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Baltic Dry Index bricht ein : Schlechtes Zeichen für Wirtschaft und Aktien

  • -Aktualisiert am

Pleitegefährdet auf großer Fahrt Bild: REUTERS

Die Preise für Schiffsfracht gehören zu den Geheimtipps unter den Aktienkurs-Signalen. Sie sinken schnell. Für die Weltwirtschaft ist das kein gutes Zeichen, für die Aktienkurse auch nicht.

          Er gehört zu den Geheimtipps mancher Aktienkäufer: Der Preisindex für Schiffsfracht, der „Baltic Dry Index“ (BDI). Der Index zeigt den Preis für Schiffstransporte von Trockenschüttgut. Das klingt technisch, hängt aber mit der Wirtschaftsentwicklung zusammen: Wenn weniger gehandelt wird, sinkt der Index - und der Wirtwschaft geht es auch bald nicht mehr gut.

          Seit Anfang des Jahres ist der Index nun um mehr als 50 Prozent gefallen. Der BDI notiert auf dem tiefsten Stand seit 12 Monaten. Vergangene Woche sank der Gradmesser für die Entwicklung der Charterpreise auf unter 1000 Punkte, nachdem im Januar noch mehr als 2000 Zähler auf der Kurstafel standen. Vor Beginn der Finanzkrise im Jahr 2008 hatte der Index bei heute kaum vorstellbaren 12.000 Punkten gestanden. Diese Entwicklung verheißt auch für die Weltwirtschaft nichts Gutes.

          8 bis 12 Monate Vorwarnzeit

          Für viele Wirtschaftsexperten ist der Baltic Dry Index (BDI) ein wichtiger Frühindikator für den Welthandel und somit auch auch für die Finanzmärkte. Das Besondere an ihm ist: Er gibt mit der Messung der Verschiffungskosten von Rohstoffen das genaue Welthandel-Volumen wieder, und dies am Anfang des Produktionsablaufes. Das heißt, ein Anstieg des BDI signalisiert einen Anstieg des globalen Handels, eine Abwärtsbewegung wiederum einen Rückgang.

          In der Vergangenheit zeigte der BDI klare zyklische Wendepunkte am Anfang und am Ende jeder Rezession und des nachfolgenden wirtschaftlichen Aufschwungs. Noch eines ist aus seiner Historie zu entnehmen: Der Vorlauf dieses Frühindikators zur realen wirtschaftlichen Entwicklung betrug in der Vergangenheit ungefähr acht bis zwölf Monate. Manche Beobachter nennen den Index auch verzerrt, weil in letzter Zeit viele Schiffe auf den Markt gekommen sind und die Preise drücken.

          Beachtet werden sollte daher ein BDI nicht nur von Anlegern an den Rohstoffmärkten, sondern wohl auch von den Investoren an den Aktienmärkten. Abgesehen davon ist es für Anleger sicher kein Fehler, sich ihre Engagements im Schifffahrts-Bereich abermals genauer anzuschauen.

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