18.11.2005 · Es wird zwar immer wieder versucht, mit der Aktie von Infineon positive Assoziationen zu verbinden. Für Anleger gab es bisher allerdings nur das, was das Unternehmen auch produzierte: Verluste, Verluste, Verluste.
An der Aktie von Infineon hatten die Anleger bisher nicht viel Freude, auch wenn sie immer wieder gerne von Agenturjournalisten in Marktberichten erwähnt und zum Teil auch angehimmelt wird. Denn abgesehen von anfänglichen Kursgewinnen nach dem Börsengang während des Technologiehypes gab es nur eines: satte Kursverluste.
Sie betrugen im Extrem bis zu 95 Prozent. Denn das Papier fiel vom Hoch bei 93,50 Euro im Juni des Jahres 2000 bis auch 5,03 Euro im Oktober des Jahres 2002. Danach konnte sich die Aktie im Rahmen der allgemeinen Börsenerholung wieder etwas berappeln. Allerdings treibt die „Flut“ in diesen Phasen auch Werte mit nach oben, die es nicht verdient haben. Dazu dürfte die Aktie von Infineon gehören.
Bisherige Bilanz: Verluste, Verluste, Verluste
Denn das Unternehmen produzierte in den vergangenen Jahren nur eines, nämlich Verluste, Verluste, Verluste. Daran ändert auch das vierte Quartal des im September geendeten Geschäftsjahres nichts. Das Unternehmen fuhr in diesem Zeitraum einen Nettoverlust von 100 Millionen Euro ein, nachdem es im Jahr zuvor noch einen Gewinn von 40 Millionen Euro erwirtschaften konnte. Das ist aber nicht alles, denn abgesehen vom Verlust ist auch noch der Umsatz um 13 Prozent auf 1,73 Milliarden Euro gefallen. Beide Zahlen sind noch schlechter ausgefallen, als es der Markt befürchtet hatte.
In der Speicherchipsparte verdiente Infineon nach zuvor hohen Verlusten wieder Geld. Wie nachhaltig die sein werden und können, wird sich allerdings noch zeigen müssen. Denn das Unternehmen spielt mit dem Gedanken, die Sparte vom Konzern abzuspalten und an die Börse zu bringen. Es ist ein Schelm, wer Böses dabei denkt, wenn aus diesem Grund nun plötzlich Gewinne „herbeigezaubert“ werden. Es läßt sich jedoch fragen, ob diese Strategie betriebswirtschaftlich sinnvoll wäre, wenn sich mit den produzierten Speichern tatsächlich nachhaltig Geld verdienen ließe.
So drängt sich eher die Vermutung auf, das Unternehmen will einen Problembereich zunächst schönen, um ihn auf elegante Weise loszuwerden. Genauso, wie es Siemens im Jahr 2000 mit Infineon selbst gemacht hat. Das Resultat läßt sich ohne weiteres am Chart ablesen und dürfte keine Kaufempfehlung für eine verselbständigte Speichersparte sein.
Mehr als Hoffnung auf Besserung vorerst nicht absehbar
Nichts desto trotz geht Infineon für das laufende Jahr von Umsatzwachstum aus. „Im Geschäftsjahr 2005 haben wir beträchtliche Fortschritte bei der Kostenreduktion sowie der Verschlankung des Unternehmens gemacht“, sagte Firmenchef Wolfgang Ziebart. Die Effekte dieser Maßnahmen seien jedoch durch den starken Preisdruck auf dem Chipmarkt und durch den Verlust von Marktanteilen bei Mobilfunkkunden mehr als aufgehoben worden. Zu den größten Kunden für Mobilfunkchips gehörte der Siemens-Konzern, der inzwischen seine Handy-Sparte an den taiwanesischen Konzern BenQ abgegeben hat.
Im umkämpften Geschäft mit Speicherchips verbuchte Infineon im vierten Quartal des Geschäftsjahres einen operativen Gewinn von 34 Millionen Euro, nachdem im Quartal zuvor noch ein Verlust von 125 Millionen Euro angefallen war. Der Konzern begründete den Umschwung mit einem höheren Absatz und leicht gestiegenen Preisen. Im Geschäft mit Kommunikationschips verbuchte Infineon dagegen im Schlußquartal erneut einen Verlust von 46 Millionen Euro nach einem Minus von 88 Millionen Euro im Quartal zuvor.
Tatsache ist, daß das Unternehmen nach wie vor Verluste macht und den Anlegern nicht viel mehr als die Hoffnung bieten kann, daß sich dies irgendwann einmal ändern könnte. Das jedoch ist keine vernünftige Grundlage, um eine Aktie zu kaufen. In diesem Sinne sollte man als Anleger vorerst die Finger davon lassen, vor allem auch von möglichen Blüten, die das Management möglicherweise an der Börse plazieren will. Charttechnisch hat das Papier zwar den langfristigen Abwärtstrend durchbrochen. Aber das ist in diesem Fall nicht signifikant. Denn es gibt weder Anzeichen noch Gründe für einen nachhaltigen Aufschwung.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |