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Technologie Aktie von Research in Motion im Aufwind

22.12.2006 ·  Die Aktie des kanadischen Technologieunternehmens Research in Motion hat sich nach dem Ausbruch aus dem Seitwärtstrend in den vergangenen Wochen verdoppelt. Die Wachstumsphantasie dominiert wieder die ambitionierte Bewertung.

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Die Aktie des Blackberry-Herstellers Research in Motion (RIM) sorgte in den vergangenen Jahren für Furore. Denn das Unternehmen war früh mit einem sehr innovativen Kommunikationskonzept auf den Markt für mobile Telekommunikation gekommen und hatte damit ein neu geschaffenes Marktsegment aufgerollt und dominiert ihn bis heute.

So konnte das Unternehmen sowohl Umsatz als auch Ertrag in den vergangenen Jahren im Trend deutlich steigern. Auf dieser Basis dürfte kaum verwundern, daß auch die Aktie des Unternehmens in den Jahren 2002 bis 2004 förmlich durch die Decke gingen und in dieser Phase bis zu 1.500 Prozent zulegten.

Deutlicher Ausbruch aus der Konsolidierungszone nach oben

War es aufgrund von Patentstreitigkeiten danach zu einer mehrmonatigen Konsolidierungsbewegung gekommen, so ist das Papier in den vergangenen Wochen daraus nach oben ausgebrochen und hat von Juni bis November mehr als einhundert Prozent zugelegt auf bis zu 162 kanadische Dollar in der Spitze. Am Freitag liegt die Aktie im europäischen Handel in Frankfurt mit einem Plus von 6,35 Prozent bei 108,10 Euro

Grund für die Kursgewinne sind die am Donnerstag vorgelegten vorläufigen Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres. Danach konnte das Unternehmen den Umsatz im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 49 Prozent auf 835,1 Millionen Dollar steigern, der Nettogewinn legte in der gleichen Periode um 46,5 Prozent auf 176 Millionen Dollar oder 93 Cents je Aktie zu. Für das vierte Quartal wird ein Umsatz zwischen 900 und 950 Millionen Dollar erwartet und ein Gewinn zwischen 92 und 99 Cents je Aktie.

Das Unternehmen konnte mehr Kunden für sich gewinnen als es selbst erwartet hatte, nachdem es im September das Multimedia-Modell BlackBerry Pearl in den Markt eingeführt hatte. Das neue Produkt vereint die Funktionen von Handy, Emailempfänger, Musikplayer und Kamera in einem Gerät und spricht vor allem Privatkunden an. Mit Handy-Vertrag kostet das neue Modell bei T-mobile unter 100 Euro.

RIM will sich auf diese Weise von den Geschäftskunden unabhängiger machen. Diese Strategie scheint aufgegangen zu sein, da Konkurrenten wie Palm nicht mithalten zu scheinen können. Etwa 875.000 Kunden schlossen einen neuen Vertrag ab, gab James Balsillie bekannt. Das Unternehmen selbst hatte noch im September mit lediglich 800.000 gerechnet. Im laufenden Quartal soll die Zahl weiter bis auf 975.000 gesteigert werden.

blackberry „Die Kundenzahlen sind höher als erwartet“

„Die Kundenzahlen sind höher als erwartet“, sagte Brantley Thompson, Analyst bei Goldman Sachs in New York der Nachrichtenagentur BLoomberg. „Sie machen deutlich, wie wichtig neue Produkte für dieses Unternehmen sind.“ RIM sieht sich in diesem wachsenden Marktsegment allerdings auch größerer Konkurrenz gegenüber, denn die großen Handyhersteller Motorola und Nokia bringen vergleichbare Produkte auf den Markt.

Allerdings hält RIM bisher dagegen. Um weiter auf dieser Erfolgswelle schwimmen zu können, bringt RIM voraussichtlich in diesem Quartal „Indigo“ heraus, ein E-Mail- Handy mit größerem Display und einer kompletten Tastatur. Es dürfte bis zu 50 Prozent mehr kosten als Pearl und die Umsatzzahlen noch stärker ankurbeln, hoffen Analysten.

Bisher konnte Research in Motion trotz alles Skepsis und dem Markteintritt von Konkurrenten immer weiter deutlich wachsen und an sich schon hohe Erwartungen übertreffen. Das zeigt den Vorteil, den ein anhaltend innovativer Marktführer in einem bestimmten Segment hat. Auf der anderen Seite ist das hohe Wachstum auch nötig um die Bewertung der Aktie zu rechtfertigen: Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 42,6 und 31,7 auf Basis der Gewinnschätzungen für das im Februar endende und für das kommende Geschäftjahr ist die Aktie sehr ambitioniert bewertet.

Aus diesem Grund dürften sich stetig angepaßte Absicherungsstrategien empfehlen, auch wenn die Aktie in den vergangenen Wochen wieder frische Dynamik nach oben entwickelt hat.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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