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Software Aktie von Adobe im Moment etwas teuer

23.03.2006 ·  Die Aktie von Adobe befand sich nachbörslich nach der Vorlage der Zahlen zum ersten Quartal in der Defensive. Das Unternehmen hat eine leichte Durststrecke in der Produktpipeline vor sich, die Bewertung ist etwas hoch.

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Mit der Vorlage von Zahlen zum abgelaufenen Quartal standen die Aktien von Adobe Systems am Mittwoch im nachbörslichen amerikanischen Handel unter Abgabedruck. Nach einem unter der Markterwartung liegenden Ausblick verloren die Titel bis zu etwas mehr als vier Prozent auf 35,06 Dollar.

Denn im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres war der Nettogewinn des Softwareherstellers wegen der Übernahme von Macromedia um 31 Prozent auf 105,1 Millionen Dollar oder 17 Cents je Aktie gesunken. Das mag zunächst dramatisch klingen. Vor akquisitionsbedingten Kosten und Sonderposten betrug der Gewinn je Aktie jedoch 0,32 Dollar je Aktie, während Analysten mit 0,29 Dollar gerechnet hatten. Mit einem Plus von 39 Prozent auf 655,5 Millionen Euro kann sich auch die Umsatzentwicklung sehen lassen.

Leichte Durststrecke in der Produktpipeline ...

So dürften die Kursverluste in der Tendenz eher mit taktischen Gewinnmitnahmen zu tun haben, die sich mit Blick auf eine gewisse Durststrecke bei der Produktentwicklung in den kommenden Monaten erklären lassen können. Denn neue Versionen der Adobe Acrobat und Photoshop-Software werden nach Unternehmensangaben erst wieder im vierten Quartal auf den Markt kommen und für frische Impulse sorgen. Vorerst scheint das Unternehmen noch mit der Integration der im vergangenen Jahr für 3,4 Milliarden Dollar übernommenen Macromedia beschäftigt zu sein.

Auf dieser Basis rechnet Adobe im laufenden Quartal mit einem Umsatz von 640 bis 607 Millionen Euro, bei einem Gewinn von 30 bis 32 Cents. Und das scheint die teilweise hohen Erwartungen der Analysten nicht so richtig zufrieden zu stellen. Allerdings dürfte es sich dabei nur um eine vorübergehende Erscheinung handeln. Denn sobald neue, verbesserte Softwareversionen mit zusätzlichen Merkmalen, die die Vorteile der bisherigen Adobe und Macromedia-Software kombinieren, auf den Markt kommen, dürfte die Nachfrage wieder deutlicher anziehen.

Die Macromedia-Übernahme wurde unter anderem durch Vermutungen ausgelöst, Microsoft könnte seinen Auftritt in dem von Adobe besetzten Segment verstärken. Aber auch diese Gefahr scheint vorerst gebannt zu sein. Denn erstens ist Microsoft offensichtlich länger als erwartet mit seinem Vista-Projekt beschäftigt. Zweitens dürfte Adobe vom durch die Übernahme induzierten Diversifikationseffekt profitieren.

... angespannte Bewertung

Adobe Systems hat eine einzigartige Marktstellung. Denn beinahe jeder, der einen Computer mit Internetanschluß sein eigen nennt, dürfte das Unternehmen kennen. So ist das vom Unternehmen entwickelte „Portable Document File“-, kurz PDF-Format genannte Datenformat weltweiter Standard, wenn es um herunterladbare Dokumente geht. Deswegen ist auch auf den meisten Rechnern der dafür benötigte „Adobe Acrobat Reader“ installiert. Mit dem kostenlosen Reader verdient Adobe natürlich nichts, allerdings müssen die PDF-Dokumente auch irgendwie erstellt werden. Und genau mit der dafür benötigten Software und dem bei den meisten Graphikern verwendeten Photoshop lassen sich mit immer wieder verbesserten Versionen Umsätze und Gewinne erzielen.

Auf dieser Basis dürfte die Aktie langfristig weiterhin interessant sein, auch wenn sie mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 28,45 und knapp 25 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr sicherlich kein Schnäppchen ist. Der mittelfristige Trend jedoch zeigt nach oben. Zyklische Korrekturbewegungen stellten bisher immer eine Kaufgelegenheit dar. Möglicherweise bietet sich in den kommen Monaten wieder eine solche.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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