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Technologie Die Aktie von Siemens ist leicht unterbewertet

24.01.2008 ·  Die Aktien von Siemens zählen heute zu den Gewinnern im Dax. Für gute Stimmung sorgen die neuesten Zahlen. Entscheidend für Anleger ist jedoch, dass Vorstandschef Löscher die Renditeziele angehoben hat. Das macht die Aktie attraktiver.

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Die Aktien von Siemens zählen am Donnerstag zu den Gewinnern im Dax. Das liegt jedoch weniger an den neuen Zahlen des Konzerns als an der generellen Korrektur des Aktienmarktes nach oben. Die Kurse schossen mehrere Prozent hoch, da muss ein Schwergewicht wie Siemens natürlich mit.

Das vergangene Quartal erfüllte die Erwartungen und bestätigte Analysten darin, dass sich das neue Vorstandsteam um Peter Löscher auf Kurs befindet. Gut war natürlich, dass Siemens im ersten Geschäftsquartal Gewinn und Umsatz kräftig gesteigert hat und dabei die Erwartungen der Analysten großteils übertroffen hat. Das stärkt die Stimmung für die Aktie, die noch immer mit den Nachwirkungen der schwarzen Kassen im Konzern zu kämpfen hat. Positiv zu werten ist auch, dass Vorstandschef Löscher für die Zukunft die Margenziele angehoben hat. Irritiert hat ihn dabei offenbar nicht, dass einige Bereiche nicht einmal die alten Ziele erfüllten.

Wenn ein so großer Konzern wie Siemens zudem Aktien zurückkauft, dann bedeutet dies zweierlei: Man verfügt über genügend Mittel, für die man keine bessere Verwendung findet und man hält die eigene Aktie für attraktiv bewertet. Aus Anlegersicht bedeutet der Rückkauf, dass das Abwärtspotential der Aktie begrenzt wird. Bis Ende April will Siemens Aktien im Wert von 2 Milliarden Euro zurückkaufen

Siemens hat Erfolg mit der Restrukturierung

Analysten bemängelten, die wichtige Medizintechnik-Sparte habe die Schätzungen verfehlt. „Die Anhebung der erwarteten Margen ist keine Überraschung und liegt nun im Rahmen der Ziele der Konkurrenz“, schrieb Analyst Roland Pitz von der Unicredit. Insgesamt zeigten aber die guten Zahlen, dass Siemens Erfolg mit der Restrukturierung des Konzerns habe. Die Einschätzung „Buy“ mit einem Kursziel von 121 Euro ließ er unverändert.

Auch Theo Kitz von Merck Finck rät weiterhin zum Kauf der Aktie. Die meisten Kennziffern hätten die Erwartungen übertroffen. Die Medizintechniksparte habe zwar mit einer operativen Marge von 12,5 Prozent die eigenen Ziele verfehlt, aber dennoch besser abgeschnitten als vom Markt erwartet.

Hoffen auf Löscher

Unterdessen hofft Siemens in der Schmiergeld-Affäre auf einen Vergleich mit den amerikanischen Behörden. Das ist auch dringend nötig, denn dies nähme einen weiteren Belastungsfaktor von der Aktie, die im übrigen nach dem Kursrutsch erstmals seit langer Zeit wieder einigermaßen fair bewertet ist. Jedenfalls, wenn man die offiziellen Gewinnschätzungen zugrunde legt. Die Optimisten setzen natürlich auf weiteren Schwung, denn der neue Vorstandschef in das Unternehmen bringen soll. Gemessen daran ist die Aktie sogar mit Blick auf das nächste Jahr leicht unterbewertet.

Denn Siemens will doppelt so stark wachsen wie die Weltwirtschaft; und das Ergebnis der Bereiche soll doppelt so stark zulegen wie der Umsatz. Damit sind wir bei einem Gewinnwachstum von etwa 15 Prozent. Das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt dagegen bei 13 und würde mit Blick auf das kommende Jahr auf gut 10 fallen.

Siemens bleibt also eine Löscher-Wette. Der versprach denn auch, das Ergebnis je Aktie „deutlich“ nach vorne bringen. Das betonte er sogar nochmals. „Wir wollen bei der Ertragskraft zu den Besten aufschließen.“ Hoffentlich nimmt er nur nicht den Mund schon ein wenig zu voll.

Sorge um den Kraftwerksbau

Zu fragen ist nun jedoch, ob manche der Kursziele von Analysten noch realistisch sind. So überprüfen die Analysten von M.M. Warburg gerade ihr Kursziel von 119 Euro. Auch deshalb, weil in den jüngsten Zahlen eine deutlich negative Überraschung der Sparte Power Generation enthalten gewesen sei. Aufgrund dieser Verlusten werde man die Gewinnschätzung für 2008 verringern müssen.

Denn der wichtige Bereich Kraftwerksbau schwächelte mit einer Marge von lediglich 4,5 Prozent bei vorgegebenen 10 bis 14 Prozent. Als Grund nannte Siemens Belastungen durch Projekte von mehr als 200 Millionen Euro. Finanzchef Joe Kaeser versprach in einer Analystenkonferenz aber rasche Besserung. Der Markt sei „sehr stark“. Im ersten Quartal war der Umsatz auf knapp 3 Milliarden Euro gestiegen, wohingegen das Bereichsergebnis von 169 auf 135 Millionen Euro zurückging.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht der FAZ-Redaktion wider.

Quelle: @stt mit Agenturmaterial von dpa-AFX, Reuters, vwd, Dow Jones
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