29.06.2007 · Die Aktie des kanadischen Technologieunternehmens Research in Motion erklimmt immer neue Höhen. Die optisch ambitionierte Bewertung wird relativiert durch die starke Nachfrage nach den angebotenen Geräten und den Dienstleistungen.
Gegenwärtig richten sich im Technologiebereich beinahe alle Augen auf Apple und die Markteinführung des viel gerühmten, jedoch sehr teuren iPhones. Das mit Spannung erwartete Gerät zu einem Preis von 500 bis 600 Dollar wird in den Filialen des amerikanischen Computerherstellers und des Vertriebspartners AT&T verkauft.
Apple hofft mit dem iPhone den Erfolg des iPods wiederholen zu können. Das Gerät zeichnet sich insbesondere durch einen berührungsempfindlichen 3,5-Zoll-Bildschirm aus, der die Tastatur eines normalen Handys ersetzt. Zudem lassen sich damit wie mit einem iPod Musik sowie Videos abspielen. Viele gehen davon aus, dass Apple mit dem neuen Produkt an den Erfolg des iPods wird anknüpfen können. Jedoch ist insbesondere angesichts des Preises unklar, ob Apple auf dem hart umkämpften Mobilfunk-Markt wird nachhaltig Fuß fassen können.
Research in Motion - innovative Geräte und Dienstleistungen
Immerhin gibt es schon länger andere interessante Geräte. Zum Beispiel den Blackberry des kanadischen Unternehmens Research in Motion (RIM). Er sorgte in den vergangenen Jahren für Furore. Denn das Unternehmen war früh mit einem sehr innovativen Kommunikationskonzept auf den Markt für mobile Telekommunikation gekommen und hatte damit ein neu geschaffenes Marktsegment aufgerollt und dominiert es bis heute trotz aller Versuche von Konkurrenten, die Marktstellung streitig zu machen.
Das Unternehmen scheint mit seinem Produkt - einer Kombination zwischen Hardware und damit verbundenen Dienstleistungen - von einem Netzwerkeffekt zu profitieren: Bestehende Kunden werden gebunden, während gleichzeitig immer mehr neue angezogen werden. Das versetzt das Unternehmen in die Lage, stark und vor allem auch profitabel wachsen zu können.
Diese Kombination zeigte ihren Erfolg einmal mehr im vergangenen, dem ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres. In dieser Periode konnte das Unternehmen den Umsatz bis Ende Juni im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 76,5 Prozent auf 1,08 Milliarden Dollar steigern, der Gewinn legte um 73,4 Prozent auf 223,2 Millionen Dollar oder auf 1,17 Dollar je Aktie steigern. Das war mehr als erwartet und führte dazu, dass die Aktie des Unternehmens am Donnerstag nach Börsenschluss einen Kursgewinn von knapp sieben Prozent auf 189 Dollar verbuchen konnte. Das ist ein neues Allzeithoch.
Damit setzt sowohl die Aktie als auch das Unternehmen den Aufschwung der vergangenen Jahre fort. Im vergangenen Quartal versandte das Unternehmen etwa 2,4 Millionen Geräte und erhöhte die Anzahl der Abonnements seiner Dienste um 1,2 Millionen auf nun neun Millionen. Auch die Aussichten sind relativ positiv, da das Unternehmen mit anhaltendem Wachstum rechnet.
Aktie: Bewertung wird durch das hohe Wachstum relativiert
Angesichts dieses Wachstums dürfte sich die Bewertung der Aktie relativieren lassen. Denn rein optisch ist sie mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 33,5 und 26 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr nicht günstig, auch wenn sie neben dem Wachstum auch durch einen Cashbestand von 1,56 Milliarden Dollar relativiert wird. Tatsache ist jedoch, dass die Aktie auch angesichts des Trends zumindest in einem anhaltend freundlichen Umfeld noch nicht ausgereizt sein dürfte. Ein Split macht sie optisch günstiger.
Damit steht sie auch in einem gewissen Gegensatz zu Palm. Der amerikanische Konkurrent Palm hat im vierten Quartal trotz Rekordverkäufen seines Smartphones Treo ein Minus bei Gewinn und Umsatz verbucht. Für das vierte Quartal gab der Konzern am Donnerstag nach Börsenschluss einen Nettogewinn von 15,4 Millionen Dollar nach 27,2 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum bekannt. Der Gewinn je Aktie betrug damit 15 Cent. Der Umsatz lag jedoch mit 401,3 Millionen Dollar unter der Analystenschätzung von 406,58 Millionen Dollar. Vor einem Jahr hatte Palm 403,1 Millionen Dollar umgesetzt.
Palm wird seit langem als Übernahmeziel gehandelt. Das Unternehmen verfügt zwar über eine jahrzehntelange Erfahrung bei der Entwicklung von Kleincomputern, gilt aber in der Branche nicht mehr als das innovativste Unternehmen. Die Aktie befindet sich im Seitwärtstrend und ist nicht einmal günstig.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |