Nach der geld- und fiskalpolitisch ausgelösten Euphorie an den Finanzmärkten ist die Lage an den internationalen Finanzmärkten zuletzt fragiler als zuvor geworden. Während vorlaufende Wirtschaftsindikatoren auf eine abnehmende Dynamik der Entwicklung hindeuten, neigen immer mehr Anleger zum Abbau riskanter Positionen und wenden sich defensiven Anlageformen zu.
In diesem Rahmen kann kaum verwundern, dass die Aktien von Unternehmen aus der Tabakbranche weiterhin gut laufen, nachdem sie schon in den vergangenen Monaten zum Teil beachtliche Kursgewinne hatten verzeichnen können.
Satte Kursgewinne bei Hanjaya Mandala Sampoerna
Die Papiere des indonesischen Unternehmens Hanjaya Mandala Sampoerna etwa konnten in den vergangenen zwei Jahren in einem etwas sprunghaften Aufwärtstrend Kursgewinne von bis zu 260 Prozent verzeichnen. Da das Unternehmen schon seit Jahren sowohl Umsatz- als auch Gewinn und Dividende im Trend steigern kann, sind weitere Kursgewinne wahrscheinlich. Die Dividendenrendite liegt auf Basis der am 15. Juni vorgesehenen Ausschüttung von 1.100 Rupien je Aktie bei etwas mehr als neun Prozent. Sowohl Performance als auch die hohe Ausschüttungsquote überraschen kaum, da das Unternehmen von Philip Morris beherrscht wird.
Die Papiere von Philip Morris ihrerseits befinden sich ebenfalls in einem stabilen Aufwärtstrend. Sie sind mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 15 und 13,7 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr, einer Dividendenrendite von 3,6 Prozent und der ebenfalls im Trend zunehmenden Erlöse und Gewinne weiterhin reizvoll für Anleger.
Ähnliches gilt für die Papiere des amerikanischen Tabakherstellers Lorillard. Die Aktien, die im Jahr 2008 an die Börse kamen, nachdem das Unternehmen vom Konglomerat Loews Corporation abgespalten worden war, konnten alleine seit Januar Kursgewinne von bis zu 56 Prozent verzeichnen. Selbst danach sind sie ähnlich vernünftig bewertet wie die Aktien von Philip Morris. Die Dividendenrendite ist sogar etwas höher. Das Unternehmen kann aufgrund einer robusten Nachfrage schon seit Jahren sowohl Umsatz leicht und den Gewinn überproportional steigern. Selbst stagnierende Verkäufe können durch Preissteigerungen und Kostensenkungen kompensiert werden.
Solide operative Entwicklung plus Übernahmephantasie
Lorillard ist der drittgrößte Zigarettenhersteller in den Vereinigten Staaten. Das Unternehmen wurde schon im Jahr 1760 gegründet und ist das älteste der Branche, das durchgehend am Markt war. Es bietet seine Produkte unter verschiedenen bekannten und etablierten Marken wie Kent, Maverick, Old Gold und Max an und hat sein Hauptquartier in Greensboro, North Carolina. Während Anleger alleine schon von der robusten operativen Entwicklung angezogen werden mögen, kommt dazu ein weiterer „Kick“ in Form von Übernahmephantasien. In den vergangenen Monaten gab es verschiedenste Analysen, die darauf hindeuteten, dass das Unternehmen in den kommenden Jahren von Reynolds American oder von Imperial Tobacco übernommen werden könne.
Bewertung, Kurstrends und operative Entwicklung geben auch den Papiere von Reynolds American, British American Tobacco und Altria noch gewisse Reize, während die Papiere von Swedish Match inzwischen schon etwas teuer geworden sind.