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Software SAP-Aktie erhält nur einen Dämpfer

20.04.2006 ·  Die jüngsten Quartalszahlen können die SAP-Aktionäre nicht überzeugen, das Papier verliert im frühen Handel deutlich. Dabei entwickelt sich der Softwarekonzern gut. Auch der Aufwärtstrend ist nach den Verlusten der vergangenen Tage noch intakt.

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Gute Zahlen - aber nicht gut genug. Darauf läßt wohl die Reaktion der Anleger auf die SAP-Quartalsergebnisse schließen. Die Aktie des Softwarekonzerns gab am Donnerstag im frühen Handel 2,3 Prozent auf 179 Euro nach (Isin DE0007164600).

Der größte europäische Softwarehersteller hat im Auftaktquartal des Jahres den Umsatz mit Softwarelizenzen und das Betriebsergebnis kräftig gesteigert. Das Unternehmen teilte am Donnerstag in Walldorf mit, die Erlöse mit Softwarelizenzen seien von Januar bis März um 22 Prozent auf 528 Millionen Euro gestiegen. Als Treiber erwies sich abermals der Softwaremarkt in Nordamerika, hingegen brachen die Verkäufe in Japan ein.

Nettoergebnis steigt um elf Prozent

Das um Kosten für Akquisitionen und Aktienoptionsprogramme bereinigte operative Ergebnis kletterte im ersten Quartal um ein Fünftel auf 457 Millionen Euro. Die operative Gewinnmarge verbesserte sich im traditionell schwachen Auftaktquartal gegenüber dem Vorjahr um 0,4 Prozentpunkte auf 22,4 Prozent. Das Nettoergebnis stieg um elf Prozent auf 282 Millionen Euro.

Das Unternehmen bekräftigte auch den Ausblick, den es im Januar für 2006 gegeben hatte: Der Produktumsatz soll um 13 bis 15 Prozent steigen, der Softwarelizenzumsatz um 15 bis 17 Prozent. Die operative Marge soll um 0,5 bis 1,0 Prozentpunkte steigen.

SAP knöpft Oracle weiter Marktanteile ab

Die Reaktion auf die Zahlen wirkt ein wenig übertrieben. Die Marge entspricht zwar noch nicht den Zielen des Managements, doch das Unternehmen ist auf einem guten Weg. Außerdem gibt es - fern der Zahlen - zwei gute Nachrichten für die Aktionäre.

Zum ersten kauft SAP in großem Stil eigene Aktien zurück. Im ersten Quartal hat der Konzern gut 2,5 Millionen Aktien erworben; am Ende des Quartals hatte das SAP 8,34 Millionen eigene Aktien in den Büchern. Das aktuelle Programm erlaubt den Erwerb von bis zu 30 Millionen Aktien.

Erfreulich für die Aktionäre dürfte zweitens sein, daß der Softwarehersteller seinen größten Konkurrenten Oracle zusehends hinter sich läßt. „Wir gewinnen weiter Marktanteile von Oracle“, sagte Vorstandschef Henning Kagermann. Der auf Datenbanken spezialisierte amerikanische Anbieter Oracle hat sich mit mehreren Übernahmen als direkter Konkurrent zu SAP positioniert.

Kennzahlen entwickeln sich überwiegend gut

Auch die Entwicklung wichtiger Kennzahlen in den vergangenen fünf Jahren sieht überwiegend erfreulich aus: Der Gewinn je Aktie legte von 1,85 Euro je Aktie im Jahr 2001 auf 4,83 Euro im vergangenen Jahr zu. Die Dividende stieg in diesem Zeitraum von 0,58 Euro auf 1,45 Euro, die Eigenkapitalquote von 50 auf 64 Prozent. Die Umsatzrendite vor Ertragssteuern legte von 15 auf 27 Prozent zu, 2004 war sie mit 28 Prozent aber höher.

Nicht wirklich überzeugen kann die Umsatzentwicklung. In den Jahren 2001 bis 2004 stagnierte er mehr oder weniger bei gut sieben Milliarden Euro, erst 2005 zog er auf 8,5 Milliarden Euro an. Darum ist es um so wichtiger, daß der Umsatz im ersten Quartal 2006 weiter zulegte, und zwar um 18 Prozent auf gut zwei Milliarden Euro.

Aktie nicht billig - aber der Trend stimmt

Die Aktie hat einige Höhen und Tiefen hinter sich. Im Frühjahr 2000 kostete das Papier zu Hochzeiten der New Economy stolze 286,33 Euro. Bis Herbst 2002 bröckelte der Kurs auf 41,65 Euro ab, danach zeigte der Trend wieder nach oben. 2004 lief der Kurs eher seitwärts, seit einem Jahr geht es aber ordentlich bergauf. Vor allem die vergangenen Wochen liefen für die Aktionäre sehr erfreulich, vor wenigen Tagen erklommen die SAP-Titel ein neues Fünfjahreshoch von 187,44 Euro. Der Aufwärtstrend ist auch nach den Verlusten vom Donnerstag noch intakt.

Mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 30,3 für das laufende und 25,2 für das kommende Geschäftsjahr ist die SAP-Aktie nicht mehr günstig - aber das war das Papier eigentlich noch nie. Trotzdem dürften die Aussichten nicht schlecht sein: Die Kennzahlen entwickeln sich gut, der Kurs zeigt im Trend nach oben. Dennoch dürfte es kein Fehler sein, vor einem Einstieg zunächst abzuwarten, ob die Aktie ihr Fünfjahreshoch in den kommenden Wochen bestätigen kann.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @bemi
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