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Technologie Philips-Aktie profitiert von Sonderfaktoren

16.10.2006 ·  Philips Electronics konnte im dritten Quartal den Gewinn aufgrund von Sondererträgen verdreifachen, während das operative Geschäft eher enttäuscht. Eine angekündigte Sonderausschüttung deutet auf eine interessante Rendite hin.

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Wenn ein Unternehmen seinen Gewinn verdreifacht, hört sich das zunächst zu an, allerdings ist das in der Regel nur in besonderen Umständen möglich. Zum Beispiel dann, wenn ein größeres Unternehmen mit einem großen Umsatz nach einer schwierigen Phase in die Gewinnzone zurückkehrt oder wenn es Unternehmensteile verkauft.

Aus diesem Grund ist ein näherer Blick nötig, ob sich der Gewinn wiederholen läßt oder nicht. So auch im Fall von Royal Philips Electronics. Das Unternehmen habe denn Nettogewinn im dritten Quartal des laufenden Jahres verdreifacht, hieß es am Montag. Allerdings war dies nur dank des Verkaufs ihrer Halbleitersparte möglich, während das Unternehmen operativ schwächer als erwartet abschnitt. Aus dem fortgeführten Geschäft erwirtschaftete das Unternehmen gerade einmal ein ausgeglichenes Ergebnis aus dem fortgeführten Geschäft von einer Million Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen hier noch ein Ergebnis von 1,4 Milliarden Euro ausgewiesen.

Das operative Geschäft enttäuscht tendenziell

Der Ertrag aus dem nicht fortgeführten Geschäft lag den Angaben zufolge bei 4,241 Milliarden Euro. Damit summiert sich das Nettoergebnis auf 4,242 Milliarden Euro nach 1,436 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Das operative Geschäft entwickelte sich im Berichtszeitraum schwächer als erwartet. Beim Umsatz und dem Ergebnis vor Steuern (Ebit) und Zinsen verfehlte Philips die eigenen Prognosen. Der Umsatz stieg um ein Prozent auf 6,3 Milliarden Euro. Das Ebit vor Sonderposten fiel auf 290 Millionen von 353 Millionen Euro. Im Zusammenhang mit Asbest- Haftungsfragen habe das Unternehmen eine Sonderaufwendung von 265 Millionen Euro verbucht. Das berichtete Ebit lag damit bei 25 Millionen Euro. Philips hatte einen Quartalsumsatz von 6,4 Milliarden Euro und ein EBIT auf vergleichbarer Basis von 299 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Belastend für die Umsatz- und Ergebnisentwicklung wirkte sich die Sparte Consumer Electronics aus. Bei einem Umsatzrückgang um fünf Prozent auf 2,4 Milliarden Euro fiel das Ebit auf 54 Millionen Euro von 164 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Anfang September hatte Sparten-CEO Rudy Provoost gesagt, sein Geschäftsbereich werde im laufenden Jahr möglicherweise das operatives Margenziel von vier bis 4,5 Prozent verfehlen. Im dritten Quartal lag die operative Marge bei 2,2 Prozent, nach 6,5 Prozent im Vorjahr. Im zweiten Quartal hatte CE lediglich 1,8 Prozent erwirtschaftet. Die Electronics-Sparte liefert mit einem Jahresumsatz von zuletzt 10,4 Milliarden Euro den größten Beitrag zum Konzernumsatz.

Interessante Sonderausschüttung angekündigt

In dem von Geschäftsbereich Medical Systems verbesserte Philips im Berichtszeitraum Umsatz und Marge. Bei einem Umsatzplus von drei Prozent auf 1,6 Milliarden Euro stieg das Ebit von 155 auf 186 Millionen Euro. Die operative Marge verbesserte sich um 1,7 Prozentpunkte auf 11,8 Prozent. Rückläufig entwickelten sich die operativen Margen in den Segmenten Domestic Appliances and Personal Care - der Umsatz legte um 18 Prozent auf 614 Millionen Euro zu, das operative Ergebnis lediglich um 3,3 Prozent auf 94 Millionen Euro - und Lighting. In der Beleuchtungssparte kletterte der Umsatz um 16 Prozent auf 1,37 Milliarden Euro und das operative Ergebnis um 8,5 Prozent auf 141 Euro.

Das Unternehmen denkt nach Angaben des Finanzchefs Pierre-Jean Sivignon daran, im laufenden Jahr an eine Sonderausschüttung von 2,5 Milliarden oder etwa zwei Euro vorzunehmen. Das entspräche auf Basis eines Aktienkurses von knapp 28 Euro einer Rendite von etwa sieben Prozent. Das macht die Aktie interessant, auch wenn sie es ansonsten mir Blick auf die operative und charttechnische Entwicklung nicht unbedingt sein mag.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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