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Technologiewerte An der Intel-Aktie führt kurzfristig kein Weg vorbei

14.10.2009 ·  Intel begeistert die nach positiven Nachrichten dürstenden Anleger mit Zahlen über den Erwartungen und einem optimistischen Ausblick. Da dürfte die hohe Bewertung der Aktie erst einmal eine untergeordnete Rolle sielen.

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Was Alcoa für die NYSE und die Standardwerte, ist Intel für die Nasdaq und die Technologiewerte. Und nach der Reaktion auf die Zahlen, die der Prozessorenbauer am Dienstag nach Börsenschluss vorlegte zu urteilen, steht den beiden ein goldenes Zeitalter bevor. Der Nasdaq-100 After Hours Indicator, der die nachbörsliche Bewegung der Kurse an der Technologiebörse misst, stieg am Dienstagabend um 0,8 Prozent auf 1743,62 Zähler. Das ist spektakulär für den Index, der sich sonst zumeist nur zwischen 0 und 0,1 Prozent bewegt.

Intel-Aktien stiegen um 4,4 Prozent auf 21,40 Dollar. Dabei waren die Geschäftszahlen für das abgelaufene dritte Quartal gar nicht so gut, wie nach der Reaktion anzunehmen wäre. Der Umsatz fiel um acht Prozent auf 9,4 Milliarden Dollar. Der Gewinn lag den Angaben zufolge bei 1,9 Milliarden Dollar oder 33 amerikanischen Cents pro Aktie nach 2,01 Milliarden Dollar oder 35 Cents je Aktie im Vorjahresquartal.

Mehr als prognostiziert

Das alles war jedoch mehr als Analysten postuliert hatten, die ihre Prognosewerte auf durchschnittlich 28 Cents Gewinn je Aktie bzw. 9 Milliarden Dollar beziffert hatten.

Doch vor allem heizt Intel mit einem zuversichtlichen Ausblick auf den Rest des Jahres die Erwartungen an die Erholung der Branche an. Für das besonders wichtige Weihnachtsquartal rechnet der Chipriese mit einem Umsatz zwischen 9,7 und 10,5 Milliarden Dollar, während die Analysten als Referenzwert bislang lediglich 9,5 Milliarden Dollar angeben. Die Bruttogewinnmarge soll zwischen 59 und 65 Prozent betragen.

„Was wir gesehen haben war ein gesunder Start in das neue Schuljahr, gesunde Verkäufe in China und die Aufstockung der Lagerbestände in der Lieferkette auf das, was ich ein gesundes Niveau nenne“, sagte Intels Finanzvorstand Stacy Smith.

Prognose begeistert Analysten

Die Analysten überschlugen sich denn auch: „Das sind höchst willkommene Nachrichten für den gesamten High-Tech-Bereich“, kommentierte die ITIC-Analystin Laura Didio die Intel-Zahlen. „Sie zeigen, dass wir auf dem Weg der Besserung sind. Es ist eine Wende.“ Auch Roger Kay von Endpoint Technologies teilte diese Einschätzung: „Das ist ein gesundes Zeichen für den gesamten Sektor.“

Auch der sonst nicht eben als Enthusiast bekannte Marc Faber rät zum Kauf von Intel-Aktien. „In einer Rezession wie dieser gewinnen starke Unternehmen Marktanteile auf Kosten der schwächeren, weil sie Geld für Investitionen, Forschung und Entwicklung haben“, sagte der Investor dem Fernsehkanal Bloomberg Televison. „Und schrecklich teuer ist die Aktie auch nicht.“

Das ist womöglich eine Frage des Standpunkts, zumal Intel seine Investitionspläne etwas kappt, was Börsianer als kleinen Wermutstropfen vor allem für Chipausrüster werten. Auf Basis der durchschnittlichen Analystenprognosen und des Schlusskurses im regulären Handel beträgt das Kurs-Gewinn-Verhältnis für das laufende Jahr immerhin 26 und für das kommende Jahr immer noch 17. Die Marktkapitalisierung liegt bei mehr als dem Dreifachen des Umsatzes und zudem zahlt der Konzern nur eine bescheidene Dividende mit einer Rendite von 2,8 Prozent.

Ein Wachstumswert ist Intel aber nicht. Da ändert es auch nicht viel, dass Umsatz und Gewinn jetzt vielleicht doch einen Schnaps besser ausfallen als ursprünglich erwartet. Zudem wird der Umsatz trotz eines prognostizierten Zuwachses von knapp 9 Prozent auch im kommenden Jahr das Niveau von 2008 allenfalls knapp erreichen.

Kurssprünge vieler Tech-Aktien

Allein gegen den Markt kommt niemand an. „Das ist ein unglaublich wichtiger Bericht für den Markt“, sagt Fondsmanager Michael Shinnick von Wasatch Advirsors. „Die Technologiebranche ist die führende Branche am Aktienmarkt in diesem Jahr.“

Und so führt zumindest am Mittwoch an Intel und Technologiewerten kein Weg vorbei. Intel gilt als Barometer für den globalen PC-Markt und nachdem der Halbleiterhersteller National Semiconductor schon Mitte September die Wachstumshoffnungen mit besser als erwartet eingestuften Zahlen und Prognosen beflügelte, sind der Begeisterung jetzt erst einmal nur wenig Grenzen gesetzt.

Die amerikanischen Aktienfutures legten nach Vorlage der Zahlen kräftig zu, die Aktienkurse des schwer angeschlagenen Konkurrenten AMD legten um 5,3 Prozent zu. Auch die Aktien von Dell, Hewlett-Packard, IBM und Microsoft legten zu.

Die Intel-Aktie dürfte zunächst einmal auf die Marke von 22,50 Dollar zuhalten, wo ein Widerstand aus dem Doppelgipfel der Jahre 2006 und 2007 wartet. Ob die Notierung aber aus ihrem säkularen Abwärtstrend, der seit 2002 anhält wird ausbrechen können, bleibt abzuwarten. Dazu müsste das Fünf-Jahres-Hoch von 28,71 Dollar aus dem Jahr 2005 überwunden werden. Und das ist angesichts der Bewertung doch fraglich, die auf dem Weg nach oben wieder mehr Bedeutung erlangen wird, als dies zur Zeit der Fall ist.

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