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Studie Vorsicht vor Internetaktien

 ·  Die unheimlichen Kursgewinne der Aktien von Internetunternehmen mögen viele Anleger dazu reizen, sich solche Papiere beim Börsengang um jeden Preis in ihre Depots einbuchen zu lassen. Das allerdings sei riskant, zeigt eine Studie.

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Die unheimlichen Kursgewinne der Aktien von Internetunternehmen wie Priceline.com, Asos, Netflix, Shutterfly, Yoox oder auch Amazon in den vergangenen Monaten mögen viele Anleger dazu reizen, sich solche Papiere beim Börsengang um jeden Preis in ihre Depots zu holen oder sie einfach von ihren Anlageberatern einbuchen zu lassen.

Das ist allerdings riskant. Denn längst nicht alle Unternehmen entwickeln sich operativ längerfristig so robust, wie es Amazon oder Google taten. Viele solcher Unternehmen dagegen laufen heute unter ferner liefen oder sind gar von der Bildfläche verschwunden. Trotzdem baut sich derzeit in Zusammenhang mit jüngst vollzogenen und anstehenden Börsengängen sozialer Netzwerke wieder so etwas wie eine neue Internetblase auf.

Investitionen in Börsengänge von Internetunternehmen vermeiden

Das erklären zumindest kritische Stimmen wie beispielsweise die von MyPrivateBanking, einer sich als unabhängig bezeichnenden Informations- und Networkingplattform für vermögende Privatkunden und Vermögensverwalter weltweit. Private Anleger sollten Investitionen in Börsengänge von Internetunternehmen vermeiden, heißt es nach einem analytischen Blick auf die wichtigsten Akteure, Mechanismen und nach einem Vergleich mit der Internet-Blase der Jahre 1999 und 2000.

Auf der Hut sein sollten insbesondere vermögende Kunden jener Banken, die diese Börsengänge leiteten. Denn es sei gängige Praxis, dass bei großen Banken die Emissionsabteilungen und die Privatkundenberatungen zusammenarbeiteten um wohlhabenden Privatkunden die zu platzierenden Aktien schon vor den Börsengängen anzubieten. Das sei allerdings für die Anleger eine fragwürdiges Vorgehen und eine riskante Investition. Schließlich zeige eine Analyse von zehn der bekanntesten und verlustreichsten Börsengängen von Internet- und Kommunikationsunternehmen, wie stark die groß die Verluste ausfallen können, wenn die Geschäftsmodelle faktisch nicht tragen.

Neben diesen zehn Börsengängen habe es viele weitere von weniger bekannten Unternehmen gegeben, die längst bankrott und vergessen seien - außer bei jenen Anlegern, die eine Menge Geld verloren hätten, heißt es weiter bei MyPrivateBanking. „Börsengänge von weitgehend unbekannten Unternehmen, mit im Verhältnis zu ihren Umsätzen und Gewinnen schwindelerregenden Bewertungen, spielten eine zentrale Rolle für den irrationalen Überschwang der dot-com-Blase“, erklärt Steffen Binder, Research Direktor von MyPrivateBanking. „Mit Blick auf die Bilanzen der jüngsten Börsengänge von sozialen Netzwerken und chinesischen Internetunternehmen sehen wir eine Vielzahl von Parallelen, die einen Anleger warnen sollten.“

Ähnlichkeiten mit der jüngsten Internetblase

Diese Ähnlichkeiten endeten nicht bei den unheimlichen Bewertungen, sondern in der Analyse tauchten bei den bekanntesten Börsengängen von Internetunternehmen seit Dezember des Jahres 2010 viele der Investmentbanken wieder auf, die auch bei den Börsengängen der vergangenen Internet-Blase Feder führen gewesen waren: Morgan Stanley, Deutsche Bank, Credit Suisse, Goldman Sachs und die Bank of America Merrill Lynch.

„Natürlich gibt es erfolgreiche Börsengänge von Internetunternehmen, aber wir betrachten das Chance-Risiko-Verhältnis als viel zu unberechenbar und zu nachteilig für private Anleger,“ erklärt Christian Nolterieke, Geschäftsführer von MyPrivateBanking Research. „Es gibt ein erhebliches Risiko für die Anleger, dass die Kombination aus gleichen Hauptakteuren, Mechanismen und Versprechungen wie beim vergangenen Boom von Internetaktien letztlich auch wieder zu den gleichen, katastrophalen Ergebnissen führt.“

Bankkunden sollten deswegen skeptisch und kritisch reagieren, wenn ihnen die Beteiligung am Börsengang eines Internetunternehmens angeboten werde. Sie sollten unbedingt die Geschäftsmodelle und die Nachhaltigkeit von Einnahme- und Gewinnströmen gründlich überprüfen und die anbietenden Banken nach ihren Erfolgen und Misserfolgen bei Börsengängen befragen sowie nach dem Anteil der Aktien, die bei den Unternehmensgründern und ursprünglichen Investoren verblieben. Sollte er gering sein, sie Vorsicht geraten. Diese dürfte selbst bei so viel versprechenden Namen wie Facebook geraten. Denn Skeptiker erklären, es müsste beinahe die gesamte Weltbevölkerung registriert und aktiv sein, um einen Bewertung von hunderten von Milliarden Dollar zu rechtfertigen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors wieder.

Quelle: @cri
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