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Strategie Rettungsaktionen belasten den Konsum

 ·  Während sich über Sinn und Unsinn staatlicher Rettungsaktionen streiten lässt, haben sie faktisch zu hohen Unternehmensgewinnen bei stagnierenden Einkommen geführt. Das untergräbt die Konsumnachfrage und erhöht das Risiko sozialer Unruhen.

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Die unglaublichen Summen, die in den vergangenen Jahren direkt oder indirekt für die Rettung angeblich systemrelevanter Banken, Unternehmen und Staaten sowie zur künstlichen Förderung der Konjunktur ausgegeben oder versprochen wurden, sollen dem Gemeinwohl dienen, heißt es gemeinhin.

Das volkswirtschaftliche Resultat der gigantischen Interventionen sei im Endeffekt günstiger und besser als das, was herausgekommen wäre, wenn die Krise ungebremst ihren Verlauf genommen und die wahren Verlierer - zum Beispiel viele Banken und Anleger, die sich in ihrer Gier und Risikoblindheit verzockt hatten - aus dem Wirtschaftssystem eliminiert hätte, so die Unterstellung.

Rettungsaktionen - Unternehmensgewinne nehmen zu, die Realeinkommen stagnieren

Sicher ist das allerdings nicht. Denn schließlich treiben viele jener Marktteilnehmer, die schon in der Vergangenheit zur Entstehungen von allerlei Ungleichgewichten und resultierenden Krisen maßgeblich beigetragen hatten, aufgrund unbereinigter Fehlanreize auch heute noch ihr Unwesen. Dazu zählen sowohl Finanzunternehmen als auch Anleger, fehlgeleitete Regulatoren und Wirtschafts- und Finanzpolitiker.

Selbst wenn man Rettungsaktionen nicht in Zweifel ziehen wollte, zeichnet sich das Ergebnis zumindest gemäß einer Analyse von BCA Research durch eine beachtliche Schieflage aus. So hätten die geldpolitischen Strategien der Zentralbanken, in erster Linie die tiefen Zinsen und die Wertpapierkäufe am offenen Markt, dazu geführt, dass die Unternehmensgewinne stark gestiegen seien, während die verfügbaren Einkommen der Konsumenten stagnierten oder aufgrund von Preissteigerungen real sogar zurückgingen, so das Resultat zumindest mit Blick auf die Vereinigten Staaten und Großbritannien.

Während in Deutschland die Verteilung der Erträge zwischen Unternehmen und Lohnempfänger ausgeglichener verlaufe, sei die Entwicklung in den angelsächsischen Staaten kritisch zu sehen. Denn dort sei nicht nur die Entwicklung der real verfügbaren Einkommen im Verhältnis zur Entwicklung der Unternehmensgewinne unterdurchschnittlich ausgefallen, sondern zudem tendierten die Staaten dazu, Defizit- und Schuldenprobleme eher durch Ausgabenkürzungen als über Steuererhöhungen anzustreben. Das verstärke diese Entwicklung, heißt es.

Stagnierende Konsumnachfrage - zunehmendes Risiko sozialer Unruhen

Sie führe dazu, dass man die Aktienmärkte mit einer gewissen Skepsis betrachten müsse. Denn erstens würden die Kaufkraft und damit die volkswirtschaftlichen Wachstumsmöglichkeiten gerade in jenen Ländern beschränkt, die traditionell stark von der stetigen Zunahme der Konsumnachfrage abhingen. Zum anderen nehme bei relativ geringen Einkommen und hoher Jugendarbeitslosigkeit das Risiko sozialer Unruhen zu, wie sie derzeit in verschiedenen Staaten zu beobachten seien. Schließlich zeichnet sie sich durch einen hohen Anteil von Jugendlichen an der Gesamtzahl von Arbeitslosen ab.

Insgesamt sei es auch mit Blick auf die bisher ungelöste Schuldenkrise ratsam, sich als Anleger weiterhin defensiv zu positionieren. Zu den präferierten Anlageformen zählten unter anderem Schweizer Aktien und Anleihen - beziehungsweise grundsätzlich ein Engagement in Schweizer Franken.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors wieder.

Quelle: @cri
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