10.11.2008 · Die Aktien dividendenstarker Unternehmen sind in volatilen Zeiten interessant. Sie bieten Anlegern bei schwankenden Kursen laufende Einnahmen. Entscheidend ist, ob sie auch künftig zu erwarten sind, wie bei den „Dividendenaristokraten“ von S&P.
An den internationalen Finanzmärkten geht es aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise turbulent zu. In diesem Umfeld ist es für nervenschwache Anleger besser, überhaupt nicht im Markt präsent zu sein oder sich defensiv zu positionieren.
Eine Möglichkeit dazu bot in den vergangenen Monaten der selektive Kauf von Telekommunikationswerten. Sie blieben in der globalen Betrachtung mehrheitlich nicht von Kursverlusten verschont. Allerdings fielen sie unterdurchschnittlich aus.
Hohe Dividenden sind interessant ...
Zudem bieten die Unternehmen durchwegs interessante Dividendenrenditen. Das heißt, Anleger können mit dem Kauf solcher Papiere aufgrund der zu erwartenden Ausschüttungen laufende Einnahmen erzielen, während sie Kursrückschläge aussitzen. Im Unterschied zu vielen anderen Branchen ist der Telekommunikationssektor relativ Konjunktur insensitiv.
So ist der Geschäftsgang der Unternehmen der Branche in der Regel relativ robust. Sie zeichnen sich zudem durch hohe und stabil Cashflows aus. Genau diese versetzen sie im Unterschied zu vielen anderen Unternehmen in die Lage, die Ausschüttungen auch in schwierigen Zeiten leisten zu können. Das gilt in erster Linie für jene Firmen, die nur gering verschuldet sind.
Das ist entscheidend. Denn hohe Dividendenrenditen sind nur dann interessant, wenn Anleger davon ausgehen können, dass sich die betrachteten Unternehmen auch in der Zukunft trotz aller volkswirtschaftlichen Horrorszenarien attraktive Ausschüttungen leisten können und wollen.
Sollte das nicht der Fall sein, so wären Dividendenrenditen eher ein Krisen- als ein ermutigendes Zeichen. Denn sie zeigen, dass die Aktienkurse im Vergleich mit den in der Vergangenheit getätigten Ausschüttungen stark gefallen sind. Und genau das deutet auf eine schwache wirtschaftliche Entwicklung in der Zukunft hin, die Dividendenausschüttungen in Frage stellen könnten.
... aber nur, wenn die Ausschüttungen auch künftig möglich sind
Diese Tatsache zeigt sich am Beispiel einer Analyse der Aktienexperten von S&P. Danach haben die im S&P 500 Index enthaltenen Unternehmen ihre Ausschüttungen aufgrund der Krisen in den vergangenen Monaten im Durchschnitt deutlich gesenkt. Darunter waren Firmen, die ihre Dividenden zuvor über 25 Jahre von Jahr zu Jahr gesteigert hatten und die von S&P „Dividendenaristokraten“ genannt werden.
Allerdings wurden bisher noch nicht alle in die Knie gezwungen. Tatsächlich führt die Kombination von Unternehmen, die ihre Ausschüttungen bisher noch nicht gesenkt haben und die gleichzeitig eine Kaufempfehlung von den S&P-Aktienanalysten haben, zu einer Liste von 28 Aktien, die im Anhang zu finden ist. Sie reicht von Abbott Labaratories über Exxon Mobil bis hin zu Wal-Mart Stores und zeichnet sich dadurch aus, dass kaum Finanzwerte dazuzählen. Diese mögen derzeit zwar sehr hohe Dividendenrenditen aufweisen. Allerdings sind diese oft nur Schnee von gestern und in absehbarer Zeit mehrheitlich kaum wieder zu erzielen.
S&P-Analyst Howard Silverblatt betrachtete den amerikanischen Finanzsektor genauer. Er fand elf Unternehmen der Branche, die Dividendenzahlungen in diesem Jahr komplett einstellten und weitere 35, die ihre Dividenden kürzten. Die Summe aus Ausfällen und Kürzungen lag bei knapp 31 Milliarden Dollar, so Silverblatt. Auf der anderen Seite erhöhten zwar auch 37 Firmen wie zum Beispiel Aflac, BB&T und Chubb ihre Ausschüttungen. Allerdings nur um insgesamt 2,4 Milliarden Dollar.
Auch Silverblatt rät Anlegern, auf die Aktien jener Unternehmen zu setzen, die aufgrund ihrer operativen Tätigkeit robuste Einnahmeströme erzielen können. Dazu zählt er die Telekommunikations- und Versorgungswerte. Sie wiesen eine hohe Dividendeneffizienz aus, erklärt er und meint damit das Verhältnis zwischen Ausschüttung und Marktkapitalisierung. Im amerikanischen Telekomsektor liegt das Verhältnis bei 2,1 und damit viel höher als bei den Finanzunternehmen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |