Telekommunikation Cisco-Aktie nimmt neuen Anlauf auf das Fünf-Jahres-Hoch

07.02.2007 ·  Gut aufgenommen wurden die Zahlen des Netzwerkausrüsters Cisco Systems, die wie schon fast üblich die Erwartungen knapp übertrafen. Indes reichte es nicht für neue Hochs. Daher sollten Anleger sich ein wenig Zurückhaltung auferlegen.

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Wenn es in dieser Berichtssaison um Technologie-Aktien geht, so waren die Ergebnisse in ihrer Gesamtheit bisher eher weniger erfreulich. Das dürfte wohl auch der Grund gewesen sein, warum die Aktie von Cisco Systems am Dienstag den regulären Handel mit einem Minus von 0,8 Prozent bei 27,28 Dollar beschloss und dabei die meisten Technologie-Aktien mit hinunterzog.

Indes erweisen sich die Befürchtungen nach Börsenschluss dann als unbegründet und so ging es wieder um 4,4 Prozent auf 28,48 Dollar nach oben. Der führende Netzwerkausrüster hat im abgelaufenen Vierteljahr Gewinn und Umsatz gesteigert. Cisco profitierte vor allem davon, dass das Internet immer stärker genutzt wird und der Datenverkehr im Netz weiter zunahm. Die Nachfrage nach Cisco-Netzwerkgeräten habe deshalb deutlich zugelegt, teilte der weltgrößte Hersteller von Routern am Dienstag mit.

Prognosen wie üblich übertroffen

Der Nettogewinn in den drei Monaten bis zum 27. Januar stieg den Angaben zufolge auf 1,92 Milliarden Dollar von 1,4 Milliarden Dollar vor einem Jahr. Der Umsatz kletterte um 27 Prozent auf 8,44 Milliarden Dollar von 6,6 Milliarden Dollar im Vergleichszeitraum. Der Reingewinn je Aktie erhöhte sich um 41 Prozent auf 0,31 Dollar je Aktie. Vor Sonderposten kam der Konzern auf einen Gewinn von 0,33 Dollar je Aktie und übertraf damit schon fast wie üblich die Prognosen der Analysten, die mit 0,31 Dollar gerechnet hatten. Auch beim Umsatz lag Cisco über den Analystenprognosen. Diese waren im Schnitt von 8,28 Milliarden Dollar ausgegangen.

Viele Telekommunikationsfirmen hätten ihre Netze mit neuer Ausrüstung ausgestattet. Auch der Schritt von Cisco, mit günstigen Geräten die Endverbraucher direkt anzusprechen, habe sich als erfolgreich erwiesen. Der Absatz dieser Geräte profitiert vom Trend der Telekomanbieter, Telefon-, Breitband- und Videoangebote in einem Dienst zu kombinieren.

Die Übernahme des Set-Top-Boxen-Herstellers Scientific-Atlanta trug zusätzlich zum Wachstum des amerikanischen Konzerns bei. Die Umsätze von Scientific-Atlanta stiegen im Berichtsquartal um 21 Prozent auf 639 Millionen Dollar. Auch in der zweiten Jahreshälfte soll die Tochter sehr stark zum Wachstum beitragen. Das Momentum, dass das Unternehmen derzeit habe, sei nicht zu überbieten, sagte Cisco-Chef John Chambers.

Firmenkundengeschäft zeigt Schwächen

Cisco habe seinen Wettbewerbern Marktanteile abgenommen und bestritt im Berichtsquartal 70 Prozent des Router-Marktes nach zuvor 68 Prozent. Für das laufende Geschäftsjahr präzisierte Finanzchef Dennis Powell die Prognosen. Er rechnet mit einem Umsatzwachstum von 16 bis 17 Prozent und im laufenden dritten Quartal von 19 bis 20 Prozent. Im August hatte Chambers ein Umsatzwachstum von 15 bis 20 Prozent bei einer Langfristprognose von 10 bis 15 Prozent angekündigt.

