24.05.2006 · Griechenland gehört zwar zur EU, griechische Aktien gelten aber für viele Anleger als exotische Anlageform. Dabei ist der Einstieg in den griechischen Aktienmarkt dank verschiedener Zutrittsmöglichkeiten relativ einfach.
Wer an die Investmentstory glaubt, die der griechische Aktienmarkt zu bieten hat, dem stehen zur Umsetzung dieser Anlageidee verschiedene Handelsmöglichkeiten offen. Der einfachste Weg ist sicherlich der Kauf eines Fonds oder eines Zertifikats.
Was Fonds angeht, sind zwei auf Griechenland fokussierte Länder-Fonds in Deutschland zum Vertrieb zugelassen. Dabei handelt es sich zum einen um den der Berenberg Bank gemanagten Berenberg-Hellas-Olympia UI-Fonds (Isin DE0009782052) sowie zum anderen um den EMIF Greece Index Plus Cap (LU0088678445) von KBC Asset Management. In den vergangenen drei Jahren habe es diese Fonds auf Kurszuwächse von deutlich mehr als 100 Prozent gebracht. Allerdings fällt auch die seit einigen Tagen laufende Korrektur sehr deutlich aus.
Bei den Zertifikaten gibt es drei Produkte, mit denen sich an der Entwicklung des FTSE/ASE 20-Index partizipieren läßt. Konkret handelt es sich dabei um ein X-Pert Zertifikat auf den FTSE/ASE 20 (DE000DB0CFF7) von der Deutschen Bank, ein Open-End Zertifikat auf den FTSE/ASE 20 (NL0000414035) von ABN Amro und ein Open-End Zertifikat auf den FTSE/ASE 20 (CH0021605842) von UBS.
Stock-Picking gegenüber Fonds und Zertifikaten bevorzugen
Mit den genannten Fonds und Zertifikaten können sich Anleger problemlos in Griechenland positionieren. Aus unserer Sicht sind die Produkte aber nur die zweite Wahl. Und zwar aus dem einfachen Grund, daß der Gesamtmarkt bereits relativ anspruchsvoll bewertet ist. Auf Ebene der Einzelwerte finden sich dagegen viele günstig bewertete Titel, die zudem oft eine noch spannendere Anlagestory zu bieten haben als die griechische Börse allgemein.
Wer sich als Stock-Picker betätigen will, dem werden auch an hiesigen Börsen zahlreiche griechische Aktien angeboten. Allerdings sind die Umsätze oft sehr dünn und außerdem sind natürlich gerade einige der spannendsten Nebenwerte hierzulande noch nicht notiert. Für diejenigen Investoren, die sich langfristig engagieren möchte, ist es deshalb am besten, direkt vor Ort zu handeln.
Viele Hausbanken sollten in der Lage sein, Käufe in Athen zu bewerkstelligen, wobei natürlich vorher unbedingt nach den anfallenden Gebühren gefragt werden muß. In dieser Hinsicht sind griechische Broker und Banken als Geschäftspartner sicherlich die günstigere Variante. Nach unseren Recherchen bewegen sich die Gebühren beim Kauf und Verkauf von Aktien jeweils in einer Größenordnung von 0,15 bis 0,2 Prozent.
Insgesamt gibt es in Griechenland rund 80 Broker. Etwa 90 Prozent der Geschäfte werden dabei von den größten zehn Marktteilnehmern abgewickelt. Dieser Umstand und der harte Verdrängungswettbewerb dürften dazu führen, daß die Zahl der Broker in den kommenden Jahren nach Schätzungen von Marktbeobachtern auf 25 bis 30 schrumpfen wird. Marktführer unter den Brokern ist die Eurobank mit einem Marktanteil von rund 18 Prozent. Auf den Plätzen danach folgen P&K, National Bank of Greece, Alpha Finance und die Bank of Pireus.
Oppenheim macht sich für griechische Aktien stark
In Deutschland hat sich die Privatbank Sal. Oppenheim mit ihren Aktivitäten in Griechenland einen Namen gemacht. Zusammen mit dem mittelgroßen griechischen Broker Merit Securities rühren diese beiden Institute seit dem Jahr 2004 bei deutschen institutionellen Anlegern die Werbetrommel für griechische Aktien (wobei Merit auch deutschen Privatanlegern als Kunden aufgeschlossen gegenübersteht). Zufrieden dürften die Anleger, die über diese Schiene mitmischen, vor allem mit der Kursentwicklung von Neochimiki (GRS463003012), einem Distributor von Chemie-Rohstoffen sein. Denn seitdem dieser Titel im November 2004 den Kunden erstmals zum Kauf empfohlen wurde, ist die Notiz von 2,90 Euro bis auf mehr als 12 Euro gestiegen.
Für institutionelle Anleger könnte ansonsten auch noch die von unabhängigen Analysten gegründete Researchfirma Valuation & Research Specialists als Anlaufstelle hilfreich sein. Das dort arbeitende Team erstellt auf besonderen Wunsch der Kunden hin auf Provisionsbasis exklusive Research-Arbeiten zu griechischen Aktien und kann vor allem auch im Bereich der Nebenwerte viel Know-how anbieten.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |