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Technische Analyse Neue Favoriten: Beiersdorf und L'Oreal

27.07.2006 ·  Bei wichtigen Aktienindizes deutet sich an, daß sie mittelfristig eher seitwärts pendeln werden. Ausgewählte Titel fallen aus technischer Sicht aber positiv auf: Der Markttechniker Achim Matzke empfiehlt Beiersdorf und L'Oreal.

Von Achim Matzke
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Nachdem die wichtigen europäischen Aktienindizes Mitte Mai ihre vorherigen Hausse-Trends zunächst verlassen haben, deuten sich jeweils mittelfristige Seitwärtspendelbewegungen an. Hierbei fehlen zur Zeit sowohl die technischen Hinweise, daß die Standardwerte-Indizes an die Jahreshochs heranlaufen beziehungsweise auf neue Jahreshochs durchstarten werden, als auch dafür, daß die Indizes versuchen, die bisherigen Jahrestiefs von Mitte Juni zu unterbieten. Derartige Seitwärtspendelbewegungen sorgen im Regelfall für eine deutlich verstärkte Aufspaltung der Sektortendenzen.

Hierbei fallen aus technischer Sicht eher defensive Sektoren wie der DJ Stoxx Food & Beverage, der DJ Stoxx Health Care, der DJ Stoxx Retail, der DJ Stoxx Utilities und der DJ Stoxx Personal & Household Goods und ausgewählte Titel aus diesen Sektoren eher positiv auf. Neben ausgewählten Health-Care-Werten bietet sich aufgrund der technischen Gesamtsituation ein Kauf besonders bei Beiersdorf und L’Oreal an.

Beiersdorf: Neues Investmentkaufsignal

Beiersdorf (Isin DE0005200000) gehörte aus technischer Sicht in den achtziger und neunziger Jahren mit seiner langfristigen Aufwärtsbewegung zu den besten Titeln, die am deutschen Aktienmarkt zu finden waren. Die Beiersdorf-Aktie, die zuletzt durch die Ausgabe von Berichtigungsaktien aufgefallen ist, hielt auch aufgrund der Großaktionärsstruktur den Hausse-Trend von 2000 bis Mai 2002 mit neuen historischen Höchstkursen noch durch, während die Standardwerte-Indizes bereits seit März 2000 in einer Baisse steckten. Ausgehend von einem Kursniveau um 48 Euro – der langfristigen, bis heute gültigen Widerstandszone –, ist das Papier dann aber in eine dreijährige Baisse hineingelaufen. Zwar etablierte Beiersdorf bereits im Oktober 2004 bei 23,30 Euro das Tief der Baisse, jedoch dauerte es bis zum zweiten Halbjahr 2005, bis die Aktie auch den übergeordneten Baisse-Trend verließ.

Insgesamt hat Beiersdorf seit Oktober 2004 einen langfristigen, idealtypischen Hausse-Trend mit einem Wechselspiel aus Investment-Kaufsignalen, mittelfristigen Aufwärtstrends und mittelfristigen, trendbestätigenden Konsolidierungen herausgebildet, wobei die knapp zweijährige Hausse-Trendlinie aktuell bei rund 34,50 Euro liegt. Seit März 2006 steckte Beiersdorf – unterhalb von 41 Euro – in einer solchen mittelfristigen trendbestätigenden Konsolidierung, wobei das insgesamt positive technische Gesamtbild auch in den Wochen des Kursrutsches im Mai/Juni 2006 erhalten blieb.

In den letzten Handelstagen hat Beiersdorf diese Konsolidierung mit einem neuen Investmentkaufsignal – dem Sprung über die Widerstandszone um 41 Euro – verlassen, so daß das nächste mittelfristige technische Etappenziel im Test der Widerstandszone um 48 Euro, also die historischen Hochs, liegen sollte. Aufgrund der technischen Gesamtlage ist Beiersdorf ein technischer Kauf. Trotz der guten technischen Situation sollte aber jede Beiersdorf-Position mit einem strategischen Sicherungsstopp bei 35 Euro belegt werden.

L’Oreal: Aus technischer Sicht ein Kauf

Bei dem französischen Kosmetik-Konzern und DJ-Stoxx-Wert L’Oreal (Isin FR0000120321), der in den achtziger und neunziger Jahren mit einem Kursanstieg von 2,50 auf 95,30 Euro zu den europäischen „Marathon-Läufern“ zählte, hatte sich ab Ende 2000 eine fast fünfjährige, moderate Baisse-Bewegung etabliert. Diese ist aus technischer Sicht als Gegenbewegung auf die vorherige Mega-Hausse zu sehen. Diese Baisse-Bewegung endete im ersten Quartal 2003, bei einem Tief von 50,10 Euro, bereits in einer langfristigen technischen Bodenformation, nämlich einer Seitwärtspendelbewegung unterhalb der mehrfach getesteten Widerstandszone um 67 Euro.

Mit Hilfe des seit Oktober 2004 bestehenden Aufwärtstrends – die Aufwärtstrendlinie liegt aktuell bei rund 64,50 Euro – verließ L’Oreal die Bodenformation im Februar 2006 mit einem Investment-Kaufsignal. Zwar hat die Gesamtmarktschwäche der letzten Wochen L’Oreal in eine trendbestätigende Konsolidierung gezwungen, jedoch wurde diese in den letzten Handelstagen mit einem neuen Kaufsignal in Richtung der nächsten Widerstandszone um 82 Euro verlassen. Aus technischer Sicht ist L’Oreal ein technischer Kauf. Trotz der guten technischen Gesamtlage sollte aber jede L’Oreal-Position mit einem Sicherungsstopp bei 72 Euro belegt werden.

Der Autor leitet das europäische Index-Research von Commerzbank Corporates & Markets.

Quelle: F.A.Z.
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