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Telekommunikation Aktie von Orascom Telecom auf Rekordkurs

27.09.2004 ·  Mit einem eindrucksvollen Aufwärtstrend reagiert die Aktie von Orascom Telecom auf deutliches Umsatz- und Gewinnwachstum. Die Aktie scheint angesichts der Wachstumsmöglichkeiten weiterhin interessant zu sein.

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Nach der Aktieneuphorie der neunziger Jahre und der nachfolgenden Ernüchterung brachte das Jahr 2003 den Aktienanlegern wieder etwas Freude. Es dürfte allerdings kaum verwunderlich sein, wenn sie im laufenden Jahr wieder ernüchtert worden sind und zurückhaltend werden. Zumindest dann, wenn sie auf die Kursentwicklung der bekannten Indizes schauen.

Insbesondere auch auf den Dax-Index. Denn dieser kann im laufenden Jahr nicht brillieren. Da die deutschen Aktionäre mehrheitlich auf den deutschen Markt fixiert sind, möglicherweise auch noch etwas auf den angeblichen Wachstumsmarkt Amerika, so laufen sie Gefahr, gewissermaßen „betriebsblind“ zu werden. Denn ohne den Blick über den Tellerrand zu werfen, verpassen sie nicht selten interessante Chancen.

Wachstumsaktie im Telekommunikationsbereich

Denn trotz aller medialen Unkenrufe gibt es Finanzmärkte und auch Einzelaktien, die in den vergangenen Monaten eine phantastische Kursentwicklung an den Tag legten. Dazu gehört beispielsweise die Aktie des ägyptischen Telekommunikationsunternehmens Orascom Telecom Holding. Nach dem Börsengang im Juli des Jahres 2000 geriet das Papier im Rahmen des sich gerade etablierenden „Telekom-Bashings“ in einen Abwärtstrend, der es vom Ausgabepreis von 55,57 ägyptischen Pfund bis auf eine Tief von gerade noch 6,54 Pfund im November des Jahres 2002 führte. Das war ein Kursverlust von 88 Prozent.

Dann kam es allerdings zur Trendwende. Die Aktie konnte einen eindrucksvollen Aufwärtstrend etablieren, der im Kurshoch vor wenigen Tagen auf bis zu 196 Pfund führte. Aktuell liegt die Aktie bei 183 Pfund. Das entspricht - ausgehend von Tief - einem Kursgewinn von knapp 2.700 Prozent in nicht ganz zwei Jahren.

Diese Entwicklung kommt nicht von Ungefähr, denn das Unternehmen erzielte in den vergangenen Jahren - mit einer Ausnahme im Jahr 2001 - nicht nur satte Gewinne, sondern konnte den Umsatz massiv steigern. Für das laufende Jahr und die kommenden Jahre werden nicht nur deutliche Gewinnsteigerungen prognostiziert, sondern auch geliefert. In der ersten Hälfte des laufenden Jahres konnte die Anzahl der Nutzer im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 93 Prozent auf 9,2 Millionen gesteigert werden. Zwischen dem ersten und dem zweiten Quartal lag der Zuwachs bei 14 Prozent.

Starkes Umsatz- und Gewinnwachstum

Der Umsatz legte im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 106 Prozent auf mehr als 5,4 Milliarden Pfund oder 700 Millionen Euro zu. Das operative Einkommen vor Steuern und Abschreibungen um 153 Prozent und der Nettogewinn um 743 Prozent auf 1,155 Milliarden Pfund, 150 Millionen Euro oder 10,53 Pfund je Aktie. Die Nettoverschuldung lag zum Ende des ersten Halbjahres bei 4,681 Milliarden Pfund oder umgerechnet 610 Millionen Euro.

Das Unternehmen konzentriert sich auf den Aufbau und den Unterhalt von Mobilfunknetzen in Algerien, Ägypten, Pakistan, Tunesien, im Irak, Simbabwe, Kongo Brazzaville und der Demokratischen Republik Kongo. Die Marktanteile liegen nach eigenen Angaben zwischen 3,8 Prozent in der Demokratischen Republik Kongo, 53, Prozent in Ägypten, knapp 87 Prozent in Algerien bis hin zu 100 Prozent in der zentralen Region des Irak.

Aktie im Aufwärtstrend

Nach den ersten sechs Monaten hat das Unternehmen nicht nur schon 80 Prozent des von Analysten prognostizierten Gewinnes erzielt, sondern die Aktie ist alleine auf dieser Basis mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 17,5 im Vergleich mit dem rasanten Wachstum günstig bewertet. Sollte sich der Gewinn im Gesamtjaht auch nur linear entwickeln, wäre die Aktie mit einem KGV von 8,6 außerordentlich günstig. Der Trend zeigt nach wie vor nach oben.

Grundsätzlich dürfte der Markt in den Regionen, in welchen das Unternehmen tätig ist, noch deutliches Wachstumspotential haben. Allerdings gibt es sicherlich auf Risiken. Die dürften einerseits in den vergleichsweise niedrigen Einkommen in diesen Staaten liegen und zum anderen in der relativen politischen und makroökonomischen Instabilität und dem denkbaren Aufkommen von neuer Konkurrenz. Auf dieser Basis dürften Absicherungsstrategien und eine gewisse Risikotoleranz Voraussetzung sein, um sich die Aktie ins Depot zu legen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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