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Technologie Süss Microtec-Aktie profitiert von IBM-Partnerschaft

14.09.2004 ·  Eine Kooperations-Ankündigung mit IBM beflügelt kurzfristig die Aktie von Süss Microtec. Dabei ist sie Zukunftsmusik - und die Details sind noch unklar. Die Aktie ist kein Schnäppchen und hat eine Widerstandszone erreicht.

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Mit Kursgewinnen von bis zu 17,3 Prozent auf 7,42 Euro im bisherigen Tageshoch reagiert die Aktie von Süss Microtec am Dienstagvormittag auf die Bekanntgabe einer Kooperation mit dem weltgrößten Computerhersteller IBM.

Dabei geht es um die Entwicklung und Vermarktung der von IBM patentierten nächsten Generation der C4-Technik. Unternehmenschef Franz Richter hatte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters eine Verdreifachung des Umsatzpotentials im Unternehmensbereich Packaging angekündigt. Die Auslieferung der ersten Maschinen werde in der zweiten Jahreshälfte 2005 starten.

Unternehmen will im laufenden Jahr schwarze Zahlen erreichen

Süss fertigt Ausrüstung für die Halbleiterbranche, die nach der Herstellung der Chips im so genannten „Backend“ zum Einsatz kommt. Hier geht es unter anderem darum, den Mikrochip in ein Gehäuse einzusetzen und über Kontakte mit diesem zu verbinden. Dieses so genannte Packaging ist in mehrere Schritte aufgeteilt. Hier kann Süss nach Worten Richters künftig für ein breiteres Spektrum als bislang Fertigungsgeräte anbieten. Süss hat die Möglichkeit, Lizenzgebühren für jede mit der C4NP-Technologie produzierte Siliziumscheibe, auch Wafer genannt, einzufordern. Richter ließ allerdings offen, wie hoch die Einnahmen ausfallen werden. Er bekräftigte aber die Prognose für das laufende Geschäftsjahr, wonach das Unternehmen operativ schwarze Zahlen bei einem Umsatz von 115 bis 120 Millionen Euro erreichen will.

Analysten äußerten sich positiv und kündigten eine Überprüfung ihrer bisherigen Prognosen für das Unternehmen an. SES Research will seine Einschätzung insbesondere für die Geschäftsjahre ab 2006 überarbeiten. „Den bisher genannten Fair Value von 8,30 Euro je Aktie sehen wir nun als Untergrenze", erklären die Experten weiter, die ihre Anlage-Empfehlung für Süss mit „Outperformer“ bekräftigten. Die Analysten des Brokerhauses Equinet wollen dagegen erst noch weitere Informationen beispielsweise zu den Kosten für Forschung und Entwicklung oder dem Auftragseingang abwarten, ehe sie ihre Schätzungen ändern. Derzeit empfehlen sie die Aktien bei einem Kursziel von 8,50 Euro zum Kauf.

Kooperation noch Zukunftsmusik

Insgesamt wird allerdings deutlich, daß es sich hier noch um Zukunftsmusik handelt, die die Ergebnisse des laufenden und des kommenden Jahres sicherlich nicht positiv beeinflussen wird. Eher im Gegenteil, sollte das Unternehmen nun zunächst einen zusätzlichen Aufwand betreiben müssen.

Die Aktien von Süss Microtec gehören im TecDax für 30 mittelgroße deutsche Technologieunternehmen mit einem Gewicht von 0,913 Prozent zu den Leichtgewichten. Trotz der jüngsten Kursgewinne hat das Papier im bisherigen Jahresverlauf bisher einen Verlust von etwas mehr als 34 Prozent verbucht und liegt knapp 43 unter dem Jahreshoch von 12,60 Euro. Ausgehend vom jüngsten Zwischentief bei 4,5 Euro in der Mitte des vergangenen Monats hat die Aktie mittlerweile aber wieder 58 Prozent zugelegt und dabei auch den im Februar etablierten kurzfristigen Abwärtstrend überwunden. Allerdings ist das Papier nun in einer ziemlich massiven Widerstandszone zwischen sieben und acht Euro angelangt und dürfte zumindest aus technischer Sicht erst dann weiteres Kurspotential haben, wenn sie überwunden worden ist.

Das kann sehr wahrscheinlich nur in einem anhaltend positiven Umfeld passieren. Denn noch fehlen die entscheidenden Informationen, die die Aktie fundamental interessanter erscheinen lassen können. Die Konsensprognosen gehen von einem Verlust oder nur sehr kleinen Gewinn im laufenden Jahr aus. Auf Basis der Gewinnschätzungen für das kommende Jahr ist die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 16 nicht billig. Insofern wäre die Aktie nur dann wirklich günstig, wenn die Wahrscheinlichkeit auf deutlich höhere Gewinne zunähme.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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