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Telekommunikation Aktie von Ericsson fällt nach Gewinnwarnung durch

16.10.2007 ·  Mit Kursverlusten von bis zu 26,4 Prozent reagiert die Aktie des schwedischen Unternehmens Ericsson auf eine Umsatz- und Gewinnwarnung. Die Margen sind rückläufig. Das Papier ist nur optisch günstig.

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Mit deutlichen Kursverlusten von bis zu 26,4 Prozent auf 19,56 Kronen im bisherigen Tagestief startet am Dienstag die Aktie des schwedischen Technologieunternehmens Ericsson in den Handel an der Börse. Denn im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres fielen sowohl Umsatz als auch Gewinn geringer aus, als sich das Unternehmen selbst das vorgestellt hatte.

Der Umsatz legte nach vorläufigen Schätzungen auf Basis der fortgeführten Geschäftsfelder im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 6,4 Prozent auf 43,5 Milliarden schwedische Kronen zu, während das Nettoergebnis bei einem operativen Ergebnis von 5,6 Milliarden Kronen um 35,5 Prozent auf vier Milliarden Kronen zurückging.

Deutlicher Margenrückgang

Der Cashflow war negativ und lag bei minus 1,6 Milliarden Kronen. Dramatischer ist jedoch die Entwicklung der Margen: Die Bruttomarge fiel von 38,2 auf 35,6 Prozent und die operative Marge sogar von 21,2 auf 12,9 Prozent. Das ist deutlich.

Das Unternehmen macht denn auch eine „unerwartete Entwicklung im betrachteten Quartal“ dafür verantwortlich, die sich vor allem in ausbleibenden Umsätzen im Geschäftsbereich zeigten, der Netzwerkprodukte für die mobile Kommunikation entwickelt und herstellt. Insgesamt habe das zu einer unvorteilhaften Mischung der geschäftlichen Aktivitäten geführt, die die Margen gedrückt hätten, erklärte Carl-Henric Svanberg, President and Chief Executive Officer von Ericsson.

Das Netzwerkgeschäft expandiere am deutlichsten in jenen Regionen und Märkten, in welchen neue Infrastruktur installiert werde. Allerdings zeichneten sich entsprechende Kontrakte durch harten Wettbewerb aus, da sie die Grundlage für das längerfristige Geschäft seien. Bisher habe dieser Margendruck ausgeglichen werden können, durch die Vergrößerung der Netzwerke oder durch Qualitätsverbesserungsmaßnahmen. Solche Geschäfte seien eher kurzfristiger und damit zyklischer Natur. Im dritten Quartal seien sie schwächer ausgefallen, als in den Perioden zuvor. Das gelte auch für den Verkauf von „hochmargiger“ Software, teilte Ericsson weiter mit.

Dagegen verliefen die Geschäfte in den anderen beiden Sparten „Professional Services“ und Multimedia robust und bei stabilen Margen. Das klingt zwar beruhigend, ist es allerdings nicht, wenn man die Umsatzverteilung betrachtet. Denn im dritten Quartal kamen satte 65,5 Prozent der Gesamterlöse aus dem Netzwerkbereich, 25,3 Prozent stammten von den „Professional Services“ und 9,2 Prozent wurden vom Bereich Multimedia generiert. Immerhin wachsen die beiden zuletzt genannten Sparten mit einem Plus von 26 und 31 Prozent deutlich.

Aktie optisch günstig - fragt sich nur, ob die Gewinnschätzungen adäquat sind

Regional wuchs die Region Zentral- und Osteuropa, Naher Osten und Afrika mit einem Plus von 12 Prozent am deutlichsten, gefolgt von Westeuropa mit einem Umsatzwachstum von sieben Prozent, Nordamerika mit plus vier Prozent, Asien-Pazifik mit plus drei Prozent und Lateinamerika mit plus einem Prozent. Das zeigt, dass Ericsson vor allem in den Wachstumsregionen Asiens und Südamerikas gegenwärtig nur vergleichsweise schwach wachsen kann.

Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 11,1 und zehn auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr scheint die Aktie von Ericsson inzwischen optisch zwar sehr günstig zu sein. Allerdings sind sehr wahrscheinlich die Gewinnschätzungen noch zu hoch. Zudem drängt sich aufgrund ähnlicher Entwicklungen im Netzwerkgeschäft bei Nokia und Siemens die Vermutung auf, der Margendruck könne anhalten und die die Gewinnentwicklung allgemein erodieren lassen.

In diesem Sinne dürfte man die Aktie bis auf weiteres kritisch betrachten müssen, zumal sie charttechnisch eindeutig auf ein tieferes Niveau zurückgefallen ist. Sollte sie auch noch unter die Unterstützung bei 20 Kronen je Aktie fallen, wäre das in kritisches Zeichen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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