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Strategie Prognosen an den Finanzmärkten werden schwieriger

21.12.2009 ·  Das Jahr 2010 wird für Investoren an den Finanzmärkten schwerer einzuschätzen sein als die vergangenen Jahre. Die Positionierung der Portfolios verlangt Geschick. Die Korrelation zwischen Dollar und Risikoverhalten der Marktteilnehmer bricht.

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Das kommende Jahr 2010 wird für Investoren an den Finanzmärkten schwerer einzuschätzen sein als die beiden vergangenen Jahre. Die Positionierung der Portfolios verlangt Geschick. Extreme Bewegungen an den Devisen-, Aktien- und Anleihemärkten in Krisenzeiten mögen Anleger zwar böse überraschen. Das Verhalten der Märkte und die Korrelation zwischen den einzelnen Marktsegmenten sind jedoch recht eindeutig.

So stimmte in den vergangenen beiden Jahren die Korrelation zwischen der Risikobereitschaft der Marktteilnehmer, dem Dollar-Wechselkurs und der Richtung an den Aktienmärkten. Brachen die Aktienmärkte in der Panik um die Bankenkrise im Jahr 2008 ein, wertete der Dollar als Hafen der Sicherheit auf. Verflog die Angst und kehrten die Fondsmanager wieder an die internationalen Risikomärkte zurück wie im Jahr 2009, wertete der Dollar entsprechend ab.

Korrelation zwischen Devisen- und anderen Märkten bricht

Diese starke Korrelation wird im kommenden Jahr brechen, ergibt eine Studie von Nomura. Anleger werden nicht mehr auf die schlichte Formel des vergangenen halben Jahres setzen können: Wertet der Dollar ab, geht es mit der Aufwärtsbewegung an den Aktienmärkten, Rohstoff- und Edelmetallmärkten weiter. Eine Analyse von Nomura zeigt, dass die Korrelation zwischen dem Dollar-Wechselkurs und der Richtung der Finanzmärkte am stärksten ausgeprägt ist, wenn die Federal Reserve ihre Zinsen deutlich hebt oder senkt. Dies ist nicht der Fall, wenn das Zinsniveau stagniert, wie dies in den Jahren 2002, 2004 und 2009 der Fall war. In diesen Phasen wertet der Dollar meist ab, unabhängig von der Risikoaversion der Marktteilnehmer.

Interessant für europäische Anleger ist, dass die Korrelation von Risiko und Dollar-Wechselkurs am stärksten funktioniert, wenn das Dollar-Renditeniveau deutlich unter dem Renditeniveau der Währungsunion tendiert. Dann führt jegliche Risikofreude zu einer aggressiven Verkaufswelle des Dollar. Je kleiner indessen die Renditedifferenz beider Währungsblöcke ist, desto weniger ist von der Korrelation zu beobachten - so in den Jahren 2001 bis 2005. Liegt das Renditeniveau von Dollar-Anlagen deutlich über der Verzinsung von Anlagewerten in Euro, dreht die Korrelation, und der Dollar wertet in Phasen großer Risikofreude auf. Nomura stellte auch fest, dass die Korrelation immer dann sehr klar auftritt, wenn an den Aktienmärkten sehr starke Kursbewegungen zu beobachten waren.

All dies hat Konsequenzen für die Einschätzung des kommenden Jahres: Nach der rasanten Entwicklung an den Aktien- und Rohstoffmärkten wird nicht prognostiziert, dass die Märkte im Jahr 2010 nochmals so extreme Kurssprünge verzeichnen werden. "Da wir außerdem erwarten, dass die Federal Reserve ihre Zinsen längere Zeit auf jetzigem Niveau halten wird, dürfte die Korrelation zwischen Dollar und Risiko im kommenden Jahr schwächer ausfallen", heißt es bei Nomura. Dies sei umso mehr der Fall, als die Renditedifferenz zwischen Dollar- und Euroanlagen derzeit nicht sehr ausgeprägt sei.

Dollar kann aufwerten, ohne eine Verkaufswelle an den Börsen zu verursachen

Die Analyse von Nomura zeigt, dass der Dollar also aufwerten kann, ohne dass dies eine Verkaufswelle an den Aktienmärkten auslösen muss. Dies mag der Grund sein, warum der Dollar in den vergangenen zehn Tagen von 1,50 auf 1,4290 Dollar je Euro zulegte, die Aktienmärkte jedoch entgegen der Erwartung vieler technischer Analysten stabil notierten. Der deutsche Aktienindex Dax erreichte am Montag sogar mit 5936 Punkten ein neues Jahreshoch.

Die Dollar-Aufwertung ist kein Synonym mehr für eine Kapitalflucht in den Dollar, sondern für die Erwartung der Marktteilnehmer, dass gute Konjunkturdaten den Zeitpunkt einer "normalen" Geldpolitik der Federal Reserve näher rücken lassen. Dies ist nicht negativ für die Aktienmärkte, angesichts der konsequenten Antiinflationspolitik der Notenbanken sogar positiv.

Noch hat der Dollar nicht endgültig gedreht. Die Fachleute der Bank JP Morgan warnen, dass die Vereinigten Staaten immer noch mit einem großen Leistungsbilanzdefizit und Kapitalabflüssen kämpften. Im ersten Halbjahr 2010 werde der Dollar daher gegenüber dem Euro voraussichtlich wieder auf 1,62 abwerten und erst in der zweiten Jahreshälfte - wenn die amerikanische Notenbank Fed ihre Geldpolitik ändere - aufwerten.

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