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Technologie Yahoo-Aktie hält sich besser als jene von Intel

13.10.2004 ·  Intel und Yahoo erfüllten mit ihren Quartalszahlen in etwa die Erwartungen. Der Ausblick von Intel ist allerdings eher verhalten, der von Yahoo positiv. Im Gegensatz zu Intel ist die Aktie allerdings astronomisch bewertet.

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Mit leichten nachbörslichen Kursgewinnen reagierten sowohl die Aktien des Chipherstellers Intel als auch jene des Internetunternehmens Yahoo auf die Umsatz- und Ertragszahlen des dritten Quartals des laufenden Geschäftsjahres. Die Papiere von Intel legten bis zu 3,5 Prozent auf 21 Dollar zu, die Kursgewinne bei Yahoo fielen dagegen mit bis zu 1,7 Prozent etwas verhaltener aus.

Intel hat den Gewinn dank einer starken Nachfrage der PC-Hersteller und hohen Umsätzen in Asien um 15 Prozent gesteigert. Der Ausblick ist allerdings nicht sonderlich prickelnd. „Wir spüren, daß die Nachfrage etwas schwächer ist als man üblicherweise saisonal erwarten könnte", blickte Finanzchef Andy Bryant nach vorne. Für das laufende Vierteljahr stellte Intel einen Umsatz zwischen 8,6 und 9,2 Milliarden Dollar in Aussicht. Analysten erwarteten bisher im Schnitt 9,1 Milliarden Dollar.

Intel konnte geringe Erwartungen kaum noch enttäuschen - verhaltener Ausblick

Im dritten Quartal zum 25. September stieg der Intel-Gewinn auf 1,9 Milliarden Dollar oder 30 Cent je Aktie von 1,66 Milliarden Dollar im Vorjahr. Darin sind allerdings Steuervorteile von 3,6 Cent je Aktie enthalten. Der Umsatz kletterte zum Vorjahr um acht Prozent und zum Vorquartal um fünf Prozent auf 8,5 Milliarden Dollar und lag damit geringfügig über den Erwartungen. „Selbst ein moderates Verfehlen wäre besser gewesen, als das, was manche Leute befürchtet haben", sagte Marshall Front von Front Barnett Associates. Die Befürchtungen hatten sich in den vergangenen Tagen im sinkenden Aktienkurs von Intel niedergeschlagen. Allein am Dienstag hatten die Papiere an der Nasdaq rund zwei Prozent verloren, seit Jahresbeginn büßten sie mehr als 35 Prozent ein.

Eine Steigerung des Online-Werbegeschäfts und Sondererträge aus dem Verkauf der Beteiligung am Konkurrenten Google haben dazu geführt, daß das Internetunternehmen Yahoo den Gewinn im dritten Quartal etwas mehr als verdreifachen konnte. In den drei Monaten zum 30. September sei ein Netto-Gewinn von 253,3 Millionen Dollar oder 17 Cent je Aktie erwirtschaftet worden, der Konzern am Dienstag nach Börsenschluß mit. Vor einem Jahr hatte Yahoo einen Netto-Gewinn von 65,3 Millionen Dollar oder fünf Cent pro Anteilschein ausgewiesen. Ohne Sondereinflüsse stieg der Yahoo-Gewinn auf 124 Millionen Dollar oder neun Cent je Aktie. Damit traf das Unternehmen die Erwartungen der Analysten.

Yahoo wächst deutlich - Aktie astronomisch bewertet

Den Umsatz ohne Gebühren, die Yahoo an seine Werbepartner zahlte, bezifferte das Unternehmen auf 655,4 Millionen Dollar nach 356,8 Millionen Dollar im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Damit lag das Unternehmen über der durchschnittlichen Analystenerwartung von 644,7 Millionen Dollar. Für das vierte Quartal sagte Yahoo 710 bis 760 Millionen Dollar voraus. Analysten rechneten bislang mit 694 bis 774,2 Millionen Dollar.

Während sich damit das Geschäft von Yahoo wesentlich dynamischer zu entwickeln scheint, als jenes bei Intel, ist die Bewertung der Aktie jenseits von gut und böse. Denn mit Kurs-Gewinnverhältnissen (KGV) von 102 und 73 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr wird das Wachstum extrem teuer bezahlt. Dagegen fallen die KGVs von Intel mit 18,34 und 17,23 im historischen Vergleich geradezu bescheiden aus. Allerdings sind hier wohl auch keinen überproportionalen Wachstumsraten mehr zu erwarten und der Ausblick ist eher bescheiden.

Gleichzeitig macht die Intel-Aktie charttechnisch keinen guten Eindruck. Das Papier hat den im vergangenen Jahr etablierten Aufwärtstrend längst wieder nach unten gebrochen und befindet sich in einem neuen Abwärtstrend. Bleibt nur zu hoffen, daß die Weltkonjunktur nicht deutlicher und damit die Nachfrage nach den Produkten nicht nachläßt. Die am Mittwoch gelieferten Informationen über den schwachen Auftragseingang bei Micronas machen diesbezüglich wenig Mut. Bleibt nur zu hoffen, daß sich das Papier auf der erreichten Unterstützungszone halten kann.

Der Chart von Yahoo dagegen sieht noch wesentlich dynamischer aus, auch wenn er in den vergangenen Monaten Konsolodierungstendenzen anzeigt. Sollte die Aktieneuphorie wieder einsetzen und das Papier nach oben ausbrechen lassen, könnte sie weiteres Potential haben. Allerdings sind die Risiken auf Grund der überteuerten Bewertung hoch. Sollten Anleger risikoaverser werden, dürften unter Umständen massive Kursverluste nicht ausgeschlossen sein. Absicherungsstrategien drängen sich bei dieser Aktie förmlich auf.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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