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Sport Adidas-Aktie muss weiter für einen Anstieg trainieren

 ·  Gefüllte Auftragsbücher bei Adidas-Salomon gefallen den Investoren. Aber die Erwartungen an die Aktie sind hoch.

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Während die Puma-Aktie nach den Quartalszahlen in der vergangenen Woche noch einmal zu Hochtouren aufgelaufen ist und neue Höchstkurse erklomm, hat die Aktie von Adidas-Salomon gerade einmal einen kleinen Kick nach vorne bekommen. Am Donnerstag legen die Titel zwar 3,7 Prozent auf 78 Euro zu, gleichen damit aber lediglich jüngste Verluste aus.

Viel mehr Kursfantasie als bis zur oberen Begrenzung der Seitwärtsrange bei rund 85 Euro lassen die jüngsten Quartalsergebnisse dennoch nicht zu. Das Ergebnis ist im ersten Quartal um 13,5 Prozent auf 79 Millionen Euro gesunken, allerdings legte der Konzernumsatz um fünf Prozent auf 1,6 Milliarden Euro zu. Das Betriebsergebnis ging gleich um 20,9 Prozent zurück.

Adidas macht Fortschritte in den USA

Den Gewinnrückgang begründet Adidas-Salomon mit Kosten für die Weltmeisterschaft, den Rückkauf von Anteilen an Adidas-Italien und Investitionen. Allerdings versprüht Vorstandschef Herber Heiner in gewohnter Manier Optimismus. Die Auftragsbestände hätten sich hervorragend entwickelt und lägen auf dem höchsten Stand seit drei Jahren. Dies lasse auf einen Rekordumsatz schließen.

Positiv ist dabei, dass Adidas-Salomon in dem wichtigsten Sportartikelmarkt Amerika Fortschritte macht. Der Auftragsbestand hat sich dort währungsbereinigt um neun Prozent verbessert. Der US-Markt war lange Zeit das Sorgenkind von Adidas-Salomon und scheint nun wieder auf Wachstumskurs. Merck, Finck hat nach den Geschäftszahlen die Aktie auf „Outperformer“ hochgestuft, die Commerzbank auf „Halten“ von zuvor „Reduzieren“.

Die Hoffnungen liegen auf dem dritten Quartal

Zum Jahresbeginn hatte Adidas das ehemals angestrebte 15-prozentige Gewinnwachstum nach unten korrigiert. Uneins sind sich die Analysten derzeit, ob Adidas-Salomon die reduzierten Jahresziele erreichen kann. Während M.M. Warburg zuversichtlich ist, dass die Herzogenauracher das angestrebte fünfprozentige Umsatzplus sowie die fünf bis zehn Prozent Wachstum im Ergebnis schaffen können, ist man bei ABN Amro skeptischer. „Das zweite Quartal dürfte noch von hohen Marketingaufwendungen belastet sein, so dass Investoren bei Adidas auf das dritte Quartal setzen müssen“, meint Analyst Simon Baertl, der die Aktie auf „Reduzieren“ eingestuft hat.

Aus Bewertungsgesichtspunkten lassen die Geschäftsergebnisse wenig Spielraum für den Aktienkurs nach oben. Zwar sei das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der Gewinnschätzungen für 2003 mit 13,5 relativ moderat. Allerdings weise Adidas-Salomon auch eine höhere Verschuldung als die Wettbewerber aus, ermittelt Baertl.

Hohe Erwartungen

Für einen nachhaltig steigenden Aktienkurs, der den Wert über den Widerstand bei 85 Euro trägt, muss Adidas-Salomon erst sichere Anzeichen liefern, dass die Gewinnerwartungen gehalten werden können. Bislang rechnet der Markt mit einem Gewinn je Aktie von 5,05 Euro für 2002 und 5,78 Euro für 2003. Geliefert hat Adidas im ersten Quartal erst 95 Cents Gewinn je Aktie, und Finanzvorstand Robin Stalker stellte auch für das zweite Quartal noch einen Gewinnrückgang in Aussicht.

Mit mehr als 50 Prozent Kaufempfehlungen für die Aktie und den optimistischen Gewinnerwartungen liegt die Messlatte der Finanzmärkte hoch für Adidas-Salomon. Solange sich nicht abzeichnet, dass Adidas-Salomon diese Ziele erreicht, bleibt die Aktie eine Halteposition.

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