30.11.2007 · Die Aktie von Dell reagiert mit nachbörlsichen Kursverlusten auf die zwar positive Gewinnentwicklung im ersten Quartal, aber auf den verhaltenen Ausblick. Sie ist zudem teurer als die des Konkurrenten Hewlett-Packard.
Nach einem wahren Höhenflug mit satten Kursgewinnen in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts läuft die Aktie des amerikanischen Computerherstellers Dell nicht mehr rund.
Jedes Mal, wenn sie sich wieder einmal auf den Weg nach oben gemacht hat, lässt der Rückschlag nicht lange auf sich warten. Das scheint auch gegenwärtig wieder einmal der Fall zu sein. Denn nachdem die Aktie seit Mitte des vergangenen Jahres bis zu 62 Prozent zugelegt hatte, schien sie wieder in einem gewissen Konsolidierungsmodus übergegangen zu sein. Am Donnerstag verlor sie nachbörslich sogar in einem aufgrund der Zinssenkungserwartungen relativ positiven Umfeld sogar bis knapp zehn Prozent ihres Wertes.
Dell enttäuscht hohe Erwartungen unter anderem mit einem verhaltenen Ausblick
Dabei hatte das Unternehmen an sich mit einer Gewinnsteigerung im dritten Quartal des laufenden Jahres um 27,5 Prozent auf ein Nettoergebnis von 766 Dollar oder einem Ergebnis je Aktie von 0,34 Dollar die Analystenerwartungen von 0,35 Dollar Gewinn je Aktie weitgehend erfüllen können. Vor Sondereffekten gab Dell den Gewinn je Aktie mit 0,35 Dollar an - womit die Prognose der Analysten genau getroffen worden wäre. Die Bruttomarge erhöhte sich von 16,6 auf 18,5 Prozent. Der Umsatz sei um 8,5 Prozent auf 15,6 Milliarden Dollar geklettert, ließ das Unternehmen weiterhin verlauten und lag damit leicht über den Erwartungen des Marktes.
Auf Basis dieser Zahlen dürfte die Aktie nachbörslich grundsätzlich kaum gefallen sein. Allerdings mag zu einer gewissen Enttäuschung beigetragen haben können, dass das Unternehmen in den vergangenen Quartalen die hohen Erwartungen noch hatte übertreffen können. Gleichzeitig fiel der Ausblick verhalten aus: Der PC-Hersteller warnte, kurzfristig werde die Ergebnisentwicklung möglicherweise von weiteren Restrukturierungsmaßnahmen und einem verlangsamten Preisverfall von Halbleitern, wie sie zur Fertigung von PC benötigt werden, beeinträchtigt. Eventueller Stellenabbau oder Zukäufe könnten sich vorübergehend negativ auswirken, seien aber notwendig, um langfristig nachhaltiges Wachstum erzielen zu können. Schon im vorgelegten Ergebnis sind Restrukturierungskosten in Höhe von 50 Millionen Dollar und Aufwendungen über 28 Millionen Dollar im Zusammenhang mit einer Sonderprüfung der Bilanzen enthalten.
Die Papiere von Hewlett-Packard sind günstiger
Zum Wachstum beigetragen hätten im abgelaufenen Quartal das Segment „Mobility“-Notebooks sowie ein erhöhter Auslandsabsatz. Das scheint auch der Dreh zu sein, mit welchem das Unternehmen seine Entwicklung unter Führung von Michael Dell selbst forcieren will. Er hat die Absicht bekundet, verstärkt in die Erschließung neuer Absatzmärkte und in neue Kooperationen mit Einzelhändlern investieren zu wollen. Diese Strategie scheint sinnvoll zu sein, erzielte das Unternehmen noch im vergangenen Geschäftsjahr 65 Prozent seiner Erlöse in den Vereinigten Staaten, 23 Prozent in Europa und knapp zwölf Prozent in Asien. So macht sich die konjunkturelle Schwäche in Amerika ebenso negativ bemerkbar, wie die aufgrund des geringen Auslandsanteils entgangenen Währungsgewinne.
Dagegen erzielt Konkurrent Hewlett-Packard rund 65 Prozent seiner Erlöse im Ausland und profitierte in den vergangenen Jahren auf diese Weise nicht nur von der effizienteren Organisation, sondern auch vom fallenden Dollar. Mit Kurs-Gewinnverhältnissen (KGV) von 15 und 13 auf Basis der Gewinnschätzungen ist dessen Aktie zudem günstiger als die von Dell, die auf KGVs von 19,7 und 17,2 kommt. So dürfte es kaum verwundern, dass dessen Aktie in den vergangenen Jahren deutlich besser gelaufen ist. Daran dürfte sich bis auf weiteres auf Basis der gegebenen Aussichten und Rahmenbedingungen nur wenig ändern.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |