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Technologie Apple-Aktie so teuer wie die Produkte

20.07.2006 ·  Apple überrascht die Börse mit tollen Quartalszahlen. iPod und Mac verkaufen sich noch besser als ohnehin erwartet. Die Aktie steigt wieder - nach langen Monaten Talfahrt. Doch so richtig günstig ist das Papier auch nach der Korrektur nicht geworden.

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Ein Plus von 8,5 Prozent im nachbörslichen Handel - da muß schon was passiert sein. Ist es auch: Der Quartalsgewinn von Apple darf als Überraschung gelten. Vor allem das Musikabspielgerät iPod und die neuen, von Intel-Prozessoren gesteuerten Macintosh-Computer verkaufen sich hervorragend (Isin US0378331005).

Der Nettogewinn sei im dritten Quartal des Geschäftsjahres um 48 Prozent auf 472 Millionen Dollar oder 54 Cent je Aktie gestiegen, teilte der Konzern am Mittwoch nach Börsenschluß in den Vereinigten Staaten mit. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Ergebnis je Anteilsschein von nur 44 Cent gerechnet. Der Umsatz legte um 24 Prozent auf 4,37 Milliarden Dollar zu. Die Branchenexperten hatten lediglich 3,68 Milliarden Dollar geschätzt.

Mac-Absatz steigt stärker als erwartet

Auch mit seinen Verkaufszahlen übertraf Apple die Erwartungen. Das Unternehmen setzte 8,11 Millionen iPods ab - 32 Prozent mehr als vor einem Jahr. Manche Branchenkenner hatten nur mit 7,5 Millionen gerechnet. Der Mac-Absatz stieg um zwölf Prozent auf 1,33 Millionen Stück, während Analysten mit 1,3 Millionen kalkuliert hatten.

„Der Bringer sind die Mac-Stückzahlen. Sie waren ziemlich gut“, sagte Brian Summers von Thornburg Investment Management. „Die Rentabilität der Macs ist höher als die der iPods. Wir sind ganz schön zufrieden mit den Ergebnissen.“ Apple baut in die meisten Macs seit kurzem Prozessoren von Intel und nicht mehr von IBM ein. Diese aufwendige Umstellung scheint zur Freude der Anleger funktioniert zu haben: 75 Prozent der verkauften Macs werden von den neuen Chips gesteuert.

iPod-Marktanteil inzwischen bei 77 Prozent

Beim iPod rechnen Beobachter mit Neuheiten noch in diesem Quartal. UBS-Analyst Benjamin Reitzes erwartet laut Bloomberg, daß die iPod-Reihe um einen Videospieler mit größerem Bildschirm und ein neues Modell des Nano erweitert werden könnte.

Apple-Finanzvorstand Peter Oppenheimer sagte in einer Analystenkonferenz, daß sich das Unternehmen der Konkurrenz durch Handys, die Musik abspielen können, bewußt sei. „Wir sitzen nicht rum und tun nichts“, sagte er und sprach von „neuen iPod-Produkten in der Pipeline“. Einer Branchenstudie zufolge ist der iPod mit Abstand der meistverkaufte Musikspieler in den Vereinigten Staaten mit einem Marktanteil von 77 Prozent.

Kennzahlen und Aktienkurs gehen durch die Decke

Der seit einigen Jahren andauernde Erfolg von Apple läßt sich in Zahlen fassen: Von 2003 bis 2005 hat sich der Umsatz mehr als verdoppelt, der Nettogewinn sprang von 69 auf 1.335 Millionen Dollar.

Entsprechend prächtig entwickelte sich auch der Apple-Kurs, zumindest bis Anfang dieses Jahres: Von 6,56 Dollar 2003 kletterte der Kurs bis auf 85,59 Dollar Mitte Januar. Seither hat der Kurs aber kräftig korrigiert. Am Mittwoch ging das Papier bei 54,10 Dollar aus dem New Yorker Handel, das ist im Vergleich zum Rekordhoch ein Minus von fast 38 Prozent. Trotzdem ist der vor einigen Jahren etablierte charttechnische Aufwärtstrend gerade noch intakt (siehe Grafik).

Die Aktie ist nicht billig

Was dagegen stört, ist die immer noch recht hohe Bewertung der Apple-Aktie: Auf Basis der durchschnittlichen Gewinnschätzungen berechnet sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 26,2 für dieses und 21,0 für das kommende Geschäftsjahr. Dem Unternehmen ist zwar zuzutrauen, daß es den Gewinn weiter ordentlich wird steigern können, doch die Gewinnsteigerung wird im kommenden Geschäftsjahr wohl deutlich niedriger sein als in der aktuellen oder gar der vorangegangenen Periode.

Die Investoren zahlen für die Aktie nach Bloomberg-Daten derzeit das Zweieinhalbfache des Umsatzes und mehr als das Fünffache des Buchwertes. Einsteigen sollten daher nur Anleger, die davon überzeugt sind, daß Apple den grandiosen iPod- und Mac-Erfolg wiederholen kann.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @bemi mit Material von Reuters
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