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Solaraktien Kein Freudenbringer

18.01.2010 ·  Solaraktien waren lange die Börsenstars. Doch die Kurse sind inzwischen tief gefallen und haben sich im guten Börsenjahr 2009 nur selektiv erholt. Die Pläne der Regierung für eine niedrigere Förderung belasten die Branche.

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Solaraktien waren lange die Stars. Doch seit der Pleite von Lehman sind die Kurse tief gefallen und haben sich auch im allgemein so guten Börsenjahr 2009 oft nicht erholt. Die aktuellen Pläne der Regierung für eine niedrigere Förderung belasten die Branche schwer.

Mit einem Rückgang im Juli und einem dann folgenden Nachfrageeinbruch haben die Märkte gerechnet. Kommt der aber schon früher, wie sich jetzt andeutet, würden die Hersteller negativ überrascht und die Jahresplanung wäre in Gefahr. Immerhin ist Deutschland der wichtigste Solarmarkt der Welt. Und der wird von Privatleuten dominiert, die sich die Solarzellen auf das Dach installieren. Sie wären direkt betroffen - und mit ihnen die Aktien der Hersteller.

Manchen bleibt nur die unrealistische Hoffnung auf höhere Zellenpreise

Besonders gefährdet sind Solarzellenproduzenten mit einem starken Fokus auf Deutschland. Das ist zum Beispiel Solarworld. "Das Unternehmen könnte einen Rückgang aber noch vergleichsweise gut abfedern, weil seine Kosten niedrig sind und die Marge noch hoch ist", sagt Solaranalystin Katharina Cholewa von der West LB. Härter träfe es noch Q-Cells und Solon, die 2009 Verluste erzielt hatten und daher dringend auf höhere Zellenpreise hoffen.

Die werden aber nicht kommen, wenn die deutsche Nachfrage einbricht. Schon 2009 sind die Preise um rund 30 Prozent gefallen und haben die europäischen Hersteller in Bedrängnis gebracht. Denn die neu auf den Markt kommenden asiatischen Produzenten haben das Niveau gedrückt und bieten deutlich günstiger an als die Europäer bei nicht viel schlechterer Qualität. "Ich erwarte auch 2010 noch weiter fallende Preise", sagt Analystin Cholewa. Daran ändere auch die wieder steigende Nachfrage für große Solarparks nichts. Sie helfe aber Unternehmen wie Phoenix Solar. Die seien auf Solarparks außerhalb Deutschlands fokussiert. In Italien, Frankreich und Spanien steige die Nachfrage. Die Aktie ist daher die einzige, die Cholewa kaufen würde.

Wechselrichter sind und bleiben gefragt

Auch die anderen Analysten empfehlen nach Angaben von Bloomberg mehrheitlich keinen Kauf der Aktien der einstigen Solarstars Q-Cells und Solarworld. Selbst die Ausrüster für die Solarindustrie, die etwa die Maschinen für die Produktion von Solarzellen herstellen, sind bei ihnen nicht gefragt.

Die Commerzbank empfiehlt stattdessen SMA Solar. Das Unternehmen spezialisiert sich auf die Wechselrichter in der Solaranlage. Die asiatischen Unternehmen sind hier noch nicht aktiv und die Preise daher nicht so stark unter Druck. Allerdings ist der Kurs von SMA schon stark gestiegen. Und mit Kurs-Gewinnverhältnissen von knapp 21 und 18 auf Basis der Gewinnschätzungen für das vergangene und das laufende Jahr sind die Papiere etwas ambitioniert bewertet, auch wenn das Unternehmen in den vergangenen Jahren zumindest die Erlöse im Trend deutlich steigern konnte.

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