Home
http://www.faz.net/-gv7-766ym
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Technische Analyse M-Dax erfreut mit einer Bilderbuch-Hausse

 ·  Unter anderem liefern die Aktien von Gea, Hannover Rück und MTU wieder neue Kaufsignale. Für Anleger bietet sich im M-Dax eine Doppelstrategie an.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Der M-Dax, der 50 mittelgroße deutsche Aktien aus den klassischen Geschäfts- und Wirtschaftsbereichen unterhalb des Dax zusammenfasst, befindet sich in einer technischen Bilderbuch-Hausse. Da die technische Gesamtlage eine Fortsetzung dieser Hausse andeutet, bietet sich neben einem direkten Index-Investment in den M-Dax noch eine Doppelstrategie an: Einerseits Anlagen in M-Dax-Titel mit intakten Aufwärtstrends, andererseits etwas spekulativere Investments in „Comeback-Stories“. Hierbei sollen zuerst ausgewählte M-Dax-Werte mit neuen Investment-Kaufsignalen und intakten Aufwärtsbewegungen herausgestellt werden. Dies trifft auf Gea, Hannover Rück und MTU zu.

Langfristige relative Stärke

Der M-Dax, ein Performance-Index, bei dem analog zum Dax anfallende Dividenden anteilig in Kursgewinne umgerechnet werden, startete, zurückgerechnet, Ende 1987 bei 1000 Indexpunkten. Abgesehen von einer kurzen Phase in den späten 1990er Jahren zum Höhepunkt der Hausse in den Technologie-, Medien- und Telekommunikationsaktien, weist der M-Dax eine grundlegend bessere Kursentwicklung und damit eine langfristige relative Stärke im Vergleich zum Dax auf. Diese ergibt sich im Wesentlichen aus der Zusammensetzung des Index. Als Konsequenz notiert der M-Dax bereits um 12700 Punkte, während der Dax erst bei 7820 Punkten angekommen ist.

Durch den technischen Hausse-Zyklus, der seit März 2009 (Start bei 4120 Punkten) vorliegt, wurde der M-Dax sowohl 2011 als auch 2012 bis an die seit über fünf Jahren bestehende Widerstandszone von 11300 bis 11500 Punkten geführt. Getragen von der sehr guten technischen Gesamtverfassung der M-Dax-Schwergewichte, ist der Index zum Jahreswechsel 2012/2013 mit einem neuen Investment-Kaufsignal über diese Widerstandszone gesprungen, so dass sich die technische Bilderbuch-Hausse mit einem ersten technischen Etappenziel von 13200 Punkten fortsetzen sollte. Aufgrund dieser sehr guten technischen Gesamtverfassung im Vergleich zu den anderen deutschen Auswahlindizes wie etwa dem Dax sollte ein Basis-Investment in den M-Dax in keinem Portfolio fehlen. Dieses Index-Investment kann durch einen M-Dax-Aktienfonds, einen Exchange Traded Fund (ETF) auf den M-Dax oder ein M-Dax-Zertifikat realisiert werden.

Gea - ein technischer Zukauf

Der in vielen Feldern tätige Maschinenbau-Konzern Gea, welcher im M-Dax zurzeit mit einem Gewicht von 5,3 Prozent an Position 4 steht, ist aus der früheren Metallgesellschaft hervorgegangen. Die Metallgesellschaft war im September 1990 für Feldmühle Nobel in den Dax aufgestiegen. Jedoch musste die Aktie im November 1996 den Dax-Platz für die Deutsche Telekom räumen. Die Metallgesellschaft übernahm die „alte“, ebenfalls börsennotierte Gea, wobei es nach einer wechselvollen Unternehmensentwicklung zur Umbenennung in die „neue“ Gea kam.

Da der aktuelle Gea-Chart die Fortführung des alten Metallgesellschaft-Charts darstellt, fällt im sehr langfristigen technischen Gesamtbild besonders die seit dem Jahr 1994 bestehende gestaffelte Widerstandszone von 27,00 bis 28,30 Euro auf. Die Aufwärtsbewegungen in den letzten 19 Jahren haben Gea immer wieder an und in diese Widerstandszone geführt. Seit Mitte 2011 hat die Aktie unterhalb dieser Widerstandszone eine Seitwärtspendelbewegung in Form eines mittelfristigen Aufwärtsdreiecks, das einen trendbestätigenden Charakter nach oben aufweist, herausgebildet. In den letzten Handelstagen ist Gea aus einer mittelfristig neutralen technischen Lage mit einem Investment-Kaufsignal aus diesem Aufwärtsdreieck herausgelaufen, so dass die seit 19 Jahren bestehende Widerstandszone zur Disposition steht. Aufgrund dieser attraktiven technischen Gesamtsituation und eines ersten mittelfristigen, technischen Etappenziels zwischen 32,00 Euro und 33,00 Euro stellt Gea einen technischen (Zu-)Kauf dar.

