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Technologie Cisco-Aktie in einer Unterstützungszone

11.08.2004 ·  Cisco hat im vierten Quartal notorisch „die Erwartungen“ übertroffen. Der Ausblick ist verhalten, die Lagebestände sorgen für Stirnrunzeln. Die Aktie ist nicht günstig und droht unter einer Unterstützungszone zu fallen.

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Mit nachbörslichen Kursverlusten von mehr als fünf Prozent auf bis zu 19,39 Dollar reagierte am Dienstag die Aktie des Netzwerkausrüsters Cisco Systems weniger auf die Umsatz- und Ertragszahlen des vierten Quartals des Geschäftsjahres als auf den weiteren Ausblick. Denn Cisco-Chef John Chambers prognostiziert für das laufende Quartal einen niedrigeren Umsatz als von Analysten erwartet. Gleichzeitig sorgt die Entwicklung der Lagebestände für ein gewisses Stirnrunzeln.

Cisco hat in seinem vierten Geschäftsquartal den Gewinn um 41 Prozent gesteigert auf 1,38 Milliarden Dollar oder 20 Cents je Aktie. Der Umsatz legte um 26 Prozent auf 5,93 Milliarden Dollar zu. Langsam wird das Unternehmen damit entweder unheimlich oder wirklich unglaubwürdig. Denn der Gewinn je Aktie lag wieder einmal - wie beinahe schon üblich - genau „einen Cent über den Erwartungen“. Bei den Nachrichtenagenturen zeigt sich dieses Phänomen in begeisterten Headlines, obwohl dazu Unternehmen zu jenen zählt, welches sich weigert, Aktienoptionen vernünftig zu verbuchen. Denn sie würden den ausgewiesenen Gewinn schmälern.

Entwicklung der Lagerbestände führt zu Stirnrunzeln

Dabei sind selbst manche der notorisch optimistischen Analysten skeptischer. "Das Quartalsergebnis lag allgemein im Rahmen der Erwartungen, negativ war lediglich der Lagerbestand, der höher war als ich es gern hätte", sagte beispielsweise Analyst Justin McNichols von der Osborne Partners Capital Management. Die Lagerbestände hätten im abgelaufenen Quartal (per Ende Juli) mit 1,2 Milliarden Dollar um neun Prozent höher gelegen als in den vorangegangenen drei Monaten, teilte Cisco am Dienstag mit.

Die Anleger achten bei den Technologieunternehmen verstärkt auf die Entwicklung der Lagerbestände. Denn sie führen zu steigenden Kosten und sinkenden Ertragsmargen. Der Anstieg der Lagerbestände war vor Platzen der Technologieblase im Jahr 2001 eines der ersten Signale für die Schwierigkeiten. Bereits im dritten Quartal hatten sich einige Investoren beunruhigt über den 20-prozentigen Anstieg der Lagerbestände im Vergleich zum zweiten Quartal geäußert. Im Jahr 2001 hatte Cisco eine Sonderbelastung von 2,2 Milliarden Dollar für übermäßige Lagerbestände verbucht.

Verhaltener Ausblick auf das erste Quartal

Im traditionell schwachen ersten Quartal des Geschäftsjahres 2004/2005 erwartet Chambers einen Umsatz, der im Vergleich zum Vorjahresquartal unverändert ist oder höchsten um zwei Prozent steigt. Diese Prognose unterstellt einen Umsatz von höchstens 6,04 Milliarden Dollar. Analysten hatten einen höheren Umsatz von 6,06 Milliarden Dollar prognostiziert.

Die Aktie des Unternehmens hatte sich von Oktober des Jahres 2002 bis in den Januar des laufenden Jahres von ihrem Tief erholt und in einem mittelfristigen Aufwärtstrend 262 Prozent auf bis zu 29,39 Dollar zugelegt. In der Zwischenzeit ist allerdings der Aufwärtstrend längst gebrochen, die Aktie hat inzwischen wieder 34 Prozent ihres Wertes verloren und befindet sich in einer Unterstützungszone knapp über 19 Dollar. Diese Entwicklung dürfte sich mit der Bewertung erklären lassen. Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 23,7 und 21,3 auf Basis der Gewinnschätzungen für das gerade begonnene und das kommende Geschäftsjahr ist die Aktie sicherlich kein Schnäppchen. Vor allem, wenn man den eher verhaltenen Ausblick und die Entwicklung der Lagerbestände berücksichtigt.

Auch die Wettbewerbssituation dürfte für das Unternehmen nicht einfacher werden. Die Frage ist, wie lange es die vergleichsweise hohen Preise für seine Produkte beibehalten kann. Der Markt bewegt sich schnell und wird entsprechend zügig „reif“. Das ist normalerweise kein gutes Zeichen für die Gewinnentwicklung. Grundsätzlich dürfte sich die Aktie auf Grund der gerne ausbrechenden Euphorie um das Unternehmen vor allem auf technischer Basis handeln lassen. Und diesbezüglich sind die aktuellen Signale nicht gerade positiv. Sie könnten sogar noch negativer werden, wenn die Aktie in einer anhaltend schwierigen Börsenphase unter die anstehende Unterstützungszone fallen sollte.

Der Chart zeigt den Kursverlauf der Cisco-Aktie in Dollar auf Sicht eines (oben) und in den vergangenen Jahren.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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