10.07.2003 · Yahoo hat im vergangenen Quartal den Gewinn verdoppelt, die Aktie gibt allerdings nachbörslich deutlich nach. Sie befindet sich zwar im Aufwärtstrend, ist aber extrem hoch bewertet.
Mit Kursverlusten von 6,5 Prozent auf 33 Dollar reagierte die Aktie des Interneturgesteins Yahoo auf die Umsatz- und Ertragszahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres. Das Unternehmen hat seinen Gewinn vor allem dank gestiegener Werbeeinnahmen im Jahresvergleich auf 50,8 Millionen Dollar oder 0,08 Dollar je Aktie verdoppelt, der Umsatz legte um 42 Prozent auf 321,4 Millionen Dollar zu.
Diese Zahlen klingen beeindruckend, allerdings scheinen die Börsianer noch mehr erwartet zu haben. Denn nur so lassen sich die nachbörslichen Kursverluste erklären. "Ich denke, die Leute haben vielleicht ein bisschen mehr erwartet", sagte Safa Rashtchy von US Bancorp Piper Jaffray. Auch der Deutsche-Bank-Analyst Jeetil Patel sagte, die Anleger hätten möglicherweise mit einen noch größeren Sprung beim Unternehmensgewinn gerechnet.
Gebührenpflichtige Angebote steigern den Gewinn
Als Grund für den Umsatz- und Gewinnanstieg nannte Yahoo zudem das Wachstum in seinem gebührenpflichtigen Dienst. Für das dritte Quartal erwartet Yahoo nun einen Umsatz von 318 Millionen Dollar bis 338 Millionen Dollar; für das Gesamtjahr prognostizierte das Unternehmen Erlöse von 1,26 Milliarden bis 1,31 Milliarden Dollar. Die durchschnittlichen Analystenprognosen lagen zuletzt in den jeweiligen Spannen. Bis Ende des Jahres rechnet Yahoo mit 4,2 bis 4,5 Millionen Abonnenten. Im Februar hatte das Unternehmen noch 3,4 bis 4,2 Millionen prognostiziert. Derzeit hat es 3,5 Millionen Abonnenten.
Damit scheint das Unternehmen insgesamt den Weg zu profitablem Wachstum gefunden zu haben. Und das hat die Börse schon weitgehend vorweggenommen. Denn die Aktie hat seit ihrem Zwischentief im Oktober des vergangenen Jahres einen eindrucksvollen Aufwärtstrend etabliert und dabei satte 300 Prozent von neun auf zwischenzeitlich mehr als 35 Dollar zugelegt.
Aktie extrem hoch bewertet
Auf dieser Basis ist das Papier allerdings unheimlich teuer. Denn auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende Jahr von 35,3 Cents je Aktie liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei knapp 100. Das ist einfach absolut überteuert. Selbst bei einer weiteren Gewinnsteigerung um 34 Prozent im kommenden Jahr liegt das Verhältnis bei knapp 75. Insgesamt scheint der Markt zu unterstellen, daß das Unternehmen noch mehrere Jahre überproportional wachsen kann.
Das mag beim Bekanntheitsgrad des Unternehmens weltweit und der zunehmenden Verbreitung und Nutzung des Internets durchaus realistisch sein. Nichts desto trotz dürften sich Anleger zumindest aus fundamentalen Überlegungen lange gedulden müssen, bis sich der Kauf des Papieres auf diesem Niveau lohnt. Anders sieht es aus, wenn er nur auf Trends setzt. Denn dann könnte sich der Kauf in einem anhaltend freundlichen Börsenumfeld auch kurzfristig noch lohnen. Dabei sind allerdings die Risiken für einen Rückschlag enorm hoch. Stopp-Loss-Orders erscheinen unabdingbar.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |