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Strategie Per Verlustsozialisierung zur Rally bei Bankaktien?

 ·  Die Finanzmärkte reagieren einmal mehr euphorisch auf die scheinbare Lösung der Euro-Schuldenkrise. Manche Strategen rechnen nun sogar mit einer Kursrally bei den Aktien an sich schwacher Banken aus Südeuropa.

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Von zu Tode betrübt bis himmelhoch jauchzend - an den Finanzmärkten geht das innerhalb von Minuten. Nach dem Beschluss der Euro-Staaten, weitere Milliarden in den strukturell bodenlosen Fässern der Peripheriestaaten zu versenken, wird „alles gut“ und der Optimismus unter Anlegern erlebt fröhliche Urständ.

Insbesondere die Bankaktien und die Papiere sonstiger Finanzunternehmen können massive Kursgewinne verbuchen. Sie sind einerseits auf die technische Marktkonstellation zurückzuführen. Dynamisch agierende Anleger kaufen ihre Papiere zurück, nachdem sie in den vergangenen mit dem Ausleihen und dem taktischen Verkauf gut an den fallenden Kursen verdient hatten.

Systemische Risiken und falsche Anreize werden nicht behoben

Tatsächlich zeigt sich einmal mehr, dass Banken zumindest in ihrer Gesamtheit starken Herdentrieben unterliegen und in ihrem Rahmen auf Basis seltsamer Analysen zunächst gigantische Gewinne, schließlich aber dramatische Verluste einfahren können. Entsprechender Risikoappetit lohnt sich, tatsächliche und potentielle Verluste weiterhin sozialisiert und auf die Steuerzahler der allenfalls noch halbwegs solide wirtschaftenden Staaten umgelegt werden, während die Gewinne in die Taschen der lobbystarken Manager der Finanzindustrie und zu einem Teil in jene ihrer Aktionäre fließen.

Schließlich haben sich die Euro-Staaten nun auf ein zweites Hilfspaket für Griechenland geeinigt. Es soll die Refinanzierungslage in Europas hoch verschuldeten Staaten entspannen. Daran beteiligen sich erstmals auch private Gläubiger, ihr Anteil am Gesamtpaket von 109 Milliarden Euro soll 37 Milliarden Euro betragen. Kritiker bezeichnen diese Summe jedoch in Relation zu den realisierten und noch in den Bilanzen vieler Banken versteckten Verluste als „Peanuts“. In diesem Sinne stellen die beschlossenen Maßnahmen im Kern nichts weiteres als eine weitere Umlage privater Verluste auf die Steuerzahler dar.

Aus diesem Grund sind Finanzwerte bei Anlegern kurzfrisitg nicht nur aus technischen Gründen gefragt. Denn diese Unternehmen, von welchen viele volkswirtschaftlich nutzlos und schlicht überflüssig sind, können weiterwirtschaften, als ob nichts gewesen wäre und als ob sie nicht mitverantwortlich für die gigantischen Finanz- und Immobilienpreisblasen der vergangenen Jahre waren.

Kommt es zu einer Rally der Aktien an sich schwacher Banken?

Die europäischen Maßnahmen zur Eindämmung der Schuldenkrise ließen nach Ansicht von Sanford C. Bernstein & Co. sogar eine Kursrally bei den Banken aus Südeuropa erwarten, schreibt die Nachrichtenagentur Bloomberg. Besonders für Titel aus Italien dürfte es aufwärts gehen, erkläre die Vermögensverwaltung. „Die Spitzen der europäischen Politik haben ihre Bereitschaft signalisiert, Anleihen im Besitz des privaten Sektors gegen 15- und 30-jährige Papiere umzutauschen, die fast vollständig mit Sicherheiten unterlegt sind“, zitiert sie einen Bericht von Dirk Hoffmann-Becking an Kunden. Die Risiko einer Abschreibung auf den Nennwert würden auf Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) verlagert, erklärt er. Das dürfte das Risiko eines Systemcrashs beseitigen und eine Ansteckung Italiens verhindern.“

Die Eurozone hat am Donnerstagabend ein insgesamt 159 Milliarden Euro schweres Maßnahmenpaket zur weiteren Stützung Griechenlands auf den Weg gebracht. Es stärkt unter anderem die Kompetenzen des Euro-Rettungsschirms, der künftig auch Anleihen überschuldeter Euro-Länder ankaufen und Banken bei der Refinanzierung helfen darf.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors wieder.

Quelle: @cri
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