Analysten waren voll des Lobes, fanden aber auch ein paar Haare in der Suppe. Brantley Thompson von Goldman Sachs sagte, die derzeit robuste Geschäftsentwicklung werde seiner Meinung nach anhalten. Angesichts der Auftragslage werde sich der positive Trend mindestens bis kommendes Jahr fortsetzen.

Matthew Kelmon, Fondsmanager bei Kelmoore Investment, nannte die Zahlen hervorragend. Cisco profitiere vom Ausbau der Netzwerke für die Übertragung von Videodaten, so dass noch „ein paar gute Jahre“ zu erwarten seien.

Samuel Wilson, Analyst bei JP Morgan, äußerte indes Besorgnis darüber, dass das starke Wachstum vor allem von einem hervorragenden Geschäft in den Schwellenländern herrühre, wo Cisco eine Wachstumsrate von 40 Prozent verzeichnete und damit das andererseits langsamere Wachstum im Hauptgeschäft, der Ausrüstung von Unternehmensnetzwerken, kompensierte.

Anleger zeigen sich optimistisch

In dieser Sparte lag Ciscos Wachstum auf dem Markt in den Vereinigten Staaten nur im Bereich mittlerer, einstelliger Prozentzahlen. Der amerikanische Geschäftskundenmarkt, so Wilson, sei aber ein führender Indikator, der als erster Signale der Schwäche anzeige.

Angesichts der vorgelegten Zahlen scheint dies die Anleger indes derzeit recht wenig zu interessieren, weil sie offenbar davon ausgehen, dass sich eine solche Schwäche, wenn überhaupt, dann doch frühestens im kommenden Geschäftsjahr zeigt. Seit Cisco im August die langfristigen Wachstumsprognosen veröffentlichte, hat die Aktie um 60 Prozent zugelegt und so ein wenig an frühere Glanztage angeknüpft.

Sie war damit aus einem Tal ausgebrochen, in das sie Ende 2004 gerutscht war und in dem sie lange Zeit seitwärts ging. Indes hatte der Aufschwung nicht ausgereicht, um das immer noch gültige Fünf-Jahres-Hoch bei 29,13 Dollar, das die Aktie Anfang 2004 erreicht hatte, zu knacken. Auch der nachbörsliche Kursgewinn am Dienstag war dafür nicht genug.

Vorerst letzte Chance auf neue Hochs?

Schwerer wiegt, dass auch das Januarhoch bei 28,92 Dollar nicht überboten werden konnte und damit der Aufwärtstrend noch nicht wieder bestätigt wurde. Dies wäre aber dringend erforderlich. Sollte die Notierung an dieser Hürde oder aber am Fünf-Jahres-Hoch scheitern, besteht die Gefahr, dass der Ausbruch der vergangenen Monate ebenfalls scheitert. In diesem Fall droht sogar ein Rückfall bis unter die Marke von 24 Dollar, schlimmstenfalls sogar in den Bereich zwischen 17 und 20 Dollar, in dem die Aktie zwischen Ende 2004 und Anfang 2006 gehandelt wurde.

Denn trotz der guten Zahlen ist die Aktie bei Kurs-Gewinn-Verhältnissen auf Basis der Analystenschätzungen von 22 für das laufende und 19 für das kommende Geschäftsjahr schon recht gut bewertet.

Es kommt daher auf den regulären Handel in Amerika an, so dass am Vormittag vorsichtige Positionen aufgebaut werden können, die sich am Nachmittag noch weiter ausbauen lassen, sollten die Voraussetzungen dafür erfüllt sein. Im schlechtesten Fall sollte außer Spesen nichts gewesen sein. Fällt indes die kritische Marke, so könnte auch bald ein neues Sechs-Jahres-Hoch anstehen. Indes sollte man dann nicht von weiteren Hochs träumen. Denn Kurse wie zur Zeit der Internetblase im Jahr 2000 von bis zu 80 Dollar sind einfach unrealistisch.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @mho
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