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Software Atoss Software sorgt bei Anlegern für Phantasie

26.07.2006 ·  Atoss-Software konnte in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres Umsatz und Gewinn steigern, die Aktie legt deutlich zu. Sie ist unter Berücksichtigung der weiteren Aussichten und des Liquiditätspolsters vernünftig bewertet.

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Charttechnisch kann die Aktie der Atoss Software AG auf den ersten Blick zunächst nicht gerade überzeugen. Zu sprunghaft scheint das Papier zu sein.

Allerdings muß bei der näheren Betrachtung Sondereffekte berücksichtigen. Zu kam es in den ersten Monaten des laufenden Jahres zu massiven Kursgewinnen, als das Unternehmen eine hohe Sonderausschüttung ankündigte. Nach der Ausschüttung ging der Kurs natürlich nach unten, da die Substanz des Unternehmens entsprechend weniger wert geworden war.

Umsatz- und Gewinnsteigerungen im ersten Halbjahr

Seit ein paar Tagen jedoch macht das Papier wieder mit Kursgewinnen auf sich aufmerksam. Alleine seit Ende der vergangenen Woche hat es etwas mehr als 15 Prozent zugelegt auf zuletzt acht Euro. Da scheinen einige Anlege eine gute Nase oder noch bessere Informationen gehabt zu haben als andere.

Denn das Unternehmen legte am Mittwoch gute Zahlen vor. „Atoss Software konnte im ersten Halbjahr 2006 ein spürbares Wachstum erzielen und berichtet gleichzeitig über erfreulich hohe Auftragseingänge und Auftragsbestände“, teilte das Unternehmen mit. Nach vorläufigen Zahlen sind die Umsätze im ersten Halbjahr um neun Prozent auf 10,4 Millionen Euro gestiegen, bereinigt um Erlöse rund um das zum Jahresanfang veräußerte Produkt Aeneis um 13 Prozent. Noch deutlicher wird die Dynamik im direkten Quartalsvergleich. Hier stieg der Umsatz um 16 Prozent auf 5,3 Millionen Euro, bereinigt sogar um 21 Prozent.

Auch Ergebnisse und der Cash Flow konnten verbessert werden. Das operative Ergebnis vor Steuern und Zinsen konnte im ersten Halbjahr des Jahres 2006 gegenüber dem Vorjahr von minus 0,2 Millionen Euro auf 1,3 Millionen Euro gesteigert werden. Im zweiten Quartal belief es sich auf 0,6 Millionen Euro gegenüber minus 0,1 Millionen Euro. Die entsprechende Umsatzmarge erreichte im ersten Halbjahr zwölf Prozent und im zweiten Quartal elf Prozent.

Bei der Betrachtung der Ergebnisse im zweiten Quartal muß nach Unternehmensangaben allerdings berücksichtigt werden, daß sich im ersten Quartal des laufenden Jahres in Folge der erfolgreichen Veräußerung des Softwareproduktes Aeneis ein außerordentlicher Ertrag in Höhe von 0,4 Millionen Euro ergeben hat. Somit hat sich das tatsächliche operative Ergebnis im zweiten Quartal 2006 auch gegenüber dem ersten Quartal erheblich verbessert.

Aktie unter Berücksichtigung des Liquiditätspolsters vernünftig bewertet

Als Ergebnis pro Aktie wurden im ersten Halbjahr 0,22 Euro nach minus 0,01 Euro im Vorjahr erzielt. Die Geschäftsentwicklung schlug sich in einem spürbaren Anstieg des operativen Cash Flow nieder. Dieser erreichte im ersten Halbjahr 2,8 Millionen Euro gegenüber 0,4 Millionen Euro im Vorjahr. Hat sich die Liquidität in Folge der Ausschüttung in Höhe von 5,50 Euro je Aktie am dritten Mai nach einem entsprechenden Beschluß der Hauptversammlung verringert, so ist das Unternehmen mit liquiden Mitteln von 9,1 Millionen Euro und einer Eigenkapitalquote von 55 Prozent immer noch solide finanziert.

Der Vorstand erwartet mit Blick auf den hohen Anstieg beim Auftragseingang für Softwarelizenzen von rund 31 Prozent nun auch für das Geschäftsjahr insgesamt Rekordwerte. Der Vorstand von Atoss hat in diesem Jahr bereits zweimal die Ergebnisprognosen für das laufende Geschäftsjahr 2006 angehoben, zuletzt am 11. Mai anläßlich der Meldung zu neuen Großaufträgen aus dem Handel. Bislang geht das Münchner Softwareunternehmen von einer operativen-Marge von zumindest elf Prozent und einem operativen Ergebnis vor Steuern und Zinsen von mindestens 2,3 Millionen Euro aus.

Auf dieser Basis scheint die Aktie mit einem Kurs-Gewinnverhältnis (KGV) von knapp 20 zunächst nicht sonderlich günstig zu sein. Berücksichtigt man jedoch die Cashbestände von 2,26 Euro je Aktie so fällt das KAGV unter 14. Auf dieser Basis dürfte die Aktie in einem anhaltend positiven Umfeld etwas Kursspielraum nach oben haben. Absicherungsstrategien können jedoch nie schaden.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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