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Software SAP-Aktie dürfte positiven Trend wieder aufnehmen

25.01.2006 ·  Innerhalb von zwei Wochen wartet SAP abermals mit guten Nachrichten auf. Hatte der Software-Konzern 2005 mehr Lizenzen verkauft als erwartet, so toppt er mit seiner Prognose für dieses Jahr die Erwartungen. Dies dürfte der Aktie dienen.

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In den zurückliegenden zehn Jahren zeigte sich die Aktie von SAP regelmäßig als Stütze des deutschen Aktienmarkts. Im langfristigen Vergleich der Wertzuwächse rangiert sie deutlich vor dem Dax (siehe Grafik 1). Doch in den vergangenen Monaten konnte die Notiz ihrer historischen Rolle nicht mehr gerecht werden: Sie hinkte vielmehr dem Index hinterher (siehe Grafik 2). Während der Dax binnen Jahresfrist um fast 27 Prozent hochgelaufen ist, steht bei SAP ein Plus von gut 21 Prozent zu Buche.

Größer noch ist der Abstand bei der Dreimonats-Kursbilanz: Der Index hat sich um fast zehn Prozent verbessert, während die Aktie des Softwarekonzerns leicht unter Wasser liegt. Doch zur Wochenmitte dürfte SAP die Lücke etwas verkleinern. Darauf lassen zumindest die vorbörslichen Notierungen schließen. Beim Wertpapierhandelshaus Lang & Schwarz ist die Notiz mit Kursen von 153,18/153,68 Euro (Brief) um knapp vier Prozent höher gestellt worden. Bei Instinet steht ein Plus von 3,5 Prozent auf 152 Euro zu Buche. Am Dienstag ging die Aktie mit einem leichten Aufschlag von 0,11 Prozent auf 146,87 Euro aus dem Xetra-Handel.

Wenn der auf eine überraschend gute Jahresprognose zurückzuführende vorbörsliche Trend im regulären Handel bestätigt werden sollte, wäre dies in doppelter Hinsicht erfreulich. Nach zwei Wochen mit Kursverlusten könnten sich Aktionäre wieder über Pluszeichen freuen. Schwerer noch wöge die damit verbundene Rückkehr in den seit April vergangenen Jahres ausgebildeten Aufwärtstrend, den die Notiz vergangene Woche erst verlassen hat.

Lizenzverkäufe und Gewinn über den Erwartungen

Im zurückliegenden Jahr hat SAP von hoher Nachfrage nach Unternehmenssoftware profitiert und einen um 14 Prozent höheren Nettogewinn von 1,50 Milliarden Euro erwirtschaftet. Auch mit dem Volumen seiner 2005 verkauften Lizenzen hatte SAP die Erwartungen getoppt, wie sich am 10. Januar gezeigt hatte. Der Lizenzumsatz kletterte um 18 Prozent auf 2,78 Milliarden Euro; hier hatte SAP einen Anstieg um bis zu 14 Prozent geplant. Analysten hatten mit einem Anstieg auf 2,72 Milliarden Euro gerechnet.

Der weltgrößte Hersteller von Unternehmens-Software strebt für das laufende Jahr erneut ein kräftiges Wachstum der Verkäufe von Software-Lizenzen an. SAP teilte mit, es sei mit einem Anstieg der Software-Lizenzumsätze um 15 bis 17 Prozent auf 3,2 Milliarden bis 3,25 Milliarden Euro zu rechnen.

Der Gesamtumsatz kletterte den weiteren Angaben zufolge um 13 Prozent auf 8,51 Milliarden Euro. Analysten hatten mit 8,4 Milliarden Euro an Erlösen gerechnet. Dabei konnte der Konzern nach eigenen Angaben weitere Marktanteile gewinnen.

Gewinn um 14,6 Prozent gesteigert

2005 hat der Konzern zudem das Ergebnisziel übertroffen. Der Gewinn je Anteilsschein auf Pro-forma-Basis stieg um 14,6 Prozent von 4,37 Euro auf 5,01 Euro. SAP hatte einen Anstieg auf 4,85 bis 4,95 Euro je Aktie in Aussicht gestellt, wie Dow Jones anmerkt.

Die um Kosten für Akquisitionen und Aktienprogramme bereinigte operative Marge solle um 0,5 bis einen Prozentpunkt zulegen, was dem oberen Ende der von SAP avisierten Spanne entsprach. Im abgelaufenen Jahr ist die Marge um 0,5 Prozentpunkte auf 28,3 Prozent gestiegen. Bis 2007 soll die Pro-forma-operative Marge auf mehr als 30 Prozent gesteigert werden.

Vor diesem Hintergrund hat die Hypo-Vereinsbank erst diese Woche das Kursziel für SAP von 170 Euro auf 180 Euro angehoben und die Einstufung „outperform“ bekräftigt. Die SAP-Aktie dürfte sich mithin um mehr als fünf Prozentpunkte besser entwickeln als der Dax, meinen die Analysten. Auch Goldman Sachs und Credit Suisse First Boston votieren mit „outperform“. Dagegen sieht Sanford C. Bernstein die Aktie als Halte-Position an. Beim Helaba Trust und der Jyske Bank gilt sie dagegen als unattraktiv. Für 2006 sei mit einer schwächeren Erlösdynamik zu rechnen als 2005, meint Helaba-Analyst Michael Busse, der SAP ein Renditeplus von einem Prozent nicht zutraut. Unter dem Strich sieht die Analystenriege den Titel indes als Kauf an.

Aktie nicht billig, aber günstiger als 2004 und 2005

Dabei ist nicht zu übersehen, daß die Aktie mit einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 26 erheblich teurer ist als der Dax und auch der Rate des Gewinnzuwachses mit dieser Bewertung nicht mithält. 2004 und 2005 kam der Titel aber noch auf ein KGV von gut 31. Insofern wirkt er attraktiver als seinerzeit, zumal die Prognose erfreulich ausgefallen ist.

Sollten Anleger bereit sein, bald wieder das 31fache des erwarteten Gewinns zu zahlen, könnte die Aktie auf rund 175 Euro steigen. Auf dem Weg dorthin müßte sie aber den technischen Widerstand bei gut 155 Euro aus dem Weg räumen und das auf Schlußkursbasis markierte Jahreshoch bei knapp 161 Euro überflügeln. Der nächste Widerstand lauerte dann bei 167,50 Euro.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @thwi mit Reuters
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