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Technologie : Linos-Aktie gewinnt wieder Auftrieb

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Diese Röntgenkamera von Linos liefert bis zu 50 Aufnahmen pro Sekunde Bild: Linos

2005 war für den Photonics-Anbieter Linos kein gutes Jahr. Nicht zuletzt die Insolvenz von Agfa Photo belastete die Umsätze. 2006 verspricht hingegen ein gutes Jahr zu werden. Die Anleger lohnten es am Freitag mit einem Kurssprung.

          Gegen jeden schwächlichen Markttrend konnte am Freitag die Aktie des Technologieunternehmens Linos deutlich zulegen. Das Papier beendete den Handel nicht weniger als 15 Prozent im Plus bei 11,70 Euro und konnte damit den Abwärtstrend nach oben durchbrechen.

          Nachdem der Aktienkurs im Zuge der Technologie-Baisse von 107,88 Euro im Tief 2002 bis auf 2,34 Euro gefallen war, hatte sich dieser ab 2004 wieder gut entwickelt können und stiege trotz eines eher schwachen Jahres 2005 bis auf 12,87 Euro im März. Dann aber hatte die Aktie konsolidiert und war im Zuge der allgemeinen Marktschwäche doch zuletzt deutlich abgestürzt.

          Ergebnisse 2005 von Agfa-Insolvenz belastet

          Die gute Erholung war seinerzeit zum einen einem kräftigen Umsatzanstieg von 70, 2 Millionen Euro im Jahr 2003 auf 88,1 Millionen Euro im Jahr 2004 geschuldet. Zum anderen Hatte sich die Ertragssituation deutlich verbessert. 2003 war operativ noch ein Verlust von 10,3 Millionen Euro angefallen, 2004 bereits ein gewinn von 6,7 Millionen. Unter dem Strich waren 5,4 Millionen Euro geblieben nach einem Verlust im Vorjahr von 9,6 Millionen.

          Bild: FAZ.NET

          Das Jahr 2005 war nicht sonderlich gut verlaufen. Der Konzernumsatz ging um 7,2 Prozent auf 81,7 Millionen Euro zurück, teilweise aufgrund von Portfoliobereinigungen, teilweise aufgrund der Schwäche des Halbleitermarktes und nicht zuletzt wegen der Insolvenz des Kunden Agfa Photo, der zur Stornierung von Aufträgen in Höhe von 2,5 Millionen Euro führte. Das operative Ergebnis fiel proportional auf neun Millionen Euro nach 9,7 Millionen im Vorjahr.

          Gut zeigt sich indes das laufende Geschäftsjahr. Der Umsatz belief sich im zweiten Quartal auf 21,6 Millionen Euro und lag damit leicht unter dem Wert des Vorquartals in Höhe von 21,9 Millionen Euro, übertraf aber den Vorjahreswert von 19,1 Millionen Euro um 13,1 Prozent. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2005 steigerte das Photonics-Unternehmen den Umsatz somit um 7,9 Prozent auf 43,5 Millionen Euro im Berichtszeitraum.

          2006 verspricht ein gutes Jahr zu werden

          Positiv entwickelt sich auch der Auftragseingang, der im zweiten Quartal um 38 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal auf 29,4 Millionen Euro anstieg. Im Halbjahresvergleich verzeichnete Linos beim Auftragseingang ein Plus von 27,6 Prozent. Dieser stieg von 36,9 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2005 auf 47,1 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2006.

          Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der Vorstand von Linos unverändert Umsatzerlöse in Höhe von 85 bis 88 Millionen Euro und ein operatives Ergebnis (Ebit) zwischen neun und 10,5 Millionen Euro.

          Linos versteht sich als Anbieter optischer Systeme. Im Geschäftsfeld Health Care & Life Sciences bietet man beispielsweise Meßsysteme zur Fluoreszenzdetektion, aber auch Röntgen- und Dentalkameras an. Im Bereich Industrial Manufacturing stellt man Laser, Modulatoren und Isolatoren her.

          Auf Basis der Analystenschätzungen für das laufende Jahr ist die Aktie trotz des jüngsten Kursanstiegs mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 11,5 noch immer moderat bewertet. Zwar ist auf den Geschäftsfeldern, auf denen Linos aktiv ist, nicht mit einem sprunghaften, sondern ehern einem soliden Wachstum zu rechnen, doch sollte dies zu einer stetigen Gewinnentwicklung beitragen, zumal Großinsolvenzen eher seltenere Ereignisse darstellen.

          Der Durchbruch durch die Trendlinien läßt auf weiteren Auftrieb hoffen. Indes muß sich die Aktie gegen einen starken Widerstand durchkämpfen, der zwischen 11,70 Euro (dem heutigen Schlußkurs) und 12,87 Euro (dem Vier-Jahres-Hoch) verläuft. Absicherungsstrategien könnend aber wohl nicht schaden.

          Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

          Quelle: @mho

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