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Technologie Philips-Aktie in der Defensive

24.09.2004 ·  Eine Umsatzwarnung von Philips für das dritte Quartal kommt nicht überraschend, trotzdem dürfte sie die Aktie bremsen. Auch wenn Analysten den Titel für unterbewertet halten, der Chart ist angeschlagen.

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Ähnlich wie viele andere Werte konnte sich auch die Aktie des niederländischen Herstellers von Chips und elektronischen Gütern, Philips Electronics, vom März vergangenen Jahres bis zum selben Zeitraum im laufenden Jahr von ihrem Zwischentief erholen und bis zu 112,5 Prozent zugelegt.

Aber danach war es mit der Erholung vorbei, mittlerweile hat die Aktie davon wieder knapp 30 Prozent verloren. Am Donnerstag ging das Papier mit einem Minus von 1,36 Prozent bei 18,86 Euro aus dem Handel. Einer der Gründe für diesen Abschwung dürfte in der grundsätzlich verhaltenen Entwicklung der Börsen liegen. Dieses läßt sich mit einer gewissen Konjunkturskepsis, vor allem aber mit der Sorge über zu hohe Gewinnerwartungen begründen. Gerade auch im Chip-Geschäft kam es in den vergangenen Wochen zu zum Teil enttäuschenden Entwicklungen.

Gedämpfter Ausblick für die Halbleitersparte

Und Philips scheint diesbezüglich keine Ausnahme zu bilden. Denn das Unternehmen hat am Freitag seinen Ausblick für die Halbleitersparte gesenkt und rechnet nun für das dritte Quartal mit einem gleich bleibenden Umsatz zum Vorquartal. „Wir erwarten für das dritte Quartal, daß der Umsatz in Dollar um 27 Prozent über dem Vorjahreszeitraum liegt und der Umsatz zum Vorquartal gleich bleibt“, teilte der scheidende Chef der Halbleitersparte Scott McGregor am Freitag mit. Philips ist in Europa führend bei der Unterhaltungselektronik. „Wir werden uns weiterhin auf die Maßnahmen konzentrieren, die unserer Überzeugung nach unsere Konkurrenzfähigkeit in sich verändernden Marktbedingungen verbessern", sagte McGregor.

Im Juli hatte der Konzern mitgeteilt, er rechne im dritten Quartal zum Vorquartal mit einem Umsatzanstieg im niedrigen einstelligen Bereich. Damals hatte Philips seinen Ausblick für den Umsatz in diesem Jahr mit plus 28 bis 29 Prozent angegeben. Nun machte McGregor keine Angaben zum Jahresausblick mehr. Er hatte vor zwei Tagen überraschend seinen Rücktritt angekündigt, worauf die Philips-Aktien um rund fünf Prozent nachgaben. McGregor, der den Halbleiterbereich seit September 2001 führt, will Ende des Jahres auf eigenen Wunsch ausscheiden und soll durch Frans von Houten, den derzeitigen Chef der Sparte Unterhaltungselektronik, ersetzt werden. Die Halbleitersparte von Philips stellt vor allem Chips für Fernsehgeräte und Mobiltelefone her. Im ersten Halbjahr hatte sie einen Gewinn von 143 Millionen Euro erwirtschaftet. Dank der steigenden Nachfrage ist die Kapazität ausgelastet.

Optisch günstige Bewertung - charttechnisch angeschlagen

Händler sahen schon im Rücktritt McGregors einen Hinweis auf Schwierigkeiten im Halbleitergeschäft und reagierten mit Verkäufen. Die tatsächliche Senkung der Umsatzprognosen kam folglich nicht mehr ganz unerwartet. Die Mitbewerber hätten bereits ähnliche Erklärungen wegen der hohen Lagerbestände veröffentlicht, so Jan-Willem Berghuis von Kempen Research in einer Vorschau schon am Donnerstag. Insofern sei dies keine speziell schlechte Philips-Geschichte.

Allerdings werfe diese Entwicklung die Frage auf, ob der zyklische Aufschwung in der Branche zu einem Ende gekommen ist. Für das vierte Quartal erwartet Berghuis wieder einen Umsatzanstieg, befürchtet aber ein saisonal schwaches erstes Halbjahr 2005. Die Senkung des Chip-Umsatzausblicks sei im Philips-Kurs bereits berücksichtigt, fügt er hinzu. Deshalb sei es aus seiner Sicht eine denkbare Strategie, eine mögliche Philips-Schwäche am Freitag für Käufe zu nutzen. Immerhin liege die Summe der Einzelteile des Unternehmens bei 25 Euro.

Mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von knapp zehn auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr scheint die Aktie tatsächlich eher günstig zu sein. Die Frage ist allerdings, ob auch hier nicht die Gewinnschätzungen zu hoch angesetzt sein könnten. Denn der internationale Wettbewerb in den verschiedenen Unternehmensbereichen ist hat und dürfte die Gewinnmargen unter Druck setzen. Charttechnisch droht das Papier in den langfristigen Abwärtstrend zurückzufallen. Das wäre sicherlich kein gutes Zeichen. Kurzfristig dürfte es entscheidend sein, die Unterstützung bei 17,80 Euro zu halten. Wenn sie unterschritten werden sollte, erscheinen weitere Kursverluste denkbar zu sein. Vor allem dann, wenn die Entwicklung der Weltkonjunktur enttäuschen sollte.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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