14.01.2010 · SAP kam am Donnerstag überraschend mit „besser als erwarteten“ Zahlen auf den Markt. Das führt kurzfristig zu deutlichen Kursgewinnen. Die Papiere sind aber vergleichsweise teuer geworden - im Unterschied zu jenen von Oracle.
Mit einem Kursgewinn von 3,8 Prozent auf 36 Euro reagiert am Donnerstag die Aktie des Softwareunternehmens SAP auf den überraschend vorgelegten Geschäftsbericht für das vergangene Jahr. Er sei „besser als erwartet ausgefallen,“ vermeldet das Unternehmen, was von den Agenturen blind weiter verbreitet wird.
Dabei waren die Zahlen alles andere als begeisternd. Die Umsatzerlöse gingen um neun Prozent auf 10,67 Milliarden Euro zurück. Die um Wechselkurseffekte bereinigte Verkaufserlös mit Software-Lizenzen und -Wartung des Konzerns gaben um fünf Prozent nach auf 8,2 Milliarden Euro. Die Softwareerlöse gingen sogar um 28 Prozent zurück. Das mag zwar nicht so schlecht gewesen sein wie zuletzt befürchtet. Gut ist es allerdings nicht.
Aktie von SAP ist teuer geworden
Selbst wenn „die Margen offenbar über den Zielen und den Erwartungen des Marktes lagen“, wie ein Händler erklärte. Einige Anleger seien davon auf dem falschen Fuß erwischt worden. „Da lagen wohl eine falsch, die sich nun wieder mit SAP-Aktien eindecken müssen und das schafft ordentlich Druck nach oben“, erläuterte ein weiterer Händler die Kursreaktion. Tatsächlich ist die operative Marge nach Non-GAAP-Richtlinien um ein Prozent auf 27,2 Prozent gefallen. Sie wurde unter anderem durch Restrukturierungskosten in Höhe von 196 Millionen Euro beeinflusst, die sich aus der Reduzierung von Stellen ergaben.
Insgesamt mag sich SAP operativ vergleichsweise robust entwickeln. Die hohen Wachstumsraten der Vergangenheit, die starke Kurssteigerungen rechtfertigten, sind jedoch inzwischen passé, nicht nur aufgrund der Krise. Denn die Märkte sind zunehmend gesättigt und die Konkurrenz nimmt zu. Das lässt künftig selbst bei einer weltwirtschaftlichen Erholung allenfalls unterdurchschnittliche Wachstumsraten erwarten, während sich Konkurrenten wie Oracle auch aufgrund einer aggressiven Übernahmestrategie dynamischer entwickeln.
Die Papiere von Oracle sehen interssanter aus
Gleichzeitig sind die SAP-Papiere mit Kurs-Gewinnverhältnissen von knapp 21 und 18 auf Basis der Gewinnschätzungen für das vergangene und das laufende Geschäftsjahr deutlich teuerer als die von Oracle. Dort liegen die Kurs-Gewinnverhältnisse bei knapp 16 und 14,5, währen die Umsatzzuwächse größer sind. Insgesamt scheint die Oracle-Aktie deutlich interessanter zu sein als die von SAP.
Die Anteilsscheine am amerikanischen Unternehmen schlugen sich an der Börse schon in den vergangenen Jahren deutlich besser als der breite Markt. Sie boten Anlegern auf Sicht von fünf Jahren einen Gesamtertrag von 80 Prozent (69 Prozent in Euro ) oder von 12,5 Prozent per annum (11 Prozent in Euro), während Aktien von SAP gerade einmal zu einem Gesamtertrag von 6,8 Prozent oder von mageren 1,3 Prozent pro Jahr führten.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |