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Studie Banken haben die Bilanzen absichtlich aufgebläht

 ·  Banken hatten das Ziel, zu groß zu werden, um sie pleite gehen lassen zu können. Sie strebten implizite Staatsgarantien an. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Ausschusses für das weltweite Finanzsystem (CGFS), der seinen Sitz in Basel hat.

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Die Aktien von Banken wurden in den vergangenen Tagen nach der Veröffentlichung von Stresstests in Europa von den Märkten etwas positiver betrachtet als zuvor.

Allerdings gibt es starke Zweifel an der Validität der für den Stresstest angewandten Kriterien. Sie seien angesichts der in den Bilanzen versteckten Risiken in Form von überbewerteten Immobilien, nicht angepasster Länderrisiken und hohen Schulden bei vielen Verbrauchern zu „zahm“ erklären Skeptiker.

Banken hatten das Ziel, zu groß zu werden, um sie pleite gehen lassen zu können

Auch die Anzahl der Institute, die Größe des Sektors im Verhältnis zur Entwicklung der Realwirtschaft, die Internationalisierung und vor allem die rücksichtslose Wachstumsstrategien in der Vergangenheit spielten bei den Stresstest in Europa und den Vereinigten Staaten keine Rolle. Dabei haben einige Banken in der Vergangenheit möglicherweise deshalb stark expandiert, weil sie auf Teufel komm ´raus zu groß für eine Pleite oder „too big to fail“ werden wollten, um sich auf diese Weise das eigene Überleben zu sichern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Ausschusses für das weltweite Finanzsystem (CGFS), der seinen Sitz in Basel hat und der an die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich angegliedert ist.

„Bestimmte Banken dürften ihre Expansion vorangetrieben haben - entweder auf dem Heimatmarkt oder international - mit dem Ziel, den Status von Too-Big-To-Fail zu erreichen“, heißt es in dem Bericht. Das rasante Wachstum habe zu „im- oder expliziter“ Absicherung von Forderungen gegen die Banken durch den Staat geführt. Aus diesem Grund mussten Anleger das Insolvenzrisiko solcher Banken nicht wirklich in Erwägung ziehen. Ob sich das ändern wird, ist noch offen.

Erst in den vergangenen Tagen ist der Gouverneursrat des Committee on Banking Supervision unter dem Druck der massiven Lobbyarbeit der Banken und Finanzdienstleister eingeknickt und schwächte in Basel einige Elemente des Reformpakets in der Bankenregulierung ab, das von Ende des Jahres 2012 an unter dem Stichwort Basel III eingeführt werden soll. Es soll verhindern, dass die Banken in der nächsten Krise wieder auf Hilfe der Regierungen angewiesen sind. Deshalb sollen die Banken ihre Geschäfte mit mehr Eigenkapital unterlegen, das im Krisenfall nicht so leicht abgezogen werden kann.

Zugeständnisse machten die Aufseher unter anderem bei der Bewertung von Minderheitsbeteiligungen der Banken an anderen Instituten. Das dort liegende Kapital sollen sie sich nun doch anteilig als Kernkapital anrechnen lassen können, ebenso wie Steuerguthaben. Die in den Vereinigten Staaten seit langem gebräuchliche, aber in Frankreich und Deutschland umstrittene Verschuldungsquote (Leverage Ratio) der Banken soll frühestens im Jahr 2018 verbindlich eingeführt werden, „wenn sie sich vorher bewährt“. Veröffentlicht werden muss sie ab dem Jahr 2015.

Rettungsaktionen sind kostspielig - Beispiel Deutschland

Wie kostspielig solche von den Banken offensichtlich provozierten Rettungsaktionen werden können, zeigt eine Studie von Professor Christoph Kaserer von der Technischen Universität München im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Die Rettung der deutschen Banken in Folge der Finanzkrise werde Bund und Länder voraussichtlich zwischen 34 und 52 Milliarden Euro kosten. Dies entspreche 1,4 bis 2,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes oder 417 bis 632 Euro je Einwohner. Die direkten Kosten der Finanzkrise würden zu 80 Prozent bei den staatlichen Banken anfallen. Das sei der Preis für eine schlechte Kontrolle und jahrelange Tolerierung untauglicher Geschäftsmodelle durch die Politik, erklärt er.

Solche Untersuchungen und die gigantischen Summen, die in anderen Staaten in die Rettung von Banken und Versicherungen gesteckt wurden, legen ein straffe Regulierung der Branche nahe. Denn sonst wäre angesichts der asymmetrischen Risiko-Ertragsstrukturen die nächste Krise nur eine Frage der Zeit. Ob die Staaten dann angesichts der rasant steigenden Verschuldung überhaupt noch die notwendigen Ressourcen hätten, um zu retten, ist eine andere Frage.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors wieder.

Quelle: @cri
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