Mit Gleichmut nehmen die Börsianer am Dienstag die Gewinnwarnung von Philips auf. Obwohl der niederländische Konsumelektronikhersteller binnen weniger Wochen zum zweiten Mal die Ergebnisprognose nach unten korrigieren musste, bleibt eine starke Abstrafung beim Aktienkurs aus. Bis gegen 11.00 Uhr fällt die Aktie um vergleichsweise moderate 1,70 Prozent auf 31,80 Euro, nachdem sie phasenweise sogar im Plus gelegen hatte.
Die gelassene Reaktion hat aus Sicht von Marktteilnehmern zwei Gründe. Zum einen sei nach dem jüngsten Kursrutsch bereits viel Negatives im Kurs vorweg genommen gewesen. Zum anderen warte alles wie gebannt auf den US-Zinsentscheid am Abend, und vor diesem Hintergrund verblassten alle anderen Ereignisse.
Erwartungshaltung bereits niedrig
Nicht nur für Robert Halver, Analyst beim Bankhaus Delbrück, steht jedenfalls fest: „Wir hatten bereits einiges vorweg genommen. Die Märkte preisen negative Überraschungen schon vorab ein.“ Auch Halver hatte bereits im Vorfeld die Gewinnschätzungen nach unten korrigiert, die auf übergewichten lautende Anlageempfehlung aber bekräftigt.
Für Halver hat die gelassene Kursreaktion aber auch mit der „Großwetterlage“ zu tun. Die Liquidität bei den institutionellen Anlegern sei inzwischen so groß, dass eine Liquiditätshausse nicht mehr auszuschließen sei. Zumal nach einem Bombardement an schlechten Nachrichten in den vergangenen Monaten das Fass inzwischen voll sei. Für die weitere Kursrichtung von Philips und am Gesamtmarkt sei der bevorstehende US-Zinsbeschluss entscheidend. An der nachfolgenden Reaktion auf die Entscheidung werde man ablesen können, wohin die Reise in den nächsten Wochen gehen wird.
Eingetrübte Charttechnik
Rein charttechnisch betrachtet gibt es für die Philips-Aktie derzeit aber kaum Hoffnung auf nachhaltige Besserung. Die Tatsache, dass zuletzt immer wieder neue Tiefs markiert wurden und dabei auch die Unterstützungszone um 34 Euro unterboten wurde, mahnt zur Vorsicht. Selbst ein Rückfall bis auf 26 Euro scheint im Falle eines allgemein schwachen Marktumfeldes nicht ausgeschlossen. Bessern würde sich die Lage streng genommen erst wieder bei Überwinden des Abwärtstrends, und damit bei Kursen über 39 Euro.