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Technologie Logitech-Aktie wirkt nach Kurssprung gut bezahlt

 ·  Logitech hat im jüngsten Quartal den Gewinn erheblich und stärker als erwartet gesteigert sowie die Umsatzprognose angehoben. Die Anleger haben daraufhin der Aktie zu einem Kurssprung verholfen. Auf diesem Niveau wirkt sie gut bezahlt.

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Die Aktie von Logitech verzeichnet am Donnerstag ihre größten Tageskursgewinne seit zwei Jahren. An der Heimatbörse in Zürich legt die Notiz um knapp sechs Prozent auf 50,60 Euro zu, auf dem Frankfurter Parkett sogar um 9,4 Prozent auf 32,66 Euro; mithin nähert sich die Aktie dort wieder ihrem zu Monatsbeginn markierten Rekordhoch bei 34,19 Euro an.

Der Grund für den Kurssprung: Der Computerzubehörsteller, der unter anderem optische Mäuse und drahtlose Keyboards produziert, hat mit einer zweistelligen Steigerung von Reingewinn und Umsatz im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2005/06 (bis Ende März) abermals ein Rekordergebnis abgeliefert und den Jahresausblick angehoben.

Überschuß um 40 Prozent gesteigert

So sei der Reingewinn in den Monaten Juli bis Ende September um 40 Prozent auf 36,2 Millionen Dollar angezogen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Der Umsatz habe sich um 28 Prozent auf 422 Millionen Dollar verbessert. „Dank der unerwartet hohen Nachfrage konnten wir in diesem zweiten Quartal im Vorjahresvergleich unser bestes Umsatzwachstum seit über drei Jahren erzielen“, wird Logitech-Chef Guerrino de Luca zitiert. Zwölf von Reuters befragte Analysten hatten durchschnittlich mit 33 Millionen Dollar Gewinn und 392 Millionen Dollar Umsatz gerechnet. Das Ebit hatten sie im Schnitt bei 37 Millionen Dollar veranschlagt.

Wie bereits im Vorquartal habe sich der Absatz von Audioprodukten besonders gut - Logitech selbst spricht von „explosionsartig“ - entwickelt. Im Einzelhandel habe sich im Vergleich zum Vorjahresquartal der Umsatz mit Kopfhörern oder Lautsprecher, vor allem dank des Erfolgs von MP3-Abspielgeräte wie dem iPod von Apple, auf 74,6 Millionen Dollar mehr als verdoppelt. „Wir profitieren von wichtigen Entwicklungen - der wachsenden Popularität digitaler Musik, der Ausbreitung von Breitbandverbindungen und der zunehmenden Bedeutung des Personal Computer als Unterhaltungs- und Kommunikationsplattform“, so de Luca laut Reuters.

Bruttomarge unter Druck: „Am unteren Ende der Spanne“

Für das Geschäftsjahr erhöhte Logitech seine Prognose. Der Umsatz soll um 18 bis 20 Prozent zulegen, statt um die bisher erwarteten 15 Prozent. Auch das Wachstum des Betriebsergebnisses wird über den erwarteten 15 Prozent liegen, wie das Unternehmen vorhersagt.

Als Wermutstropfen bezeichnete der Vorstand die auf 31,4 von 33,2 Prozent im Vorjahresquartal gesunkene Bruttomarge. Im bereits begonnenen zweiten Halbjahr mit dem umsatzstarken Weihnachtsgeschäft werde dank sie Verbesserungen im Audiobereich allerdings vermutlich höher ausfallen. Die Bruttomarge werde gleichwohl am unteren Ende der Zielspanne von 32 bis 34 Prozent liegen.

Analysten kommentieren das Zahlenwerk wohlwollend. „Logitech hat die richtigen Produkte auf den Markt gebracht, und das zahlt sich aus“, wird Chistoph Ladner vom Bankhaus Sarasin von Bloomberg News zitiert. Ein Analyst einer anderen Schweizer Bank sagte zu FAZ.NET, die Zahlen seien sehr gut. Die neue Prognose sei weitgehend erwartet worden, was sich in den Schätzungen der Beobachter widerspiegele. Logitech sei mit seinen Produkten im Markt gut positioniert und ebenso geführt.

Aktie gilt unter Analysten als Halteposition

Der Analyst billigte Logitech zu, im nächsten Geschäftsjahr den Gewinn um 18 oder 19 Prozent zu steigern. „Mittelfristig ist aber eher mit 15 Prozent zu rechnen“, sagte der Beobachter. Angesichts dessen sieht er den Titel als fair bewertet an. Dieser Meinung ist auch Sarasin-Analyst Ladner, der das Kursziel bei 50 Franken gesetzt hat. Die UBS nennt in einer Aussendung von Donnerstag 48 Franken. Unter dem Strich gilt der Titel bei Analysten als Halte-Position.

Angesichts der auf ihren Schätzungen beruhenden Kurs-Gewinn-Verhältnisse von 21,4 für das laufende und 19,3 für das nächste Geschäftsjahr scheint dies ein guter Rat zu sein. Denn um diese Bewertung zu rechtfertigen, sollte Logitech jährlich den Gewinn um 20 Prozent steigern. Damit rechnen Analysten aber nicht. Falls Logitech die Erwartungen nicht übertrifft, könnte der Kurs auf längere Sicht unter Druck geraten.

Aus technischer Sicht ist fast alles in Butter. Der seit Oktober 2002 ausgebildete Aufwärtstrend ist intakt, der seit Juli vergangenen Jahres geltende ebenfalls. Lediglich den seit Mai ausgebildeten Aufwärtstrendkanal hat die Notiz nicht halten können, sie könnte aber, wenn Anleger die nächsten Tage nachkaufen, wieder in denselben laufen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @thwi mit Reuters
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