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Aktualisiert: 18.01.2016, 17:55 Uhr

Neuer Chef Rorsted-Wechsel lässt Adidas-Aktie steigen

Kasper Rorsted wechselt von der Henkel-Spitze an die von Adidas. Der Aktienkurs des Sportartiklers schießt empor. Der Kurs von Henkel bewegt sich in die andere Richtung - aus demselben Grund.

© dpa Kasper Rorsted

Der anhaltende Ölpreis-Verfall hat Europas Aktienanleger am Montag verunsichert. Die richtungsweisende Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee war mit 27,67 Dollar je Barrel (159 Liter) zeitweise so billig wie zuletzt im November 2003.Der Dax ging nahezu unverändert aus dem Handel. Deutschlands Leitindex verlor am Ende 0,3 Prozent auf  9.521,85 Punkte. "Der Ölpreis fällt ja nicht wegen einer schwächelnden Nachfrage, sondern wegen eines weltweiten Überangebots", betonte ein Börsianer. Außerdem seien die niedrigen Energiepreise ein Konjunkturprogramm für Europa, weil Firmen und Verbrauchern nun mehr Geld für Investitionen und Konsum bleibe.

Auch Aktienhändler Markus Huber vom Brokerhaus City of London äußerte sich verhalten optimistisch und verwies auf die erneuten Stützungsmaßnahmen für den Yuan. "Die Chinesische Regierung zeigt, dass sie kein Interesse an einer raschen und deutlichen Abwertung der Währung hat. Das sorgt für Erleichterung." In den vergangenen Wochen war an den Börsen über einen Abwertungswettlauf Chinas mit anderen Exportnationen spekuliert worden, um das schwächelnde Wachstum der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft anzukurbeln. Nun müssen einige Banken für Auslandsdevisengeschäfte mehr Yuan in der Hinterhand behalten. So sollen Wetten auf eine Abwertung des Wechselkurses erschwert werden, sagten Insider. Dies schob die chinesische Valuta an und drückte den Dollar auf 6,5795 Yuan.

Am Rohölmarkt fiel der Preis für die amerikanische Sorte WTI ebenso wie derjenige für Brent auf ein Zwölf-Jahres-Tief von 28,36 Dollar je Barrel. Am Wochenende waren die westlichen Sanktionen gegen Iran aufgehoben worden. Damit ist der Weg frei für Ölexporte der Islamischen Republik. Börsianer bezweifelten allerdings, dass das iranische Ziel von Ausfuhren im Volumen von 500.000 Barrel pro Tag realistisch ist.

Schließlich übersteige das Angebot bereits jetzt die Nachfrage um zwei bis 2,5 Millionen Barrel pro Tag, betonte HSBC-Chef Stuart Gulliver. "Die Frage ist nun, wie lange die Überproduktion auf diesem Niveau anhält. Wegen des anhaltenden Preisverfalls ihres wichtigen Exportguts gerieten Aktien und Währungen großer Förderländer erneut unter Druck. Die Leitindizes der Börsen in Russland, Saudi-Arabien und Kuwait  rutschten um bis zu 3,2 Prozent ab. Letztere lagen mit 5026,22 Punkten zeitweise auf dem tiefsten Stand seit Mai 2004.

"Rorsted hatte ein sehr gutes Standing"

Bei den deutschen Aktienwerten stand Henkel im Fokus. Der baldige Abschied von Henkel-Chef Kasper Rorsted hatte am ersten Handelstag der Woche die Aktie des Düsseldorfer Konsumgüterkonzerns unter Druck gebracht. Doch wohin wechselt der Top-Manager?

Herbert Hainer bei Hauptversammlung der Adidas AG © dpa Vergrößern Der Vorstandsvorsitzende des Sportartikelherstellers Adidas, Herbert Hainer geht zum 1. August. Sein Nachfolger kommt aus Düsseldorf: Henkel-Chef Kasper Rorsted.

Kurz vor Mittag kam dann das, was sich alle an der Börse schon gedacht haben. Die offizielle Bestätigung seitens Adidas, dass Rorsted zum Sportartikel-Hersteller wechseln und damit Nachfolger von Herbert Hainer ab dem 1. August wird. "Rorsted hatte ein sehr gutes Standing und ist ein guter Mann", sagte ein Börsianer in seiner ersten Reaktion. Entsprechend negativ reagiere die Aktie.

Spekulationen über einen sich anbahnenden Wechsel von Rorsted hatte es zuvor zwar schon gegeben. Aktienhändler Andreas Lipkow von Kliegel & Hafner zeigte sich jedoch überrascht über den frühen Zeitpunkt, zu dem Rorsted nun ausscheidet. "Rorsted wäre ein guter Mann, der zudem ein wenig Staub in Herzogenaurach aufwirbeln könnte." Adidas-Aktien gewann am Ende des Handelstages über 6 Prozent hinzu.

Im September hatte das "Manager Magazin" berichtete, dass Rorsted beim Adidas-Aufsichtsratschef Igor Landau seine Aufwartung gemacht habe. Es habe ein "langes und intensives Gespräch" gegeben, bei dem es um die Nachfolge von Adidas Vorstandschef Herbert Hainer gegangen sei. Allerdings seien sich Rorsted und Adidas nicht handelseinig geworden. Aktienhändler Lipkow rechnet bei Henkel aber nur mit einer vorübergehenden Kursschwäche. Mit dem Nachfolger van Bylen ist aus seiner Sicht ein ebenfalls guter Manager aus den eigenen Reihen gefunden worden

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Quelle: dpa-AFX/Reuters

 

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