20.04.2006 · So kann man sich täuschen: Rechnete Intel noch vor kurzem mit einem Umsatzzuwachs von sechs bis neun Prozent im Jahr 2006, so geht man inzwischen von einem Umsatzrückgang aus. Ein Grund mehr, die Aktie links liegen zu lassen.
Fragt man Anleger nach so genannten „Blue Chip-Unternehmen“, also nach solchen, die finanziell gut dastehen und die sich operativ solide entwickeln sollten, so fällt garantiert der Name Intel. Oft wird mit diesen Charakteristika die Vermutung verbunden, mit dem Kauf den Aktien solcher Unternehmen könnte man nicht viel falsch machen.
Diese Vermutung kann jedoch bei der Überprüfung an einem Beispiel zu einer herben Enttäuschung führen. Auch mit Blick auf Intel. Denn wer sich das Papier des weltbekannten Unternehmens in den vergangenen Monaten ins Depot legte, dürfte bisher wenig Freude damit gehabt haben.
Charttechnische Lage wenig überzeugend
Befand sich die Aktie bis zum September des Jahres 2000 in einem eindrucksvollen Aufwärtstrend, so hat sich das Bild danach deutlich gewandelt. Nach einer deutlichen Korrekturphase befindet sich das Papier allenfalls in einer volatilen Seitwärtsbewegung. Der mittelfristige Trend zeit eher nach unten denn nach oben.
Diese Entwicklung dürfte einerseits damit zusammenhängen, daß das Unternehmen in einem zunehmend gesättigten Markt einen sehr hohen Marktanteil und aus diesem Grund nur noch bedingte Wachstumsmöglichkeiten hat. Zweitens ist die Aktie mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 19 und 15,7 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr nicht sonderlich günstig. Drittens wird der Wettbewerb mit Konkurrenten wie AMD immer intensiver. Viertens dürfte die Gewinnverwendungspolitik des Unternehmens bei Aktionären immer weniger auf Gegenliebe stoßen, waren sie in der Vergangenheit in verdeckter Form doch eher an die Arbeitnehmer als an die Aktionäre ausgeschüttet worden.
Die bedingten Wachstumsmöglichkeiten zeigen sich an der Entwicklung im ersten Quartal des laufenden Jahres. Denn das Unternehmen hat im ersten Quartal unter einer zurückgehenden Nachfrage nach PCs gelitten und einen massiven Gewinnrückgang verbucht. In den ersten drei Monaten fiel der Nettogewinn gegenüber dem Vorjahr um 38 Prozent auf 1,35 Milliarden Dollar oder 23 Cent je Aktie. Der Umsatz ging auf 8,94 Milliarden Dollar von 9,43 Milliarden Dollar zurück
Umsatzrückgang im Gesamtjahr erwartet
Als ob das nicht alles wäre, hat es für das Gesamtjahr seine Umsatzprognose deutlich gesenkt und rechnet nun mit einem Rückgang von drei Prozent auf acht bis 8,6 Milliarden Dollar. Im Januar hatte der Konzern noch ein Plus von sechs bis neun Prozent prognostiziert. So kann man sich und die gesamte Analystengemeinde täuschen. Aber vor blindem Optimismus wollten viele die Realität offensichtlich nicht wahrnehmen. Erst jetzt waren „Branchenexperten“ vor „allzu großem Optimismus, da Intel weitere Kunden an AMD verlieren könne“.
Insgesamt dürfte sich die Aktie aufgrund der aufgeführten Argumente nicht aufdrängen. Vor allem auch dann nicht, wenn sich die konjunkturelle Dynamik in Amerika und damit sehr wahrscheinlich auch in der Welt abschwächen sollte. Denn Amerika muß angesichts des Konsumwahns auf Pump in den vergangenen Jahren vor allem eines: Sparen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |