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Software Opera Software - spekulative Wette auf die Zukunft

30.12.2005 ·  Mit deutlichen Umsatzzuwächsen macht der Browserhersteller Opera Software auf sich aufmerksam. Auch die Aktie hat deutlich angezogen. Allerdings macht das Unternehmen nach wie vor Verluste und bleibt entsprechend spekulativ.

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Die Geschichte der Hersteller von Browser-Software ist wechselhaft. So wurde das Marktpotential in den frühen Jahren des Internets von den damals etablierten Softwareunternehmen offensichtlich unterschätzt. Das führte dazu, daß damals innerhalb kürzester Zeit ein Newcomer namens Netscape aufkommen und große Teile des Marktes an sich ziehen konnte.

Allerdings nur so lange, bis das Quasimonopol Microsoft zum Gegenschlag ausholte, den Internetexplorer in das dominierende und in sich geschlossene Betriebssystem integrierte und auf diese Weise den Markt auf unfaire Weise wieder an sich zog. So blieb Netscape schließlich nichts anderes übrig, als sich selbst schließlich für vier Milliarden Dollar an AOL zu verkaufen.

Browserunternehmen erregen das Interesse der Anleger

Aufgrund von Eingriffen von Seiten der Wettbewerbsbehörden ist der Browsermarkt inzwischen wieder kompetitiver geworden. Browser wie Firefox oder auch Opera werden zunehmend beliebter, weil sie individueller konfigurierbar sind als der Internet Explorer und vor allem weil sie auch leichter - sprich: kleiner - sind und damit weniger Ressourcen benötigen.

Das ist vor allem mit Blick auf die Evolution tragbarer Kommunikationsgeräte interessant. Denn sie sind in der Regel nicht sonderlich „speicher- und leistungsstark“ und kommen aus diesem Grund mit altmodischen Browsermonstern nicht zurecht. Aus diesem Grund erregen die Hersteller kleiner und effizienter Browser à la Opera mit Blick auf das riesige Marktpotential in diesem Bereich zunehmend auch das Interesse der Anleger.

So hat die Aktie des norwegischen Unternehmens in den vergangenen Wochen nach einer anfänglichen Stagnationsphase deutlich angezogen. Ausgehend von einem Niveau von neun norwegischen Kronen noch im Juni des noch laufenden Jahres ging es um bis zu 178 Prozent nach oben auf bis zu 25 Kronen in der Spitze. Aktuell liegt das Papier bei 22,6 Kronen.

Hintergrund dürften immer mehr Meldungen sein, nach denen das Unternehmen Kooperations- und Lizenzvereinbarungen mit Firmen wie Hitachi, Motorola, Nokia, Kyocera, Sony, T-Mobile und anderen abgeschlossen hat. Opera liefert bei solchen Verträgen in der Regel die Software und erhält im Gegenzug eine Tantieme für jedes so ausgestattete und verkaufte Gerät.

Gemessen an der Umsatzentwicklung scheint sich das auszuzahlen. Denn sie zeigt im Trend nach oben. Alleine im dritten Quartal des laufenden Jahres konnte der im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 52,66 Prozent auf 37,5 Millionen norwegische Kronen gesteigert werden. Allerdings hat sich gleichzeitig der Verlust um 32,3 Prozent erhöht auf 2,99 Millionen Kronen. Und das ist das bisherige Kernproblem des Unternehmens: Es konnte noch keine nachhaltigen Gewinne erwirtschaften.

Deutliche Umsatzzuwächse - anhaltende Verluste

Der große Teil der Umsatzzuwächse wird mit Internetprodukten erzielt. Hier legte der Umsatz im dritten Quartal um 108 Prozent auf 31,4 Millionen Kronen zu. In den ersten neun Monaten betrug der Umsatz 86,5 Millionen Kronen, nach 45,8 Millionen Kronen noch im Vorjahr. Die Anzahl der mit Opera-Software ausgestatteten Telefone ist im dritten Quartal von 2,6 Millionen Stücken im Vorjahr auf inzwischen 4,2 Millionen Stücken angestiegen. In den ersten neun Monaten hat sich die Anzahl von 5,8 auf 10,9 Millionen Geräten beinahe verdoppelt. Solche Zuwächse können sich sehen lassen. Allerdings haben die Kosten im dritten Quartal mit einem Plus von 54,6 Prozent auf 42,6 Millionen Kronen ebenfalls deutlich zugenommen.

Insgesamt scheinen die Perspektiven der Produkte des Unternehmens nicht schlecht zu sein. Allerdings scheinen die Anleger im Moment noch weit nach vorne zu blicken. Denn mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 1.700 und etwas mehr als 100 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr ist die Aktie sehr teuer. Anleger sollten also wissen, was sie mit einem Kauf des Papiers tun.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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