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Technologie Aktie von Sun Microsystems braucht neue Impulse

 ·  Bei Sun Microsystems kommt es überraschend zu einem Wechsel an der Unternehmensspitze, die Aktie reagiert mit Kursgewinnen. Für eine nachhaltige Entwicklung braucht das Unternehmen aber neue Wachstumstreiber. Die sind bisher nicht absehbar.

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Nach einem Höhenflug in der Technologiehausse der neunziger Jahr kam bei der Aktie von Sun Microsystems der Absturz von 64,65 Dollar auf bis zu 2,34 Dollar. Davon konnte sich die Aktie bisher nicht nachhaltig erholen, sondern sie dümpelt seit Jahren nur noch vor sich hin.

Das dürfte kaum verwundern. Denn nach Umsatzrekorden in den Jahren 2000 und 2002 mit den beliebten Internetservern ging der Umsatz danach deutlich zurück, und stabilisierte sich in den vergangenen Jahren bei durchschnittlich drei Milliarden Dollar pro Quartal. Gleichzeitig hatte das Unternehmen Mühe, die Gewinnschwelle zu erreichen.

Wechsel an der Unternehmensspitze dürfte vorerst wenig ändern

Daran dürfte sich auf die Schnelle wenig ändern, auch wenn der Computerkonzern nach der Vorlage seines jüngsten Quartalsberichts überraschend einen Wechsel an der Unternehmensspitze angekündigt und damit seine Aktien nachbörslich nach oben geschickt hat. Ab sofort soll Jonathan Schwartz neuer CEO werden und damit Scott McNealy, einen der vier Gründer von Sun Microsystems, ablösen, wie das Unternehmen am Montag abend nach Börsenschluß in den Vereinigten Staaten mitteilte. Sun-Aktien reagierten nachbörslich mit einem Kurssprung von gut sechs Prozent auf 5,29 Dollar.

Zuvor hatte das Unternehmen einen Nettoverlust von 217 Millionen Dollar oder sechs Cent je Aktie für das abgelaufene dritte Geschäftsquartal per 26. März ausgewiesen, nach einem Minus von 28 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Dank Zukäufen kletterte der Umsatz aber um 21 Prozent auf 3,18 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit einem Verlust von sieben Cent je Aktie bei Umsätzen von 3,2 Milliarden Dollar gerechnet. Als Grund für den höheren Verlust nannte das Unternehmen unter anderem Kosten im Zusammenhang mit Übernahmen. Diese hätten fünf Cent je Aktie ausgemacht; vor Sonderposten habe sich ein Verlust von einem Cent je Aktie ergeben. Hier hatten Analysten im Schnitt mit drei Cent Verlust je Aktie gerechnet.

Das Unternehmen sieht im laufenden vierten Quartal einen allmählichen Umsatzzuwachs gegenüber dem Vorquartal. Finanzchef Michael Lehman gab während einer Telefonkonferenz am Montag abend zwar keine exakte Prognose, sagte jedoch, die Wachstumsrate bewege sich zwischen 10 Prozent und 15 Prozent. Traditionell ist das vierte Quartal die stärkste Jahresperiode des amerikanischen Computerherstellers. Der am Montag neu eingesetzte Unternehmensvorstand Jonathan Schwartz kündigte zudem entgegen den Erwartungen keinen groß angelegten Personalabbau an. Den hatte schon McNealy immer abgelehnt. Analysten hatten in einer Mitteilung die Streichung von 12.000 Stellen empfohlen. „Ich glaube nicht, daß wir ein Interesse daran haben, unser Geschäft zu unterminieren“, sagte er unter Verweis auf die notwendigen Wachstumsressourcen des Unternehmens.

Das Unternehmen braucht vor allem neue Wachstumstreiber

Es fragt sich allerdings, wie der neue Chef diese Ressourcen sinnvoll einsetzen möchte. Denn Sun geriet unter anderem deswegen in die Krise, weil das Unternehmen beim Verkauf seiner zwar beliebten, aber teuren Server in Konkurrenz mit günstigeren Anbietern wie Dell oder HP geriet. Kleine Lichtblicke wie einer neue Version des stromsparenden “Niagara“-Chips - er soll deutlich weniger Energie benötigen als sein Vorgänger - tun sich zwar immer wieder auf. Das Produkt soll Ende 2007 auf den Markt kommen. Allerdings stellt sich die Frage, ob die Chips ausreichen, um das Unternehmen wieder auf einen profitablen Wachstumspfad bringen zu können. Im Moment allerdings scheint das nicht absehbar zu sein

Aus diesem Grund dürfte es bis auf weiteres viele interessantere Aktien geben als Sun. Immerhin dürfte das Unternehmen bis auf weiteres Verluste erzielen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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