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Strategie Immobilienverkauf macht Ferrovial-Aktie kaum attraktiver

29.12.2006 ·  Die Grupo Ferrovial profitierte vom spanischen Immobilienboom und investierte inzwischen heftig im Infrastrukturbereich. Die Schuldenkonsolidierung durch einen Teilverkauf scheint logisch zu sein, die Aktie ist jedoch nicht günstig.

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Mit leichten Kursgewinnen reagiert am Freitag die Aktie des spanischen Bau- und Infrastrukturkonglomerats Ferrovial auf die Mitteilung, die Immobiliensparte für 1,6 Milliarden Euro an den heimischen Konkurrenten Promociones Habitat verkauft zu haben.

Das Unternehmen erlöst aus der Transaktion nach eigenen Angaben einen Nettogewinn von 770 Millionen Euro. „Mit dem Verkauf stärkt Ferrovial seine Investitionskapazität und konsolidiert seine Wachstumsstrategie entlang seiner drei Hauptgeschäftsfelder Bau, Infrastruktur und Dienstleistung“, erklärte das Unternehmen am Donnerstag. Der Verkaufspreis liegt im Rahmen der Markterwartungen.

Ferrovial hat hohe Schulden angehäuft

An der neuen Habitat-Gruppe werde sich Ferrovial mit 20 Prozent in einem Volumen von 125 Millionen Euro beteiligen. Das zeigt, daß sich das Unternehmen noch nicht grundsätzlich aus dem aufgrund der tiefen Zinsen heiß gelaufenen Immobilienmarkt des Landes verabschieden möchte, obwohl die Europäische Zentralbank auf eine Beruhigung genau in diesem Bereich hinarbeiten dürfte.

Experten rechnen damit, daß Ferrovial den Erlös zur Tilgung seiner Schulden von rund 34 Milliarden Euro nutzen will. Aus dem gleichen Grund will das Unternehmen die Flughäfen in Budapest, Sydney und Bristol verkaufen. Diese Konsolidierungsstrategie dürfte auch überfällig sein, drohten die Verbindlichkeiten des Unternehmens nach der Übernahme der britischen BAA für 10,1 Milliarden Pfund im August des laufenden Jahres doch aus dem Ruder zu laufen.

Die Diversifikationsstrategie an sich mag zwar sinnvoll sein, allerdings stellt sich nun die Frage nach den gezahlten Preisen und den eingegangenen Risiken. Denn nicht nur der spanische Bau- und Immobilienboom dürfte früher oder später ein Ende finden, sondern auch die Erwartungen an das Infrastrukturgeschäft könnten überzogen sein. Flughäfen, Mautstraßen und ähnliche Geschäftsmodelle sorgen zwar für relative stetige und robuste Einkommensströme, da ihre Nutzer nicht oder nicht ohne weiteres auf vergleichbare Angebote ausweichen können.

Aktie ist alles andere als ein Schnäppchen

Auf der anderen Seite lassen sich die Preise für solche Angebote nicht beliebig setzen, ohne auf Widerstand zu stoßen. Das zeigt sich an den aktuellen Forderungen, die BAA aus Wettbewerbsgründen zu zerschlagen. Mehr Wettbewerb solle für besseren Service und vor allem auch für günstigere Preise sorgen. Und das, obwohl hohe Investitionen für Kapazitätserweiterungen notwendig sind.

Auf dieser Basis scheinen die Aktie von Ferrovial mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 25 und knapp 24 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr vor allem auch in Verbindung mit den hohen Schulden relativ teuer zu sein. So dürften denn auch Konsolidierungstendenzen kaum verwundern, die sich charttechnisch schon seit Monaten abzeichnen. Sie dürften sich sehr wahrscheinlich in einem normalen Umfeld noch eine Weile fortsetzen. Immerhin warnte jüngst auch S&P vor einer Preisblase im Infrastrukturbereich (siehe: S&P: Preisblase im Infrastrukturbereich).

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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