Hannover Rück: Attraktive Dividendenrendite

Beim Versicherungskonzern HannoverRück, aktuell mit einem Indexgewicht von 3,9 Prozent im M-Dax an Position 6 zu finden, lässt sich die Börsenentwicklung seit der Notierungsaufnahme im November 1994 in drei technische Phasen einteilen. Zuerst die Hausse bis zum März 1998 mit einem Kursanstieg von 7,70 auf 42,70 Euro (jeweils bereinigt um zwischenzeitliche Kapitalmarktaktivitäten). Danach ergab sich unterhalb der gestaffelten Widerstandszone von 40,00 bis 43,00 Euro eine vierzehnjährige Seitwärtspendelbewegung, wobei die jeweiligen Aufwärtstrends in der Aktie immer wieder an und in dieser Widerstandszone endeten.

Die seit Oktober 2008 (Start bei 13,60 Euro) bestehende Hausse hatte die Hannover Rück zunächst wieder in diese Widerstandszone geführt. Nach einer mittelfristigen Konsolidierung ist die Aktie Mitte 2012 mit einem übergeordneten Kaufsignal aus dieser 14-jährigen Seitwärtspendelbewegung ausgebrochen. Als Konsequenz steht eine grundlegende technische Neubewertung dieses Wertes für Techniker auf der Tagesordnung, wobei sich ein langfristiges technisches Kurspotential bis oberhalb von 70,00 Euro andeutet. Da die Aktie zusätzlich noch eine attraktive Dividendenrendite von 3,5 Prozent aufweist, bleibt Hannover Rück ein technischer (Zu-)Kauf.

MTU mit weiterem Kurspotenzial

MTU Aero Engines ist eine Holdinggesellschaft, wobei der Geschäftsschwerpunkt der operativ tätigen Unternehmenseinheiten in der Entwicklung, Herstellung, Instandhaltung und dem Vertrieb von militärischen und zivilen Luftfahrtantrieben besteht. MTU, seit dem Jahr 2005 an der Börse notiert und aktuell im M-Dax mit einem Indexanteil von 4 Prozent an Position 5 anzutreffen, befindet sich seit Oktober 2008 und einem Kursniveau von 12,90 Euro in einer technischen Bilderbuch-Hausse. Nach dem ersten mittelfristigen Aufwärtstrend (Kursanstieg bis 50 Euro im Juni 2010) ergab sich eine mittelfristige Seitwärtsbewegung mit der Unterstützungszone um 40,00 Euro und der Widerstandszone um 56,60 Euro.

Diese Konsolidierung hatte einen trendbestätigenden Charakter nach oben. Im ersten Quartal 2012 lief die Aktie mit einem Investment-Kaufsignal aus dieser Konsolidierung heraus. Seitdem liegen intakte, stabile Hausse-Trends und - mit dem Erreichen von neuen historischen Höchstkursen - auch eine technische Neubewertung des Titels vor. Da die technische Gesamtsituation ein weiteres Kurspotenzial bis 80 Euro andeutet, stellt auch MTU, die aktuell eine Dividendenrendite von 1,7 Prozent aufweist, einen technischen (Zu-)Kauf dar.

Der Autor, Achim Matzke,leitet das europäische Indexresearch von Commerzbank Corporates & Markets.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Emittenten-News
Anzeige
Für die Inhalte sind die Emittenten verantwortlich
Weitersagen
Aktienmärkte
Name Wert Änderung
  FAZ-INDEX --  --
  DAX --  --
  Dow Jones --  --
  Nikkei225 --  --
  Hang Seng --  --
  FAZ-Euro-Index --  --
  Eurostoxx 50 --  --
  S&P500 --  --
  Nasdaq 100 --  --
  M-Dax --  --
  Tec-Dax --  --
  SDAX --  --
  Dax Future --  --
Wertpapiersuche