29.04.2009 · Der Aktienkurs von SAP hat in den vergangenen Wochen zugelegt. Am Mittwoch aber steht er unter Druck. Die Zahlen für das erste Quartal enttäuschen. Der Umsatz im Softwarebereich ist stark gefallen, die Margen stehen unter Druck.
Die Aktie von SAP konnte in den vergangenen Wochen mit einem Kursgewinn von bis zu 25 Prozent von der allgemeinen Erholung der Börsen profitieren. Am Mittwoch jedoch fällt sie zurück. Vorbörslich verliert sie bis zu sieben Prozent, nachdem das Unternehmen schwache Zahlen für das erste Quartal vorgelegt hat.
Der Softwarehersteller spürt die Folgen der Wirtschaftskrise deutlich. Der Gesamtumsatz ist im Vergleich zur Vorjahresperiode um drei Prozent auf 2,397 Milliarden Euro gefallen. Das Geschäft mit Software ist sogar um 33 Prozent auf 418 Millionen Euro zurückgegangen.
Deutlicher Umsatzrückgang im Softwarebereich
Mit einem Umsatzrückgang um knapp 50 Prozent liefen diese Geschäfte in Asien besonders schlecht, während sie in Amerika und Europa um rund 30 Prozent zurückgingen. Die Erlöse mit Software-Wartung dagegen nahmen um 18 Prozent auf 1,25 Milliarden Euro zu. Damit verfehlte SAP die Erwartungen der Anleger deutlich.
Der operative Gewinn der fortgeführten Unternehmensteile ging um 13 Prozent auf 308 Millionen Euro zurück. Der Nettogewinn fiel sogar um 16 Prozent auf gerade einmal 210 Millionen Euro oder 17 Cent je Aktie auf verwässerter Basis. Die operative Marge verschlechterte sich von 14,6 auf 13,9 Prozent.
SAP hat sich wegen der Wirtschaftskrise und der Investitionszurückhaltung seiner Kunden längst auf das schwierigste Jahr seiner Firmengeschichte eingestellt. Der Weltmarktführer für Unternehmens-Software will rund 3.000 der zuletzt etwa 51.500 Stellen streichen, um die Kosten zu drücken. Co-Vorstandssprecher Leo Apotheker bekräftigte den Sparkurs des Unternehmens. „Das Umfeld wird 2009 eine Herausforderung bleiben“, sagte der Manager, der SAP ab Juni als Vorstandschef allein führen wird. SAP werde weitere Schritte ergreifen, um die Ausgaben zu senken.
Margen unter Druck
Der nach Abzug aller Ausgaben und Investitionen verbleibende freie Mittelzufluss (Cashflow) stieg im ersten Quartal deutlich um 30 Prozent auf 1,34 Milliarden Euro, so dass der Barmittelbestand zum Stichtag Ende März auf 2,95 Milliarden Euro gestiegen sei, teilte SAP mit. Der Konzern bekräftigte seine bisherige Prognose für das laufende Jahr und hofft, dass die Erlöse aus dem Verkauf von Software-Lizenzen und Software-Wartung 2009 um maximal 1 Prozent schrumpfen werden. Wegen der Kosten für den Stellenabbau werde die operative Gewinnmarge mit 24,5 bis 25,5 Prozent deutlich niedriger als im Jahr 2008 mit 28,4 Prozent ausfallen.
Es fragt sich, wie weit diese Prognosen angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung werden tragen können. Im Durchschnitt gehen die Analysten optimistisch von deutlich steigenden Gewinnen in den kommenden Quartalen aus. Mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 17 und knapp 15 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr sehen die SAP-Aktien im Vergleich mit der Bewertung in der Vergangenheit damit sogar vergleichsweise günstig aus.
Allerdings hat sowohl die Wachstums- als auch die Gewinndynamik in den vergangenen Jahren deutlich abgenommen, während der Aktienkurs im Trend nach unten lief. Auf dieser Basis drängen sie sich nicht auf, zumal die Papiere des amerikanischen Konkurrenten Oracle attraktiver aussehen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |