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Sorgen um die Konjunktur Dax setzt Abwärtstrend fort

 ·  Die Stimmung an den deutschen Aktienmärkte ist am Freitagmittag bedrückt. Der Geschäftsklimaindex des Münchner Ifo-Instituts hat sich im Juni zum zweiten Mal nacheinander eingetrübt - und zwar deutlicher als von Volkswirten erwartet.

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Verstärkte Konjunktursorgen haben am Freitag weltweit zu weiteren Verlusten an den Börsen gesorgt. Dazu passte, dass sich das Ifo-Geschäftsklima, welches die Stimmung in der deutschen Wirtschaft misst, im Juni zum zweiten Mal nacheinander eingetrübt hat - und zwar deutlicher als von Volkswirten erwartet. Entsprechend sank der deutsche Leitindex Dax bis zum Mittag um 0,6 Prozent auf 6307 Punkte. Damit knüpfte das Börsenbarometer an seine Entwicklung vom Vortag an, als es nach einer mehrtägigen Erholung erstmals wieder im Minus geschlossen hatte. Für den M-Dax ging es am letzten Tag der Woche um 1,3 Prozent auf 10.235 Punkte bergab und der Tec-Dax verlor 1,1 Prozent auf 738 Punkte. Der marktbreite FAZ-Index büßte 0,6 Prozent auf 1371 Punkte ein.

Anhaltend schwache Wirtschaftsdaten und der Kater der Anleger nach dem Nein der amerikanischen Notenbank zu einer weiteren Runde geldpolitischer Lockerungsmaßnahmen (QE3) sorgten für Druck auf risikobehaftete Anlagen wie Aktien, sagte Stan Shamu von IG Markets. Für Händler Markus Huber von ETX Capital zeigt der weiter gesunkene Ifo-Index, dass das global nachlassende Wirtschaftswachstum „nun doch zunehmend negative Spuren in der deutschen Wirtschaft zu hinterlassen scheint“. Aber immerhin habe sich der Rückgang im Vergleich zu den katastrophalen Verlusten im ZEW-Index vor einigen Tagen einigermaßen in Grenzen gehalten.

Deutsche Bank besser als der Markt

Die europäischen Banken steckten derweil einen Rundumschlag von Moody’s gegen die Branche großteils recht ungerührt weg. Experten begründeten dies damit, dass die Abstufung von 15 Großbanken durch die amerikanische Ratingagentur nicht überraschend gekommen sei. Moody’s blickt vor dem Hintergrund der europäischen Schuldenkrise und einer lahmenden amerikanischen Wirtschaft mit erhöhter Sorge auf die Bankenwelt. Besonders jene Häuser, die auf den weltweiten Finanzmärkten eine große Rolle spielen, bereiten den Experten Kopfzerbrechen. Die Aktien der Deutschen Bank, die zu den abgestraften Instituten gehört, gewannen trotzdem 0,1 Prozent und hielten sich damit deutlich besser als der Dax. Für die Titel der Commerzbank, die von dem Moody’s-Schritt selbst nicht betroffen war, ging es ebenfalls aufwärts, und zwar um 1,2 Prozent.

Die Aktien von Bayer sanken nach negativen Nachrichten zum Medikament Xarelto um deutliche 2,1 Prozent auf 53,1 Euro. Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA will vom Pharma- und Chemiekonzern mehr Informationen für die erweiterte Zulassung des Gerinnungshemmers zur Vorbeugung gegen Herzinfarkte. Ein Händler erinnerte indes daran, dass sich ein FDA-Expertengremium bereits im Mai mit knapper Mehrheit gegen eine solche Anwendung ausgesprochen hatte.

Deutsche Telekom gewinnt

Die Papiere der Deutschen Telekom gewannen nach der Ankündigung eines drastischen Stellenabbaus und vor allem einer positiven Studie knapp 2 Prozent und gehörten damit zu den Spitzenreitern im Dax. Bis 2015 sollen 40 Prozent der Arbeitsplätze in der Bonner Zentrale wegfallen, sagte ein Sprecher. Zudem nahm die Schweizer Bank UBS die Aktie in ihre „Most Preferred List“ auf.

Auch im M-Dax sorgten Analystenkommentare für Bewegung bei Einzelwerten. Die Aktien des Flughafenbetreibers Fraport legten als einer der wenigen Gewinner um 1,4 Prozent zu, nachdem die Frankfurter Investmentbank Equinet sie von „Accumulate“ auf „Buy“ hochgestuft hatte. Analyst Jochen Rothenbacher schrieb, nach dem jüngsten Kursrückgang sehe er nun eine gute Kaufgelegenheit für die Titel. Der Kurs der Dürr-Aktie stieg jedocch trotz einer Abstufung durch die Deutsche Bank auf „Hold“. Nach der für den Markt wohl nicht überraschenden Ausblicksanhebung habe die Aktie des Anlagenbauers nun nicht mehr viel Luft nach oben, begründete Analyst Tim Rokossa seinen Schritt.

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