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Strategie Dollareffekt begünstigt amerikanische Firmen

 ·  Der schwache Dollar bringt amerikanischen Unternehmen mit starkem Auslandsgeschäft Vorteile. Sie profitieren von der verbesserten Wettbewerbsfähigkeit und von Umrechnungsgewinnen. Das kann ihre Aktien interessant machen.

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Mit massiven Kursgewinnen erholen sich die amerikanischen Börsen seit zwei Handelstagen von den Kursverlusten der vergangenen Wochen und Monate. Hatte der S&P 500 am Dienstag nach der Ankündigung von Liquiditätsspritzen der Zentralbanken schon satte 3,7 Prozent zugelegt, so setzt sich die Kursrally am Mittwoch nahtlos fort: Im frühen Handel liegt der Index knapp ein Prozent im Plus.

Deutliche und kurzfristige Kursgewinne dürften kaum überraschen. Denn nachdem sich die Stimmung unter den internationalen Anlegern in den vergangenen Tagen dramatisch verschlechtert hatte, waren sie nur eine Frage der Zeit. Selbst wenn man grundsätzlich Zweifel an der makroökonomischen Lage in den vereinigten Staaten haben mag, so kann man nicht davon ausgehen, dass die Märkte unbeirrt nach unten laufen werden.

Fulminante Kurserholungen sind möglich

Zwischenerholungen sind jederzeit möglich. In solchen Phasen können jene Marktteilnehmer, die auf fallende Kurse gesetzt hatten, zum Rückkauf der zuvor leer verkauften Papiere gezwungen werden. Aus diesem Grund können Kursbewegungen nach oben einen explosiven Charakter annehmen. Im aktuellen Umfeld kommen dafür insbesondere die Finanzwerte in Frage, da sie in den vergangenen Monaten massive Kursverluste hatten hinnehmen müssen.

So konnten in den vergangenen beiden Tagen einzelne Aktien wie die der Citigroup oder auch der UBS Kursgewinne von bis zu zehn Prozent verbuchen. Sollte es an den Kreditmärkten zu einer Normalisierung der Verhältnisse kommen und sollte sich abzeichnen, dass die heiße Phase der Mega-Abschreibungen überstanden ist, so wären weitere Kursgewinne wahrscheinlich. Möglicherweise ist der Zeitpunkt schon da.

Wollten die Finanzunternehmen in den vergangenen Tagen und Wochen in einem wenig fungiblen Markt Liquidität schöpfen, um problematische Positionen abdecken zu können, so waren sie nicht selten zum Verkauf liquider Papiere gezwungen. Das setzte die Börsen zusätzlich unter Druck, nachdem fundamental orientierte Börsianer schon vor Wochen dazu übergegangen waren, überzogene Bewertungen aufgrund zu optimistischer Gewinnerwartungen zu Verkäufen zu nutzen.

Internationale, amerikanische Unternehmen profitieren vom schwachen Dollar

Grundsätzlich bieten jedoch die Werte amerikanischer Unternehmen, die stark exportorientiert sind oder die einen großen Teil ihrer Umsätze im Ausland erzielen, Anlegern gewisse Reize. Denn diese Unternehmen können vom schwachen Dollar gleich doppelt profitieren: Erstens verbessert sich ihre Wettbewerbsfähigkeit und zweitens können sie bei der Umrechnung der ausländischen Umsätze und Gewinne stark positive Währungseffekte verbuchen.

Genau diese Gründe dürften dazu beigetragen haben, dass der amerikanische Baumaschinenhersteller Caterpillar seine Umsatzprognose am Mittwoch für das Jahr 2010 von 50 auf 60 Milliarden Dollar anheben konnte. Immerhin erzielte das Unternehmen im Jahr 2007 rund 62 Prozent seiner Gesamterlöse von knapp 45 Milliarden im Ausland. Aus diesem Grund machen sich Währungseffekte überproportional bemerkbar. Ähnliche Konstellationen sind bei vielen der großen amerikanischen Unternehmen anzutreffen: Die Citigroup erzielt 55 Prozent der Erlöse im Ausland, McDonald's 61 Prozent, General Electric rund 50 Prozent und IBM kommt auf einen Auslandsumsatzanteil von 58 Prozent.

So dürfte es kaum verwundern, dass Unternehmen wie IBM in einem Umfeld mit einem schwachen Dollar geradezu prosperieren können. Die Aktie befindet sich am Mittwoch mit einem Plus von 0,9 Prozent auf 117,5 Dollar kurz vor der Überwindung der Zwischenhochs der vergangenen Monate. Danach stünde der Weg in Richtung Kurshoch bei 140 Dollar frei. Im Gegensatz zu früher wird das Unternehmen nicht mehr von der Handwaresparte belastet. Es kann sich voll auf das „hoch margige“ Dienstleistungsgeschäft konzentrieren. Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 14,3 und 12,7 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr ist die Aktie zudem vergleichsweise günstig bewertet.

Insgesamt kann der schwache Dollar die operative Entwicklung solcher Unternehmen beflügeln und dazu beitragen, dass sich die Kurse ihrer Aktien trotz einer ausgeprägten Schwäche in den Vereinigten Staaten zumindest in Dollar robust entwickeln können.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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