29.05.2009 · Der rasante Aufwärtstrend des Tec-Dax wird sich in Zukunft zwar verlangsamen, dennoch sind einzelne Titel innerhalb des Index weiterhin interessant: Besonders attraktiv sind der Tec-Dax-Riese Qiagen und das Medizintechnik-Unternehmen Drägerwerk.
Von Achim MatzkeDer Index Tec-Dax, in dem die führenden deutschen Technologie-, Medizin- und Biotechnologie-Aktien unterhalb des Leitindex Dax zusammengefasst sind, hat seit Jahresanfang bereits rund 20 Prozent hinzugewonnen. Hierbei konnten besonders „Comeback- und Recovery-Werte“ wie Aixtron, die im März 2009 in den Index eingewechselten Infineon sowie Wirecard ausgeprägte Kursgewinne erzielen.
Auch wenn sich im Tec-Dax aus technischer Sicht für die kommenden Monate eine langsamere Gangart andeutet, bietet der Index weiterhin attraktive technische Möglichkeiten. Damit aber keine stark prozyklischen Käufe vorgenommen werden, sollten technische Neuengagements beziehungsweise Anfangspositionen eher konzentriert werden auf defensive Wachstumswerte wie den Medizintechnikwert Drägerwerk Vorzugsaktien oder den Biotechnologie-Titel Qiagen, die jeweils im bisherigen Jahresverlauf mit einer relativen Schwäche belegt waren.
Attraktive Chancen in einzelnen Titeln des Index
Der Tec-Dax befindet sich aus langfristiger technischer Sicht zwar noch in einem Baisse-Trend (zurzeit um 695 Punkte), jedoch hat dieser nur noch rein formalen Charakter und damit wenig Einfluss auf die aktuelle Entwicklung.
Denn aus mittelfristiger Sicht war der Index nach dem Gesamtbaisse-Verlust von rund 62,3 Prozent - durch einen Kursrückgang von 1.060 auf 400 Punkte - ab Oktober 2008 in einen sich abschwächenden mittelfristigen Abwärtstrend mit der charttechnischen Form eines Keils (Bodenformation) mit einem Kurstief bei 400 Punkten (März 2009) hineingelaufen.
Nach den ersten Trading-Kaufsignalen kam es Ende März 2009 zu einem Investmentkaufsignal (Verlassen des Keils). Seitdem befindet sich der Tec-Dax in einer sehr steilen Aufwärtsbewegung. Aufgrund der mittelfristig überkauften Lage (Kursgewinn von über 60 Prozent seit Anfang März) sollte sich die Aufwärtsdynamik in den kommenden Wochen deutlich abschwächen.
Trotzdem deutet sich für die kommenden Monate ein Hereinlaufen in die gestaffelte Widerstandszone von 670 bis 695 Punkten an. Aufgrund der freundlichen technischen Gesamtlage sollte es neben einem Index-Investment auch attraktive Chancen besonders in einzelnen Titeln im Index geben.
Korrekturkanal ist „normale“ Gegenbewegung zur Hausse
Das Biotechnologie-Unternehmen Qiagen ist nicht nur ein Tec-Dax-Schwergewicht, sondern auf Basis der Marktkapitalisierung nach Streubesitz - hinter EADS - bereits der zweitgrößte Nicht-Dax-Wert. Der Charakter als defensiver technischer Wachstumswert findet sich bei Qiagen zum Beispiel in der letzten idealtypischen technischen Hausse (von Oktober 2002 bis November 2007) wieder, wobei es zu einem langfristigen Hausse-Trend mit einem Kursanstieg von 4,20 auf 16,44 Euro kam.
Seit November 2007 befindet sich die Aktie in einem technischen Korrekturkanal, wobei die obere Abwärtstrendlinie aktuell bei rund 13,50 Euro liegt. Dieser moderate Korrekturkanal ist aus übergeordneter technischer Sicht als „normale“ Gegenbewegung zur vorherigen Hausse anzusehen.
Während der Tec-Dax-Baisse von November 2007 bis März 2009 hatte Qiagen eine ausgeprägte mittelfristige relative Stärke. Deshalb überrascht es nicht, dass die Aktie in den letzten Wochen nur eine relative Schwäche gegenüber der Indexentwicklung aufwies. Innerhalb des Korrekturkanals hat Qiagen insgesamt die gestaffelte Unterstützungszone von 11 bis 12 Euro verteidigen können.
Da die technische Gesamtlage ein Auslaufen des Korrekturtrends andeutet, sollte bei Qiagen eine Anfangsposition aufgebaut werden. Beim Verlassen des Korrekturkanals (Kurse über 13,80 Euro) sollte aufgrund des dann vorliegenden Investmentkaufsignals und der verbesserten technischen Perspektiven die Qiagen-Position stark ausgebaut werden. Trotz der ansprechenden technischen Gesamtverfassung sollte die Anfangsposition in Qiagen mit einem Sicherungsstopp bei 9,90 Euro belegt werden.
Drägerwerk-Aktien stark überverkauft
Die Vorzugsaktien von Drägerwerk, einem Medizintechnik-Unternehmen, sind von Dezember 2000 bis April 2007 von 7,60 auf 74,70 Euro gestiegen. In drei Baisse-Phasen rutschten sie anschließend wieder ab, wobei es besonders seit September 2008, ausgehend von rund 48,20 Euro, zu einem beschleunigten Baisse-Trend kam. Dieser mündete aus technischer Sicht im März 2009 in einen Ausverkauf (ausgeprägter, kurzfristiger Kurseinbruch am Ende eines Abwärtstrends, begleitet von hohen Umsätzen).
Die laufende Erholung hat die Aktie aus dem beschleunigten Baisse-Trend zur Seite herausgeführt, so dass der Titel zumindest in eine mittelfristige Bodenformation hineinlaufen sollte.
Aufgrund der stark überverkauften, mittelfristigen Lage fehlen die Hinweise, dass die Baisse-Tiefs noch einmal angegangen werden. Da aus technischer Sicht viele Risiken eingearbeitet sein sollten, bietet sich bei den Drägerwerk Vorzugsaktien eine antizyklische Anfangsposition an, die mit einem strategischen Sicherungsstopp bei 13 Euro belegt wird.
Sollte die Aktie direkt in einen neuen mittelfristigen Aufwärtstrend umschlagen (Kurse über 23 Euro), sollte diese Position ausgebaut werden, da sich aus technischer Sicht dann eine durchgreifende mittelfristige Erholung andeutet.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |