14.07.2010 · Intel hat im Moment einen robusten operativen Lauf. Die Aktie des Unternehmens kann trotzdem schon lange keinen eindeutigen, langfristigen Trend mehr etablieren. Nach größeren Kursrückschlägen ist sie jedoch regelmäßig eine zyklische Wette wert.
Mit nachbörslichen Kursgewinnen von bis zu 7,2 Prozent auf 22,52 Dollar reagierten am Dienstag die Aktien des Chipreisen Intel auf die Vorlage der Umsatz- und Ergebniszahlen für das zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres und den weiteren Ausblick.
Der Umsatz stieg von April bis Juni im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 34 Prozent auf 10,8 Milliarden Dollar und verbuchte einen Gewinn von 2,9 Milliarden Dollar nach einem Verlust von knapp 400 Millionen Dollar vor einem Jahr. Damals hatte eine Milliarden-Wettbewerbsstrafe für einen vergleichsweise schwachen Gewinn gesorgt. Die vorgelegten Zahlen seien die besten Quartalsergebnisse in der 42-jährigen Geschichte des Unternehmens, hieß es.
Intel geht von beachtlichen Wachstum aus
Auch die weiteren Aussichten seien gut. Intel rechne für die kommenden Monate mit einer starken Nachfrage, erklärte Konzernchef Paul Otellini anlässlich der Vorlage des Ergebnisses. Im dritten Quartal werde der Umsatz voraussichtlich zwischen 11,2 und 12 Milliarden Dollar liegen. Das wäre etwas mehr, als der Markt bisher erwartet hatte. Die operative Marge werde sich im kommenden Quartal bei 67 Prozent liegen und im Gesamtjahr bei 66 Prozent. Bislang war das Unternehmen von einer Marge von 64 Prozent im Jahr 2010 ausgegangen.
Firmenkunden begännen wieder in ihre Personalcomputer- und Serverbestände zu investieren, erklärte Otellini weiter. Und der PC-Markt werde bis ins Jahr 2014 um durchschnittlich 16 Prozent jährlich wachsen können. Bisher hätten die direkten Kunden zudem keine Exzessiven Chiplager aufgebaut, sagte er weiter. Diese Aussagen klingen wesentlich optimistischer als das, was der Markt bisher erwartet. Denn Analysten gehen von deutlich geringeren Wachstumsraten aus. Sollten sich jedoch Otellinis optimistische Prognosen bestätigen, wäre das wichtig für Intel. Immerhin erzielt das Unternehmen drei Viertel seiner Erlöse mit dem Verkauf von Chips, die bei Herstellung von Geräten im PC-Bereich verwendet werden. Da der größte Teil der Geräte in Asien gefertigt wird, stammen 65 Prozent des Gesamtumsatzes aus Asien.
Intel konnte bisher nur bedingt vom Boom der Smartphones profitieren. Denn bei ihrer Herstellung werden größtenteils Prozessoren von Rivalen wie ARM verwendet. Intels Chips gelten bisher als „Stromfresser“. Seit diesem Jahr versucht Intel aber, über eine Kooperation mit dem weltgrößten Handy-Hersteller Nokia Fuß im Mobilfunk-Markt zu fassen. Die beiden Technologie-Riesen wollen eine eigene System-Plattform unter dem Namen MeeGo etablieren.
Intel kann kurzfristig von der Auflösung der aufgrund der Krise und der damit verbundenen Investitionszurückhaltung aufstauten Nachfrage profitieren. Die löst sich nun aufgrund der außerordentlich stimulativen Geldpolitiken weltweit und der keynesianischen Ausgabenprogramme in kurzer Zeit auf. Diese Maßnahmen verstärken den zyklischen Charakter der Branche, der sich durch die regelmäßige Einführung neuer Produkte mit zunächst hohen, aber im weiteren Verlauf rasch sinkenden Margen erklärt. Auf diese Weise lässt sich sowohl die zyklische Umsatz- und Gewinnentwicklung des Unternehmens, als auch dessen Aktienkurses erklären.
Faire Bewertung der Aktie - kurzfristiger Aufwärtstrend - keine Schulden
Der Bau von Datencentern und die kontinuierliche Entwicklung der Technologie- und Telekommunikationsgeräte hin zur Mobilität bestimme das Wachstum für den Rest des Jahres, erklärt Intel schon im ersten Quartal. Das Unternehmen profitiert unter anderem von einer starken Nachfrage der Konsumenten nach Laptops. Auf dieser Basis bieten die Papiere Anlegern zumindest kurzfristig in einem optimistischen Umfeld weiteres Kurspotenzial. Immerhin sind sie mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 12 und 11,2 auf Basis der durchschnittlichen Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr sowie mit einer Dividendenrendite von drei Prozent und unter Berücksichtung überaus solider Finanzen noch vernünftig bewertet.
Der Chart der Aktie zeigt jedoch, dass mehr als zyklische Kurserholungen nach zwischenzeitlichen Rückgängen kaum zu erwarten sind. Der übergeordnete, langfristige Trend zeigt eher nach unten als nach oben. Der Grund liegt darin, dass das Geschäft einerseits sehr schnelllebig ist und die Margen schnell erodieren lässt, während auf die anderen Seite die Forschungs- und Entwicklungskosten bis noch vor kurzem im Trend deutlich stiegen und hoch sind.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.050,29 | −3,42% |
| FAZ-INDEX | 1.319,85 | −3,26% |
| TecDAX | 730,90 | −2,68% |
| MDAX | 9.870,46 | −2,73% |
| SDAX | 4.717,40 | −2,20% |
| REX | 439,15 | +0,37% |
| Eurostoxx 50 | 2.068,66 | −2,37% |
| F.A.Z. EURO | 67,11 | −2,09% |
| Dow Jones | 12.118,60 | −2,22% |
| Nasdaq 100 | 2.458,83 | −2,62% |
| S&P500 | 1.278,04 | −2,46% |
| Nikkei225 | 8.440,25 | −1,20% |
| EUR/USD | 1,2433 | +0,58% |
| Rohöl Brent Crude | 98,82 $ | −2,76% |
| Gold | 1.606,00 $ | +3,08% |
| Bund Future | 146,44 € | +0,36% |