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Technologie Aktie von Research in Motion hat abgehoben

05.10.2007 ·  Die Aktie des kanadischen Technologieunternehmens Research in Motion erklimmt immer neue Höhen. Die ambitionierte Bewertung wird bisher relativiert durch die starke Nachfrage nach den angebotenen Geräten und den Dienstleistungen.

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Aktienanleger wählen ihre Papiere normalerweise unter Anwendung verschiedener Kriterien. Die wichtigsten sind in der Regel die Nachhaltigkeit eines Geschäftsmodells und vor allem auch die Bewertung.

Die Bewertung ist in der Regel vergleichsweise attraktiv, wenn ein Unternehmen sowohl Umsatz als auch Ertrag im Trend steigern kann und wenn gleichzeitig eine Kennzahl wie das Kurs-Gewinnverhältnis deutlich unter 15 liegt. Längerfristig dürfte man nicht viel falsch machen können, wenn man sich solche Werte ins Depot legt.

Research in Motion - hohes Umsatz- und Gewinnwachstum ...

Allerdings sind in schwachen Börsenphasen auch solche Werte nicht vor Kursverlusten gefeit. Aus diesem Grund können regelmäßig angepasste Absicherungsstrategien in Form von Stopp-Loss-Aufträgen nie schaden. Denn es ist wichtig, länger dauernde Baissephasen möglichst zu vermeiden.

Gleichzeitig sind Kennzahlen wie der Kurs-Gewinnverhältnis für manche Unternehmen zu eindimensional. Das gilt für jene, die stark wachsen können. Dazu zählt beispielsweise der kanadische Blackberry-Anbieter Research in Motion(RIM), der aufgrund seines Geschäftsmodells - einer Kombination zwischen Telekommunikationshardware und entsprechenden Netz-Dienstleistungen mit einem gewissen Alleinstellungsmerkmal - starkes Wachstum verzeichnet.

Das zeigte sich einmal mehr an den am Donnerstag vorgelegten Geschäftszahlen für das zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres. Danach konnte das Unternehmen den Umsatz im Vergleich mit dem Vorquartal den Umsatz um knapp 27 Prozent und im Vergleich mit dem Vorjahresquartal um 108 Prozent auf 1,37 Milliarden Dollar steigern, der Nettogewinn nach GAAP legte im Jahresvergleich um 105,2 Prozent auf 287,7 Millionen amerikanische Dollar oder auf 50 Cents je Aktie zu. Der Liquiditätsbestand lag Ende des Quartals bei 1,73 Milliarden Dollar oder bei etwas mehr als drei Dollar je Aktie.

Nach Unternehmensangaben stammten etwa 78 Prozent der Erlöse aus dem Verkauf von Geräten, 15 Prozent von Dienstleistungen, vier Prozent von Softwareerlösen und drei Prozent aus anderen Quellen. Gleichzeitig wurde die Abonnentenbasis im Quartal um 1,45 Millionen Abos auf circa 10,5 Millionen erweitert, während mehr als drei Millionen Geräte versandt wurden.

Für das dritte Quartal prognostiziert das Unternehmen ein Umsatzwachstum im Quartalsvergleich von bis zu 21 Prozent auf 1,60 bis 1,67 Milliarden Dollar, der Gewinn je Aktie solle zwischen 59 und 63 Cents liegen. Die Aktie des Unternehmens haben am Donnerstag im nachbörslichen amerikanische Handel um etwa zwei Prozent nachgegeben auf 98,50 Dollar. Beobachter erklärten das Kursminus nach Bekanntgabe der Zahlen mit dem deutlichen Anstieg der Aktie im regulären Handel zuvor um 4,4 Prozent.

... bei hoher Bewertung - Aufwärtstrend

Das Unternehmen scheint mit seinem Produkt - einer Kombination zwischen Hardware und damit verbundenen Dienstleistungen - von einem Netzwerkeffekt zu profitieren: Bestehende Kunden werden gebunden, während gleichzeitig immer mehr neue angezogen werden. Das versetzt das Unternehmen in die Lage, stark und vor allem auch profitabel wachsen zu können. Konkurrenten wie Apple oder neuerdings auch Nokia scheinen das Geschäftsmodell zwar kopieren zu wollen, allerdings dürfte Research in Motion als erster im Markt ein gewisses Alleinstellungsmerkmal, da es früh entscheidende Kunden binden konnte. Auf diese Weise hat das Produkt nicht nur einen gewissen Kult-Status erreicht, sondern es ist für manche gewissermaßen unverzichtbar geworden.

Die Aktie ist in den vergangenen Jahren hervorragend gelaufen. Alleine seit Beginn des laufenden Jahres hat sie 116 Prozent zugelegt. Der Trend zeigt weiterhin nach oben. Mit Kurs-Gewinnverhältnis von 48 und 34 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr ist das Papier optisch alles andere als günstig. Welches Unternehmen kann jedoch schon zweistellige Wachstumsraten auf Quartalsbasis liefern? In diesem Sinne dürfte sich das Risiko der Aktie lohnen. Allerdings ist es wichtig, die operative Entwicklung des Unternehmens genau zu beobachten. Denn aufgrund der hohen Erwartungen des Martes drohen auch bei nur leichten Enttäuschungen deutliche Kursrückschläge.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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